Lucas verlor früh seinen Vater und ersten Führer auf der so hoffnungsreich begonnenen Bahn, und kam gleich darauf zu Cornelis Engelbrecht in die Lehre, bei welchem er in unglaublich kurzer Zeit die grössten Fortschritte im Zeichnen und Malen machte. Im Kupferstechen hatte ihm ein Künstler, Namens Harnassen, noch besondern Unterricht ertheilt, und dieser lehrte ihn zugleich den Gebrauch des Scheidewassers. Auch sagt man, dass ein geschickter Goldschmied ihm bei seiner Bildung für die Kunst viel geholfen habe. Im Jahre 1510, da Lukas van Leyden 16 Jahre zählte, erschien abermals von ihm ein allgemein bewundertes Blatt, ein Ecce Homo, und so folgte in schneller Folge eines seiner Kunstwerke dem andern. Die Anbetung der Könige, die er 1513 ausführte, ist kräftiger in der Behandlung, als die Bekehrung Paul’s, allein bei weitem nicht so trefflich in der Auffassung der Charaktere, als dieses sein früheres Werk. Es zeigt sich in den männlichen Köpfen dieses Blattes eine Ahnung von Charaktergrösse und Kraft, die wir in seinen späteren Werken nicht wieder finden. Seine grösste Composition ist der Calvarienberg , welcher wegen des Reichtums an Figuren, deren achtzig gezählt werden können, für sein Meisterstück gehalten wird. In den höchst seltenen ersten Abdrücken ist in der Jahreszahl 1517 die 5 verkehrt geschrieben. Die Ausführung dieses Blattes hat zwar weder die Zartheit und Leichtigkeit seiner früheren Arbeiten, noch die Kraft späterer, aber eine Genauigkeit und Reinheit des Stiches und eine Einfachheit der Striche, wodurch es den vollkommensten Beifall verdient.
Über die Verdienste dieses Künstlers als Kupferstecher verbreitet sich von Quandt im Entwurfe zu einer Geschichte der Kupferstecherkunst ausführlich, und das Obige ist grösstentheils daraus gezogen. Doch schon Vasari räumte dem Künstler hohe Vorzüge ein. Vasari, und andere nach ihm, sagen, dass er der erste gewesen, welcher in seinen Stichen die Luftperspektive angewendet gemacht habe, und dass kaum die Mälerei selbst mittelst ihrer Farben die Luftperspektive besser geltend machen könne. Der Ruhm des Lucas van Leyden war für lange Zeit so gross, dass er von vielen als Maler dem Dürer gleich, als Stecher aber über ihn gestellt wurde. Heut zu Tage aber, sagt Longhi in seinem Werke: „Die Kupferstecherei etc.“, übersetzt von C. Barth I. 76, ist es allgemeine Meinung, dass er im Vergleich mit seinem Zeitgenossen van der Werve und Marc-Anton, beiden an Richtigkeit der Zeichnung nachstehe, möge er auch den ersten an Freiheit der Hand, den zweiten an Stechergeschicklichkeit zu übertreffen scheinen. C. Barth, in der Anmerkung S. 331 20, geht noch weiter ein, und er bemerkt, der Behauptung Vasari’s entgegen, dass jeder Künstler ist, und weiss, dass die Luftperspektive sowohl in Zeichnung als im Stich, mehr durch ehöriges Vermindern der Kraft der Schatten in den entfernten Theilen, als durch Dämpfen der Lichter hervorgebracht wird, — auch leicht erkenne, dass durch Lucas Steckweise diese Art von Luftperspektive nicht vollkommen be-
Leyden, Lukas Huygens v.
