Loth, Johann Carl

Loth, Johann Carl, Maler von München , erlernte die Anfangs- gründe der Kunst von seinem Vater Ulrich, und dann ging er zu seiner Ausbildung nach Italien , wo er gewöhnlich Carlotto ge- nannt wurde. OÖrlandi und Zanetti machen ihn zu einem Schüler des Carravaggio, allein dieser starb schon 1600, während Loth erst 1632 geboren wurde. Einige halten den Pietro Liberi für Loth’s Lehrer, doch erkennt in seinen Werken die Einwirkung Carravaggio’s. Er glaubt, Loth habe aus den Gemälden jenes Meisters das Volle, Tüchtige, Breite und Wahre ohne Veredelung, und wenn er wirklich Liberi’s Schüler war, so trug er das Hei- tere und Ideale jener Schule nicht über; er erlangte, nach Lanzi, vielleicht nichts als fertige Pinselführung und eine gewisse Gross- heit, welche ihn doch von den Naturalisten unterschied. Indessen genoss Carlotto zu seiner Zeit grossen Ruhm, man zählte ihn un- ter die vier ersten Maler seiner Zeit; allein damals war die Ma- lerei bereits im Verfall, die Künstler suchten durch Handfertigkeit zu imponiren, die Sinne zu ergötzen, um Gehalt und höhere Be- deutung war es weniger zu tun.

Sein Colorit geht bei Loth oft ins Finstere und das Licht ist bei ihm nicht so concentrirt, wie bei Carravaggio. Indessen hat Loth auch seine Verdienste. Er zeichnete korrekt, colorirte nicht selten kräftig und wusste auch die Affekte oft gut auszudrücken, Carlotto blieb lange in Italien, und wurde er in Venedig begraben. Auf dem Grabsteine liest man: ‚J. C. Loth, suorum temporum Apelles etc. umbram mortis depingere coepit 1608.

Die Gemälde dieses Künstlers sind zahlreich, sowohl in Italien, wie in Deutschland. Kirchen und Gallerien Italiens besitzen solche, meist oblonge Geschichtsbilder nach Art Carravaggio’s und Guer- rino’s. Das Gemälde des toten Abels in der florentinischen Gal- lerie wird sehr gelobt, und als eines der besterhaltenen, welche Lanzi nennt, ist der trunkene Loth im Palast Trivulzi. Loth malte auch für Kaiser Leopold mehrere Bilder, und dieser Mo- narch war dem Künstler besonders gewogen. Auch in München sind mehrere Gemälde von ihm: fünf derselben in der k. Pinako- thek, darunter das Brustbild des Künstlers, andere in Kirchen. In der Stiftskirche zu St. Cajetan ist das grosse Altargemälde, wel- ches das Hinscheiden des Andreas Avellinus am Fusse des Altares vorstellt, sein Werk, und bei St. Peter das Bild der Marter des heil. Erasmus. In der Klosterkirche zu Benediktbeuern sind drei Altarbilder von ihm, andere in der Kirche zu Cremsmünster. In der Pfarrkirche zu Wasserburg ist das 22 Fuss hohe Altarbild der Himmelfahrt Mariä sein Werk, so wie jenes des heil. Bartolomäus von 1656, ein schönes Gemälde. Auch in der Kirche zu Ottobeuern sind zwei schöne Altarbilder von ihm. Für den Hof zu Stuttgart malte er ebenfalls einige Bilder. Auch seine Staffeleibilder sind zahlreich; solche bewahren die Gallerien in Dresden, Wien, Grätz etc.

Carlott bildete auch Schüler, Georg Seiler, Ambrogio Bono und Ulrich Glantschnig sind die bedeutendsten. Einige seiner Werke sind im Kupferstiche erfasst: Jupiter und Merkur bei Philemon und Baucis, in Schwarzkunst von J. Männl; Hiob und seine Freunde, Cimon und Pero, von J. E. Haid; heil. Familie, von P. A. Ki- lian; Abel von Adam beweint, von C. Mogalli; Philemon und Bau-

Apollo und Marsias, von Prenner etc. Sein Bildnis: in der florentinischen Gallerie hat G. Rossi gestochen.

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