LORENZO, Fiorenzo di, Maler aus Perugia , bekleidete bereits im Jahre 1472 die höchste magistratische Würde seiner Hauptstadt, und verpflichtete sich, wie Mariotti durch einen Contrakt darlegt, in demselben Jahre gegen den Unterprior des Klosters S. Maria nuova, der Kirche desselben ein Altarblatt mit der Himmelfahrt der Jungfrau und vielen Heiligen zu malen, welches aber schon zu Mariotti’s Zeiten nicht mehr vorhanden war. Fiorenzo musste sich also bereits innerhalb des vorangehenden Jahrzehendes ausge- bildet haben, da er als Dezemvir 1472 sicher schon zu reifen Jah- ren gelangt war; auch muss er ein hohes Alter erreicht haben, da er nach späteren Angaben des Mariotti noch im Jahre 1521 gelebt haben soll.
Das meist beglaubigte Bild des Fiorenzo befindet sich gegenwärtig in der Sakristei der Kirche S. Francesco zu Perugia. In dem Halbrunde des Gipfels dieses schönen Bildes bildete der Künstler in halben Figuren die Madonna mit dem Kinde in einer Glorie von Cherubköpfen mit zwei anbetenden Engeln. Am Gradino malte er vier anziehende Halbfigürchen. Die Malereien dieses Meisters, von welchen Vasari keine Kunde erlangt zu haben scheint, gehören zu den größten kunstgeschichtlichen Seltenheiten. Auch zu Perugia, wo er gelebt, findet sich von seiner Hand kein zweites bezeichnetes Bild. Vergl. Rumohr’s ital. Forsch. II, 321 ff.
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