obachtet seyn konnte, da er, wie die anderen Kupferstecher
derer Zeit, immer den weissen Grund des Papiers an manchen
gefärbten Theilen stehen liess. Barth sagt, vollkommen
obachtet, weil Lucas, wenn er dabei auch die Abschwächung
des Lichtes nicht hinzuzubringen, doch die Verstärkung der
Töne verstand, was wenigstens eine Abwechslung des Tones
die näheren und entfernteren Gegenstände verbreitete. Allein
furchtsamen und wenig merklichen Andeutungen der Luftperspektive
waren noch weit davon entfernt, Grund zur Versicherung
eben, dass die Malerei wenig mehr zu thun vermöge,
doch mit Hülfe des Colorites ein Mittel mehr hat, um die
zwischen den Gegenständen befindliche Luft durch Abnahme der
Lebhaftigkeit der Farben anzudeuten. Es ist nicht sowohl die erste
Epoche, bei der wir diese Verfeinerung der Stechkunst suchen müssen,
als die zweite, erst in der dritten erreichte man den höchsten
Punkt der Luftperspektive, wie die Malerei selbst, indem
wie diese, nicht allein die Lichter und die Schatten, und die
grössere oder geringere Deutlichkeit der Umrisse, bei mehr oder weniger
entfernten Gegenständen, sondern auch die Lebhaftigkeit der
Töne selbst durch einfachen Gang und angemessene Unterbrechung
durch die dritte Linie der Behandlung aufopferte.
Lucas von Leyden ist indessen ein noch in unseren Tagen
rühmter Stecher, und nicht weniger als Maler zu erheben.
wusste den Pinsel mit nicht minderm Gelingen zu führen, als
Reissfeder und das Radireisen. Seine Gemälde waren
seiner Vaterstadt und die Bewunderung aller Kunstverehrer.
Er ist für Holland das, was sein Freund, Albrecht Dürer,
Deutschland war. Ihre Manieren gleichen sich sehr stark,
Dürer richtiger zeichnete; dafür übertraf ihn aber Lucas
in Haltung und Uebereinstimmung. Er war der erste, welcher
den Gegenständen nach dem Maasse der Entfernung der Gegenstände schalt.
eine wichtige Periode in der Geschichte der Kunst. In seinen
Positionen ist Alles mit Überlegung und nach perspektivischen
Richtungen angeordnet. Seine Farbenmischung ist gefällig,
die äusseren Täfelchen zu scharf von dem Grunde abgeschnitten,
wie er auch von den Muskeln und ihren Bewegungen nur
che Kenntnisse gehabt zu haben scheint. Der Wurf seiner Gestalten
ist gewöhnlich zu eckig, und das Costüm nicht immer
Es gingen in ununterbrochener Reihe mehrere treffliche Arbeiten
Oel und in Wasserfarben aus der Werkstatt des fleissigen Meisters
hervor. Auch auf Glas malte er mit hohem Gelingen; unlängst
derem wie die Töchter Israel’s dem König David tanzend
ziehen. Doch weder in seinen Gemälden, noch in seinen
Arbeiten beschränkte er sich einzig auf geistliche Darstellungen,
er wählte oft und gerne auch andere, mitunter sogar auch
christliche Gegenstände, wie zum Beispiel zu dem kleinen,
vati gepriesenen Blatt, auf welchem ein Bauer von einem
salber den Zahn ausreissen lässt, während eine Frau, von
bemerkt, ihm die Tasche leert.
beit abhalten oder zerstören. Dazu kam eine innere Unruhe und ein Hang zur Schwermuth, der ihm die Heiterkeit des Lebens ranbte. Dieses drückt sich selbst in den Zügen seines Bildes aus. Es zeigt ihn sehr jugendlich, ohne Bart, von etwas schwächlichem Ansehen, doch mit hellen klaren Künstleraugen. Er trägt ein mit Federn geschmücktes Barett auf dem Kopfe und einen Todtenschä- del an der Brust, auf den er hindeutet. Ob dies wirklich Ley- den’s Portrait sei, wird von Einigen, doch ohne hinreichenden Grund, bezweifelt. Äußere Umstände zwangen ihn nicht zur Melancholie. Er lebte in glücklicher Ehe, und dann war er nicht allein durch seine Heirath, sondern auch durch seine Kunst ein wohlhabender Mann. Seine Staffeleigemälde wurden von reichen Kunstfreunden wohl bezahlt, und seine sehr gesuchten Holzschnitte und Kupferstiche standen schon zu seinen Lebzeiten in, nach da- maliger Art, ungewöhnlich hohem Preise. Um ganz fehlerfreie Ab- drücke der letztern war er so besorgt, dass er jedes Blatt, das nur den geringsten Mackel trug, verbrannte, damit die Welt nur Vollkommnes von seiner Hand erhalten möge. Daher kommt die jetzige grosse Seltenheit einiger Blätter. Sein Eulenspiegel, ein Kupferstich auf einem Quartblatte, den Albrecht Dürer um einen halben Stüber kaufte, wurde schon zu Sandrart’s Zeiten, in der Mitte des 17. Jahrhunderts, für vierhundert Gulden verkauft, und ist jetzt vielleicht im Original um keinen Preis mehr zu haben. Der schwedische Gesandte Spiring kaufte ihn damals um 400 fl., und die große Hagar bezahlte er mit 500 fl.
