Lorenzo, Ambruogio u. Pietro di, etc.
schrieben werden, und in S. Francesco im Kreuzgange eine Ma- donna.
Der Krieg von Asina Lunga, den Ambruogio im Palaste der Sigoria malte, war vor einigen Jahren noch zu sehen.
Von seinen Malereien zu Volterra und Massa, so wie zu Orvieto , deren Vasari erwähnt, ist nichts mehr vorhanden, und zu Florenz nur noch eine Tafel, welche er für eine Kapelle von S. Paolo ge- arbeitet hat, gegenwärtig an der Wand befestigt. Sie stellt die heil. Jungfrau dar, und trägt die Inschrift: Ambrosius Laurentii de Senis 1333. Seine Gemälde in der Kirche St. Margherita zu Siena sind nicht mehr vorhanden.
Der Pater della Valle beschreibt in seinen Briefen (1223 ff.) ein Gemälde Ambruogio’s, das 12 Palmen lang und 24 hoch ist und sich im Besitze des Abb. Ciaccheri befand. Es stellt Christus mit blauem Mantel bekleidet, auf einer leuchtenden Feuerkugel sitzend, vor. Die Kugel trägt 4 Engel, die mit Posaunen die Todten zum Gerichte erwecken. Die Anordnung dieses Gemäldes ist noch ganz nach griechischer Tradition.
Ambruogio war zu seiner Zeit als Künstler hoch geachtet und mit zahlreichen Aufträgen beschäftigt. In den noch vorhandenen
Büchern des Archives der Biccherna erscheint sein Name häufig, der seines Bruders Pietro aber eben so selten. Ticozzi will wissen, dass der Künstler geboren wurde, und das Todesjahr setzt er mit Vasari um , allein selbes ist erst um anzu- nehmen. S. Vasari, deutsche Ausg. von Schorn I. 252. Vergl. über die Lorenzetti Rumohr’s italienische Forschungen II. 99 ff.
Den Bruder Ambruogio’s, Pietro di Lorenzo, scheint Ghiberti ganz übersehen und seine Arbeiten mit denen des ersten ver- mengt zu haben. Das einzige beurkundete Werk Pietro’s, worin sich die größte Ähnlichkeit mit den Gemälden seines Bruders zeigt, befindet sich in einem Seitengange der Sacristei des Domes zu Siena (stanza de pilone). Das Bild hat die Aufschrift: Petrus Laurentii de Senis me pinxit A. D. 1342, und der Gegenstand scheint aus dem Leben des Täufers entnommen zu sein. In der Mitte erblickt man eine Wochenstube, in welcher eine Menge naiver, aus dem Familienleben jener Zeit aufgegriffener Züge zer- streut sind.
Ausser diesem werden in Siena dem Pietro noch zugeschrieben: eine Madonna, früher unter dem Bogen und dann im Oratorium S. Anna, gegenwärtig in S. Pietro a ovile befindlich; und eine
N ach 1342 in der Sacristei des Domes dieser Stadt.
Pietro malte auch in Florenz, wo sich sein Tabernakelgemälde, der linken Thüre von Santo Spirito gegenüber, zwar noch erhal- ten, aber sehr viel durch die Zeit gefärbt hat. Vasari rühmt daran vorzüglich die Feinheit und Zartheit der Küpfe. Eben dieser Schrift- steller schreibt ihm auch jenes grosse, durch C. Lasinio’s Stich bekannte Feld voll Einsiedler im Campo Santo zu Pisa zu, worin er Giotto erreichte. In der florentinischen Gallerie ist ein kleines Gemälde, welches della Valle für den ersten Entwurf zu diesem Gemälde hält, welches aber wahrscheinlich nur eine spätere Wie- derholung ist.
In Pistoja befand sich ehemals von Pietro’s Hand ein Tempera- Bild in S. Francesco, die Madonna von Engeln umgeben darstel- lend, es wird aber gegenwärtig mit einem kleineren Bilde, der Ma-
Vasari rühmt bei Erwähnung eines wahrscheinlich verschollenen Bildes des Pietro, vielleicht desselben, an welchem er selbst oder einer seiner Berichtgeber falsch: Petrus Laurati de Senis gelesen, im Vorübergehen die kleinen Figuren auf dessen Staffel, was in neuerer Zeit veranlasst hat, diesen wackern, anmuthigen und lieblich beendigenden Künstlern eine Menge hässlicher, kleiner Tafeln anderer Sieneser: des Lorenzo di Petro und Giovanni di Paolo beizulegen, zweier Maler, welche um die Mitte des 15. Jahrhunderts gearbeitet haben. Selbst in der öffentlichen Gallerie wird eine Altartafel mit dem Weltgerichte falsch dem Ambruogio beigemessen.
Pietro’s Fresken im Dome zu Arezzo, Begebenheiten aus dem Leben der Mutter Gottes vorstellend, sind nicht mehr vorhanden, dagegen befindet sich aber das Altarblatt mit der Madonna und vier Heiligen, welches er für die Kirche gemalt hatte, noch ge- genwärtig an einer Seitenwand derselben. Es ist in drei Stücke zertheilt, jedoch übrigens wohl erhalten.
Seine Gemälde in Rom gingen bei dem Baue von St. Peter zu Grunde, eben so ist auch das Bild des heil. Thomas in der Kirche Santa Fiora und Lucilla, dem Kloster der schwarzen Brüder zu Arezzo, nicht mehr vorhanden.
Im Auslande sind die Werke Pietro’s sehr selten: das k. Museum in Berlin bewahrt aber zwei Bilder, die diesem Meister zugeschrie- ben werden. Sehr anziehend findet Kugler (Beschreibung der Gal- lerie S. 17) das eine derselben, den heil. Dominikus vorstellend, wie er in seiner Zelle betet, mit schirmenden Engeln zur Seite, während ein Weib zögernd die Zelle verlässt. Das Poetische der Handlung ist hier mit einfachen Mitteln trefflich erreicht. Das andere Bild stellt die wunderbare Rettung einer Nonne dar.
Pietro’s Todesjahr kann nicht genau bestimmt werden. Im Jahre 1355 soll er nach Arezzo berufen worden sein, und wenige Jahre darauf zollte er wahrscheinlich dem Tode seine Schuld.
Ambruogio scheint älter als Peter gewesen zu sein. Bei der Vergleichung des Bildnisses des ersteren, das er 1334 von sich zu Florenz malte, mit dem späteren des Pietro, von Bolgarini, er- scheint Ambruogio viel älter. Das Bildnis des letztern sah man auf der Staffel seines Bildes zu St. Procolo zu Florenz, wo sich Bolgarini’s Bildnis des Pietro di Lorenzo befindet, ist nicht anzu- geben. Vgl. Vasari J. c. S. 253, deutsche Ausgabe.
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