Lorch hielt sich mehrere Jahre in der Türkei auf, und 1582 wurde er in Kopenhagen als Hofmaler Friedrich II. bedient. Das Todesjahr des Künstlers ist unbekannt; nach einem der unten folgenden Holzschnitte zu urteilen

Lorch hielt sich mehrere Jahre in der Türkei auf, und 1582 wurde er in Kopenhagen als Hofmaler Friedrich II. bedient. Das Todesjahr des Künstlers ist unbekannt; nach einem der unten folgenden Holzschnitte zu urteilen, scheint er noch gelebt zu haben.

Die Gemälde dieses Künstlers sind selten, in größerer Anzahl finden sich aber die Stich- und Schnittarbeiten, deren Bartsch P. r. IX. p. 501 f. mehrere beschreibt, nämlich 16 Stiche und drei Holzschnitte in einem Werke, in welchem mehrere andere vereinigt sind. Seine Blätter sind in der Behandlungsweise sehr verschieden, aber gut gezeichnet und sehr fleißig behandelt. Im Form-Schnitte bewies er große Kühnheit. In der Sammlung des H. Bettendorf zu Köln ist von diesem Künstler ein Gemälde der heiligen Familie, in der gewöhnlichen italienisch-ländischen Weise gezeichnet.

Bartsch zählt 16 von Lorch ’s Blättern auf, diejenigen des folgenden Verzeichnisses, bei welchen nicht angegeben ist, wer ihrer sonst erwähnt.

  1. St. Hieronymus mit dem Löwen in der Hölle, 1545. Gegenseitige Kopie nach Dürer No. 50. H. 3 Z. 9 L., Br. 3 Z. 5 L.

  2. Apollo auf dem Throne, vor ihm ein Mann auf den Knien, Kopie nach Aldegrever. H. 2 Z. 2 L., Br. 1 Z. 7 L.

  3. Ammon thut der Thamar Gewalt an, Kopie nach Aldegrever, 1548, von Brulliot erwähnt. H. 4 Z. 4 L., Br. 2 L. 10 L.

  4. Der Basilisk, Drache mit acht Füßen, 1548. H. 1 Z. 7 L., Br. 2 Z. 3 L.

  5. Die nackte Frau auf dem Bette schlafend, 1551. Geistreich und leicht geätzt. H. 9 L., Br. 2 Z. 5 L.

  6. Der Maulwurf in einer Landschaft nach links: Ut citæ vescenti etc., 1548. H. 2 Z. 3 L. ohne Rand, Br. 3 Z. 11 L.

  7. Der Maulwurf in einer Einfassung: Grues lapidem deglutientes. Links; I. C. H. 1540.

  8. Der Bauer mit dem Dudelsack, im Grunde ein Schloss in Flammen, 1547. H. 3 Z. 3 L., Br. 2 Z. 2 L.

  9. Ein gekreuzigter Mann am Baumstamm, 1550. Dieses Blatt, eines der schönsten des Meisters, ist nach einer Studie aus Michel Angelos jüngstem Gerichte copirt. Heinecke will es dem M. Lucchese beilegen, allein, die grobe und trockene Behandlungsweise jenes Meisters stimmt nicht zu dieser Behauptung. H. 6 Z. 1 L., Br. 3 Z. 8 L. Bei Weigel 1 Thl. 12 gr.

  10. Eine satyrische Darstellung, mit der Figur des Papstes in der Hölle; links auf einer Tafel die Inschrift von 8 Zeilen, und unten steht: 1545, Mart. Lutherus. H. 8 Z. 6 L., Br. 7 Z. 3 L. Bei Brulliot; sehr selten.

  11. Das Bildnis von Auger de Busbec: Augerio a Busbeco sacraze R°€° Miis. consiliario etc., 1557. H. 4 Z. 7 L., Br. 3 Z. 3 L.

  12. Das Bildnis Alb. Dürer’s im Pelzrock nach rechts, in dessen 57. Jahre, Büste: Cui Sua Phoeboeae donarunt — gsex quoque natus erat. H. 4 Z. 11 L., Br. 3 Z. 7 L.