Um dem Meister Lucas einmal eine Erholung von der ange- strengten Arbeit und Abwechslung zu gewähren, kamen seine be- sorgten Freunde auf den Einfall, ihm eine Reise durch die Nie- derlande vorzuschlagen, und er entschloss sich auch, eine Reise nach Seeland, Flandern und Brabant zu unternehmen. Er liess dazu eine prächtige Gondel ausrüsten, nahm zu seinem Gesell- schafts-Cavalier den lustigen Maler Mabuse an, kleidete diesen ganz in Goldstoff, und trug selbst ein Gewand von der kostbar- sten, schimmernsten gelben Seide, welches noch das Gold ver- dunkelte. Wohin er nur kam, gab er den einheimischen Malern in ihrem Gildehause ein Gastmahl, und jedes dieser Feste durfte ein für allemal 60 Gulden kosten, eine damals bedeutende Summe, besonders wenn man sich Albrecht Dürer’s Bemerkung über ein ihm von Meister Bernhard von Orlay gegebenes Fest erinnert. Dürer beschreibt es als sehr verschwenderisch, und meint, das Mahl könne wohl an 10 Gulden gekostet haben. Nach der früher gewöhnlichen Angabe des Karl van Mander und Sandrart’s, dem mehrere folgen, trat Lucas van Leyden seine Reise 1527 an. Da wir aus Albrecht Dürer’s Tagebuch wissen, dass er mit Lukas in Antwerpen zusam- mentraf, so muss er die Reise im J. 1521, als er 27 Jahre alt war, gemacht haben, nicht sechs Jahre später. Auch findet sich in Al- brecht Dürer’s Tagebuch von einem Besuche desselben in des Mei- sters Lukas Hause in Leyden selbst keine Spur, es geht vielmehr aus allem hervor, dass A. Dürer jene Stadt nie gesehen hat, und dass er Lukas v. Leyden nur in Antwerpen zum ersten- und auch wohl letztenmal erblickte. Über Lukas schreibt Dürer folgendes:
„Mich hat zu Gast geladen Meister Lucas, der in Kupfer sticht, ist ein klein Männlein und bürtig aus Leyden,“
Leyden, Lukas Huygens v.
gedachte er ihrer nach seiner Heimkehr doch nur mit Reue und
Schmerz. Er fühlte sich, wie er wieder zu Hause war, von einem langsam schleichenden Übel ergriffen, welches ihn allmählig dem Untergange zuführte. Seine Eitelkeit und Hypochondrie war auf das Äußerste gestiegen; er bildete sich ein, die Maler hätten ihn aus Eifersucht vergiftet, legte sich zu Bette, und wollte es nicht wieder verlassen. Er lebte und kränkelte fort während einer zier- lichen Reihe von Jahren; dabei zerstörte er durch verdoppelte Fleiß alle ihm übrig gebliebene Kraft, statt durch Ruhe für seine läs- sige Erhaltung zu sorgen. Die letzten sechs Jahre seines Lebens musste er wegen seiner außerordentlichen Schwäche größtenteils im Bette liegend zubringen, doch selbst dies hinderte ihn nicht, jeden leidlichen Moment seiner Arbeiten zu widmen. Er hätte sich zu diesem Zweck nach eigener Erfindung Werkzeuge und be- sondere Vorrichtungen verfertigen lassen, die es ihm möglich mach- ten, selbst in dieser Stellung zu zeichnen, in Holz zu schnitzen oder in Kupfer zu stechen. Auch malte er in dieser Zeit noch sein letztes Gemälde in Öl, ein Werk, welches als eines seiner vorzüglichsten in dieser Art gepriesen wird. Dieses Gemälde war mit zwei, dasselbe verschließenden Flügelthüren versehen, im Jahrzahl 1531 bezeichnet, und es stellte den Heiland dar, der einem Blinden das Gesicht wieder verleiht. Die Blindheit des von seinem Knaben geführten Armen, das Mitleid und die himm- lische Güte im Angesicht des Erlösers werden als höchst treff- lich gepriesen. So auch die Mannigfaltigkeit und der Ausdruck in den Köpfen der Umstehenden, die Gewänder, die Bäume und Ge- büsche in der den Hintergrund bildenden Landschaft. Dieses Ge- mälde kaufte späterhin ein Kunstliebhaber in Harlem um einen bedeutenden Preis. Die allerletzte Arbeit, mit der er sich bis kurz vor seinem Ende beschäftigt hatte, war ein Holzschnitt, welcher die Göttin der Weisheit darstellt. Diesen behielt er immer bei sich, und sein brechendes Auge betrachtete ihn noch mit Wohl- gefallen, als die schwache Hand ihm jede weitere Anstrengung versagte.
Seine Tochter heiratete einen Herrn Damessen und gebar ihm einen Sohn neun Tage vor Lukas Tod. Als man das Kind nach emp- fundenem Taufe dem Großvater an sein Bett brachte, fragte er, welchen Taufnamen die Eltern gewählt hätten, und als man ihm sagte, es sei auch Lukas genannt worden, wodurch man ihn zu erfreuen glaubte, gerieth er sehr in Zorn, da er glaubte, nur darum habe man den Knaben Lukas genannt, um einen jungen Lukas zu wissen, weil ihnen der alte zur Last sei.
Als der Kranke fühlte, dass sein letztes Stündlein herankam, wünschte er noch einmal den freien Himmel zu schauen. Er lie- ß sich aus seinem Bette in den Garten tragen, betrachtete still und ernst die Pracht der Natur, kehrte in sein Zimmer zurück, und starb den folgenden Tag 1533.
Es finden sich noch viele Gemälde, welche diesem Künstler geschrieben werden.
Im Escorial werden 10 Gemälde von Luca de Holanda, wie Spanier den Lukas van Leyden nennen, aufbewahrt. 1) Eine Familie; 2) ein Priester, der Messe liest; 3) eine Ruhe auf Flucht; 4) derselbe Gegenstand mit sehr wenig Unterschied; 5) Versuchung des heil. Antonius, sehr unkenntlich; 6) die Jungfrau mit dem Kinde sitzend; 7) die Jungfrau mit dem Kinde, dem die Brust reicht, eines der aus_gezeichneten Kunstwerke. spanischen Patres glaubten, es sei gar nicht möglich, dass zu je
Zeit „los barbaros Alemanes una cara tan divina y tan humilde“, d. h. die barbarischen Deutschen ein so göttliches und demütiges Gesicht gemalt hätten. 8) Die Anbetung der Magier, so viele Figuren. Die zwei Flügelthüren stellen rechts die Anfrage der Könige bei Herodes und links die Königin von Saba vor Salomon knieend dar. Auf einem Baldachin steht mit gotischen Buchstaben: ist Almosen. 9) St. Anton von Padua vertheidigt die Gegenwart Jesu Christi im heil. Sakrament; 10) eine Anbetung der Magier mit sehr kleinen Figuren in einem reichen Tabernakel im gotischen Stil.
In der Gallerie zu Wien sind 2 seiner wichtigsten Werke: ein Ecce homo und das Bildnis Kaiser Maximilians in hohem Alter, mit grauen Haaren.
In der Gallerie zu Berlin befindet sich von ihm ein heil. Hieronymus, der die Brust mit einem Steine schlägt, mit der Jahrzahl 1523, und das eigene Portrait des Künstlers, welches sehr gepriesen wird;
Im Florentinischen Museum sieht man das angeblich vom Künstler eigenhändig gemalte Bildnis desselben. Dieses ist von G. B. Cecchi gestochen;
Im Saale des Bürgermeisters auf dem Rathhause zu Leyden ist ein große jüngste Gericht von Meister Lukas, ein in Composition und Zeichnung höchst interessantes, aber leider bedeutend übermaltes Bild. Gest. v. P. de Mare, 3 Bl. im Umriss, und sehr selten.