Die alten Abdrücke haben folgendes Gedicht:

H. He sich so du erkennen wilt, Dist ob abcontrauet Bild. etc.

Lorch, Melchior etc.

Prestel hat dieses Bildnis von der Gegenseite copirt, mit dem rechts stehenden Zeichen Lorch’s, wie im Original. H. 6 Z. 9 L., Br. 5 Z.

Eine andere gegenseitige Copie hat Lorch’s Zeichen nicht, und an dessen Stelle steht ein Monogramm A. L. 1579, mit der Schrift:

Cui sva Phoeboeae donarvnt munera etc. H. 6 Z. 11 L., Br. 3 Z. 7 L. Dieser Copien erwähnt Heller im Leben Dürer’s.

Bildnis des Michael Aicing: D. Michaeli ab Aicing antea duci Ferdinandi I. — familiari. Viennae, Austriae 21, Sep- temb. 1576. H. 7 Z. 3 L., Br. 5 Z. 2 L.

Bildnis des Dr. Martin Luther am Schreibtische: Exprimit haec forma etc. Melchior Lorck Flensburgen. faciebat An. D. 1518. Suae aetatis 24. H. 9 Z. 5 L., Br. 6 Z. 4 L.

Bei Weigel 2 Thl. 18 gr. ;

Der Sultan Soliman, Büste in Dreiviertelansicht nach rechts: Imago Suleymanni Turcorum imp. etc. An. MDLIX. Men. Feb. die XV. Verissime expressa. H. 15 Z., Br. 10 Z. 7 L.

Bei Weigel im ersten Druck mit der früheren Unterschrift und mit dem Monogramm 3 Thi.

Derselbe Sultan, Kniestück, im Grunde die Moschee, un- ter einer Pforte ein Elephant: Templum constit. a Sult. So- Jeim, etc. 1550. H. 16 Z., Br. 11 Z. 6 L.

Ismael, persischer Gesandter, Büste fast en face: Viva effi- gies illust. Ismaelis — a Melehiore Lorichs etc. H. 15 Z., Br. 10 Z. 8 L.

Es gibt von diesem Blatte drei erste Abdrücke, a) ohne die Worte Cum Privilegio; b) ohne Kreuzstriche im Grunde; c) ohne die acht Löcher, welche man im zweiten Drucke an zwei Seiten der Platte bemerkt,

Ismael, persischer Gesandter, Kniestück in einem Saale: Ef- figies Ismaelis Persarum Ducis a Melchiore Lorichs ad vivum expressa. Anno MDLIX. H. 14 Z. 6 L., Br. 10 Z. 8 L. In den zweiten Abdrücken fehlt oben rechts die Inschrift; nur das Monogramm steht da,

Francisco Zay de Chemer annos nato cireciter Loratori Rom. Reg. Mitis. apud Imp. Ture. Melchi. Lorck. F. Constantinop. Anno MDLVIIL Trefliches Bildnis, kraftvoll gestochen, wie B. Beham’s beste Bildnisse. H. 4 Z. 3 L., Br. 3 Z. 3 L. Dieses Blatt und das folgende erwähnt die Geschichte der k. Kupferstichsammlung zu Copenhagen von C. v. Ru- mohr und J. M. Thiele, Leipzig 1835 S. 23.

Friedrich II. von Dänemark, Brustbild in einem Ovale: Fri- dericus II. Daniae, Norvegiae Vand. Gothorumque Rex: Dux Slesvici — — XXXXX. Über dem Rande: Melchior Lo- richs ad vivum delineabat ao. 1580. Et in aere sculpebat 1582. Das Antlitz ist großartig behandelt, auch die Ciseli- rung am Harnisch mit theils symbolischen Thiergebilden ist sehr meisterlich. H. des Plattenrandes: 16 Z. 10 L., Br. 11 Z. 11 L. Dieses Blatt ist selten.