Über die Bilder der Lyversberg’schen Sammlung s. den Artikel Christa in diesem Lexicon.
Im k. Museum zu Paris ist von Lucas de Leyde: 1) eine Kreuzabnahme mit neun Figuren; 2) eine heil. Familie; 3) der englische Muss,
Auch in England sind Bilder von diesem Künstler, deren Dr. Waagen und Passavant erwähnen. Im Devonshire-House ist das Bild eines Arztes, der dem Landmanne den Zahn auszieht; ganz wie der bekannte Stich und in derselben Größe, nach Waagen eines der wenigen ächten Bilder des Meisters. Graf Pembroke besitzt ein Gemälde mit Männern und Frauen am Spieltische, nach Waagen ebenfalls ein ächtes Bild des Meisters, doch etwas verfettet. In der Sammlung zu Corsham House ist eine Anbetung der Hirten dem Dürer zugeschrieben, Waagen erkennt aber hierin ein etwas armes Bild des Lukas. In der Liverpool Institution ist das Portrait eines Jungen Ritters, im Grunde der heil. Hubertus und der Hirsch mit dem Crucifix; trefflich, wie die feinste Miniatur ausgemalt, 3 F. 1 Z. hoch, 2 F. 6 Z. breit. Dieses Bild hält Waagen für den Flügel eines größeren Altarbildes, und für eines der vollendetsten Werke des Meisters. Früher hatte es der Greffier Fagel,
Unter den Gemälden des H. Aders fand Passavant ein Bild der Maria mit dem Kinde als Werk dieses Künstlers bezeichnet, doch stimmt es nicht mit den Stichen überein. In Longford Castle hat eine Madonna mit dem Kinde auf dem Throne etwas von L. v. Leyden. In der Sammlung Carl I. waren drei Bilder aus der Legende des heil. Sebastian; St. Hieronymus mit dem Todtenkopf; Joseph vor den Richter geführt; ein Schachspieler; ein Sterbender mit einer stehenden und knienden Figur, vielleicht den Segen Joseph’s vorstellend. Die Besitzer dieser Bilder scheinen nicht bekannt zu sein.
In der k. Pinakothek zu München sind von ihm: 1) die heil. Jungfrau, in einem Zimmer sitzend, reicht dem Jesuskinde die Brust; 2) die heil. Christina und St. Jacobus minor; 3) St. Agnes
und Cäcilia mit St. Bartolomäus; 4) St. Johannes Evang. u. Mar- aretha; 5) Maria in einer offenen Halle mit dem Jesusk inde auf dem Schoosse, zur Seite Magdalena und vor ihr ein bittender Mann, + welcher für den Maler gehalten wird; 6) die Beschnei- dung Christi.
In der Dresdner Galerie ist die Versuchung des heil. Antonius, eines der kostspieligen Bilder der Sammlung, und dann ist außer eine Anbetung der Weisen sein Werk,
Bartsch P. gr. VII. 339 ff. beschreibt 174 Blätter von diesen Künstler, und drei andere fügen wir unter den zweifelhaften Blät- tern No. 170, 177, 178 bei. Am Schlusse sind auch Holzschnitte beigefügt, die Bartsch nicht kannte.
- — 6) Die Geschichte der Schöpfung und der Fall der ersten Menschen, Folge von sechs Blättern, ohne und mit Petris Adresse. H. 6 Z., Br. 4 Z. 5 L.
a) Die Erschaffung der Eva, 1510.
b) Gott verbietet den ersten Menschen, von der Frucht des verbotenen Baumes zu essen, 1520.
c) Eva von der Schlange verführt, 1520
d) Die Vertreibung aus dem Paradiese, 1520.
e) Abel’s Tod; 1529.
f) Die ersten Eltern beweinen ihren Sohn Abel, 1520
Der Fall der ersten Eltern, unter dem Baume sitzend, der Dämon erscheint in der Gestalt eines kleinen chimärischen Ei- phänteanit einem Menschenkopf, 1508. H. 4 Z. 4 L. Br. 5 Z. 3 L. 7
Der Fall der ersten Menschen; Eva an einem Baum
ätzend. reicht dem Manne den Apfel, 1519. H. 4250 r. 22 Z. 7 L
Die ähnliche Darstellung. Eva sitzt am Fusse des Baumes und reicht mit der Linken dem links stehenden Ad*"'? Felsenstücke die Frucht dar, 1520. H. 4 Z. 4 L., Br.2% ır L. Es gibt eine gegenseitige Copie; nicht bei Bartisch erwähnt.
Ebenfalls der Fall der Ureltern; Eva links auf einem gro* Aste des Lebensbaumes sitzend. Sie reicht dem rechts Hügel sitzenden Adam die verbotene Frucht; ohne Jahrs- aber nach Bartsch wahrscheinlich um 1530 gefertiget.
Adam und Eva, aus dem Paradiese verdrängt, irren flucht- umber; der erstere mit einer Thierhaut bekleidet, trägt schließ- en Spaten, und Eva das Kind, 1510. H. 6 Z., Br. 5 L
Rain tödtet den Abel, letzterer zu Boden geworfen, sich gegen den Bruder, der ihn an der Kehle fasst, „“1ä diget; geätzt und mit dem Stichel vollendet, 1520 H. 4% Br. 3 Z.
Der Brudermord, Abel den Kain bei dm Haaren zu d‚rii;keud, wogegen sich der letztere mit der Rechte Die Copie eines mittelmässigen Anonymus hat die Jahr 1526; auch ist sie hleiner.
Lamech und Kain, ersterer mit dem Bogen, 1524.
Abraham vor den 3 Engeln auf den Knien, anscheinlich 1° ‚gestochen. H. 6 Z. 6 L., Br. 5 Z. 1 L.
Lot von den Tüchtern berauscht, wie er die eine D Linken tmfasst, die andere giesst Wein in die Vase, ‚j""°’; Dieses Blatt ist sehr vollendet, anscheinlich der Pendas!
Abraham entfernt die Hagar, ihr einen Krug reichend, und
Ismael trägt den Bündel. Dieses unter dem Namen der großen Hagar
bekannte Blatt ist aus der ersten Zeit des Künstlers, um 1508 entstanden,
und außerordentlich selten. H. 10 Z. 2 L., Br. 7 Z. 10 L.Dieselbe Darstellung. Abraham bedeutet der Weinenden
mit der Linken die Entfernung, sie hält einen Krug, und
Ismael bekam nur einen Apfel auf die Reise mit, 1510. H.
5 Z. 6 L., Br. 4 Z. 6 L. Bei Weigel 5 Thl.— 23) Die Geschichte des Joseph, Folge von 5 Blättern.
H. 6—8 L., Br. 6 Z.
a) Joseph erzählt die Träume, 1512.
b) Joseph und die Frau Putiphar’s, 1512.
c) Joseph von dieser angeklagt, 1512.
d) Derselbe im Gefängnisse.
e) Joseph deutet dem Pharao die Träume.
Es gibt davon gegenseitige Kopien: G, Valck exc. Ao, 1667.
Nicht von Bartsch erwähnt.
Die Tochter des Jephta; dieser zu Pferde von Soldaten ge-
folgt, und die Tochter rechts in der Ferne tanzend. Dieses
ist eines der ersten Blätter des Meisters, um 1508 entstan-
den. H. 10 Z., Br. 7 Z. 2 L.Dalila beraubt den Samson der Haare, im Grunde die Phi-
lister. Ebenfalls eines der ersten Blätter des Künstlers. H.
10 Z. 5 L., Br. 7 Z. 6 L. Bei Weigel 9 Thl. 12 gr.David mit dem Haupte des Goliath; anscheinlich um 1514
gefertiget. H. 3 Z. 4 L., Br. 3 Z. 1 L.David spielt vor Saul die Harfe. Dieses Blatt scheint
um 1508 entstanden zu sein. H. 9 Z. 4 L., Br. 6 Z. 9 L.