Es gibt von diesem Blatte eine verkleinerte Copie, welche Sanvig u. a. für eine Wiederholung des Künstlers selbst er- klären; allein sie ward für Resens Frederich den Andens Krönike, Kjöbenhavn 1680 verfertiget, mit gleicher Bezeichnung. H. 12 Z. 3 L., Br. 10 Z. 3 L.

  1. Das Bildnis des Hubert Golzius, H. 10 Z. 10 L., Br. 7 %. 6 L. Nicht bei Bartsch. 4

  2. Jenes des Anton Verancio, kaiserlichen Gesandten in Con- stantinopel. Nicht im Peintre Graveur.

  3. Das Bildnis des Heinrich Sudermann, Syndicus von Cöln,

Nicht bei Bartsch.

  1. Hinricus Ranzovi. Mehr als Halbfigur im Harnisch unter

einem Portale mit zehn Wappenschildern. Anno Domini

1574, rechts das Zeichen und anno aetat. 40. H. 10 Z.,

Br. 7 Z. 3 L. Nicht im Peintre Graveur; im Derschau’schen

Catalog.

Goldschmieds-Verzierung, verschiedene Blätter an durch-

schlängelnden Stengeln. H. 1 Z. 7 L., Br. 2 Z. 2 L.

Holzschnitte.

Die ersten drei der folgenden Holzschnitte zeigt Bartsch

an.

  1. Die Sündfluth, figurenreiche Composition von 2 Platten, ein Meisterstück der Formschneidekunst. H. 11 Z. 9 L., Br. 18 Z. 5 L. Bartsch beschreibt den Abdruck nicht, mit der Ueberschrift: Di Histori von der Sindflut steet goeschriben ım I. Buch Mose ete.

  2. Die Natur unter einer nackten weiblichen Gestalt, von Thie- ren umgeben, 1505. H. 12 Z., Br. 8 Z. 3 L.

  3. Eine Dame in orientalischer Kleidung, mit dem Sacktuche in der Linken, 1551. H. 8 Z. 6 L., Br. 6 L.

  4. Büste eines Orientalen, 1581. Nicht bei Bartsch.

  5. Herkules erwürget den Löwen. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 8 L. Nicht bei Bartsch.

  6. Sibilla Tiburtina, auch Albina genannt, lert 20 wort Natür- licher Weisheit. Mit Text rechts des Blattes, und im Rande: Hans Glaser zu Nürnberg. Im Grunde Gebäude. Prächtiges Blatt von 1571, fol.

  7. Der Tod und eine nackte weibliche Figur, mit Lorch’s Mo- nogramm und einem zweiten, bestehend aus A. M. 1500.

— Dieses Blatt fehlt bei Bartsch; bei Weigel 16 gr.

  1. Das Bildnis des sächsischen Edelmanns Wilhelm von Grum- bach, 1567. Nicht bei Bartsch.

  2. Ein stehendes Frauenzimmer mit Blumen in den Händen. Nicht bei Bartsch.

  3. Der alte Mann an den Baum gebunden und von zwei Pfei- len durchbohrt; zur Linken ein Befehlshaber zu Pferde, wie er zu drei stehenden Kriegern spricht, 1551. In zwei Platten. H. 12 Z., Br. 18 Z. 4 L. Nicht bei Bartsch.

  4. Ein bepacktes Kamel, mit dem Zeichen und 1552, fol. Dasselbe Blatt hat auch die Jahrzahl 1576.

  5. Contrafactur der Ceremonien, so die Moskowitter bei ihrem

Gottesdienst gebrauchen, wie solches auf dem jetzigen Reichs- tag zu Regensburg ist geschenkt worden. Im Jahr 1570. Nach der Angabe des Derschau’schen Cataloges anscheinlich von oder nach M. Lorch geschnitten. H. 10 Z., Br. 13 Z. Selten.

  1. Eine Sammlung von 60 Holzschnitten, Costume- und Ge- bräuche der Türken vorstellend, unter dem Titel: Des Welt- berühmten kunstreichen und wolerfarnen Herrn Melchior Lo- richs flensburgensis wolgerissene Figuren zu ross und fuss samt schönen türkischen Gebäuden und allerhand was in der

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