Bei Weigel vor der Adresse von Petri 6 Thl.David fleht zu Gott um Rettung vor der Pest, oben rechts
auf einer Wolke Gott Vater. Anscheinlich um 1508 entstan-David im Gebete, links oben ein Engel mit Pfeilen auf
Wolken, 1520. Geätzt. H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z. 10 L.Salomon betet kniend den Götzen an, auf welchen ein Weib
weiset, im Grunde andere Personen und der Tempel, 1514.Esther vor Ahasverus liegend, 1518. H. 10 Z. 1 L., Br. 8
Z. 3 L. Bei Weigel 9 Thl.Mardochäus im Triumph zu Pferde, 1515. H. 7 Z. 2 L., Br.
10 Z. 8 L. Bei Weigel ein Abdruck vor der Adresse; 7 Thl.Susanna von den Alten hinter den Bäumen belauscht; eines
seiner ersten Blätter um 1508. H. 7 Z. 4 L., Br. 5 Z. 5 L.Joachim umarmt die Anna, 1520. H. 4 Z., Br. 2 Z. 8 L.
Die Verkündigung des Engels an Maria. Anscheinlich um
1514 gefertiget. H. 3 Z. 3 L., Br. 4 Z.
Ein unbekannter Monogrammist hat dieses Blatt kopiert.
Die Heimsuchung der Elisabeth; um 1520 gefertiget. H. 4
Z., Br. 2 Z. 10 L.Die Anbetung der Könige; um 1513 gefertiget, und eines
der beträchtlichsten des ganzen Werkes. H. 11 Z. 1 L., Br.
16 Z. Bei Weigel 16 Thl.
Leyden, Lukas Huygens v.
Die Ruhe auf der Flucht nach Ägypten; Maria, wie sitzend dem Kinde die Brust reicht. Dieses Blatt scheint um 1508 gefertigt zu sein. H. 5 Z. 10 L., Br. 5 Z. 2 L.
Die Ruhe auf der Heimkehr aus Ägypten; Maria sitzt rechts und Joseph mit dem Stocke neigt sich von der Linken herzu. Vor der heil. Jungfrau kniet der Jesusknabe auf dem Boden beschäftigt, im Grunde rechts grosse Bäume und am Fusse eines solchen erblickt man einen Mann, der einem Bilde betend. Dieses Blatt ist von äusserster Seltenheit und Geschmacke von No. 17 gehalten. H. 6 Z., Br. 7 Z.
Die Taufe Christi im Jordan, anscheinlich um 1510. H. 5 Z. 3 L., Br. 6 Z. 9 L. Bei Weyl 5.
Christus im Dämon versucht, 1518. H. 6 Z. 4 L., Br. 6 Z. 11 L.
Die Erweckung des Lazarus, eines der ersten Blätter des Meisters um 1508. H. 10 Z. 6 L., Br. 7 Z. 9 L. Bei Wangel 9 Thl. 12 gr.
— 56) Die Passion des Herrn Jesus Christus, 14 Blätter,
a) Das Abendmahl, 1521 b) Christus am Oelberge, 1521. c) Die Gefangennehmung, 1521. d) Christus vor Annas, 1524. e) Die Verspottung, 1521. f) Die Geisslung, 1521. g) Die Dornenkrönung, 1521. h) Christus dem Volke vorgestellt, 1521. i) Die Kreuzschleppung, 1521. k) Die Kreuzigung, 1521. l) Die Kreuzabnehmung, 1521. m) Das Begräbniss, 1521. n) Die Vorhölle, 1521. o) Die Auferstehung.
J. Müller hat diese Blätter in der gleichen Grösse gesschnitten und copirt. Sie haben die Jahrzahl 1521 und das Zeichen des Künstlers wie im Originale, nur das erste Blatt ist mit „J. Müller excud. C. Dankert excudit“ bezeichnet.
- — 65) Die Passion Jesu Christi, 0 Darstellungen in runder Form. Durchmesser 8 Z. 1 L.
a) Christus auf dem Oelberge betend. b) Die Gefangennehmung. c) Christus vor dem Hohenpriester. d) Christus in Verspottung. e) Die Geisslung. f) Die Dornenkrönung. g) Christus dem Volke vorgestellt. h) Die Kreuztragung. i) Christus am Kreuze.
Diese Blätter stach Lukas in seinem fünfzehnten Jahre, denn man liest in der Einfassung die Jahrzahl 1500. Diese Darstellungen sollten auf Glas gemalt werden, und dazu die Blätter als Vorbild dienen. Sie sind zu den seltensten Werken des Meisters zu zählen.
Christus auf dem Oelberge betend, Wiederholung der eben erwähnten Darstellung, geätzt, correcter und machtvoller gezeichnet, nach Bartsch um 1520 gefertigt. Durchmesser 8 Z. 1 L.
Die Kreuztragung, Wiederholung des Blattes der Folge No. 57 — 65, wie das obige geätzt, und nach Bartsch späteren Ursprunges, als jenes. Es ist in gleicher Grösse mit dem- selben, ohne wesentliche Veränderung; der Faltenwurf ist jedoch leichter, mehr im Geschmacke des Albrecht-Dürer. Das Schloss auf dem Gipfel des Berges hat im früheren Blatte einen, in der Repetition zwei Türme.
Die Dornenkrönung. Zwei Henker drücken die Krone mit Stöcken auf das Haupt, und ein anderer reicht dem Hei- lande das Schilfrohr. Dieses Blatt scheint um 1513 gefertigt zu sein. H. 4 Z., Br. 3 Z.
Die Dornenkrönung. Fünf Knechte mit Stöcken sind gegen- wärtig, und drei davon drücken die Krone auf das Haupt; der vierte reicht ihm kniend das Schilfrohr, der fünfte, eben- falls kniend, verspottet den Herrn. Im Hintergrunde sieht man auf der Tribune mehrere Zuschauer, 4510. H. 6 Z. 3 L., Br. 4 Z.
Christus dem Volke vorgestellt, mit der Dornenkrone und mit gebundenen Händen. Links innerhalb der Balustrade zeigt Pilatus dem Volke den Heiland. Dieses Blatt scheint um 1513 gefertigt zu sein. H. 4 Z. 3 L., Br. 3 Z. 1 L.
Christus dem Volke vorgestellt, reiche Composition von mehr als 100 Figuren; im Grunde Gebäude und einige Gebirge. Der Heiland erscheint auf einer grossen Plattform,
Dieses ist eines der beträchtlichsten Blätter des Meisters, das schon zu Lebzeiten des Künstlers teuer bezahlt wurde, und später stieg in Holland der Preis außerordentlich. In Bezug auf Perspektive ist dieses Blatt vielleicht vor allen zu nennen, und was die Mannigfaltigkeit der Charaktere an- langt, so ist es zu bewundern, wie ein Jüngling von 16 Jahren so viel zu leisten vermochte. H. 10 Z. 7 L., Br. 16 Z. 9 L.
Christus der Last des Kreuzes erliegend, den Kopf nach dem Weibe gerichtet, welches ihm das Schweisstuch reicht, 1515. H. 2 Z. 11 L., Br. 3 Z. 10 L.
Der Heiland nackt auf einem Steine sitzend, zu den Seiten zwei Soldaten, von denen der eine ihn anreizt, aus dem Kruge zu trinken. Dieses Blatt ist wohl um 1513 entstan- den. H. 4 Z. 1 L., Br. 3 Z. 1 L.
Der Calvarienberg, eine figurenreiche Composition, auf be- wunderungswürdige Weise geordnet. Der Heiland ist zwi- schen den Missetätern an das Kreuz geschlagen, und am Fuße des letzteren sieht man die heil. Frauen, einige Jün- ger und mehrere Juden. Johannes unterstützt die in Ohn- macht sinkende Mutter. Im Vorgrunde losen die Soldaten um die Kleider. Dieses ist eines der vollendetsten Werke des Künstlers. Besonders verständig sind die Fernen behan- delt. Die guten Abdrücke sind äußerst selten. H. 10 Z. 6 L., Br. 15 Z. 2 L.
Im ersten Druck ist die Jahrzahl 1517 verkehrt, im zwei- ten richtig gestellt.
Die heil. Jungfrau und Johannes am Fuße des Kreuzes, die erstere mit geneigtem Haupte und gekreuzten Armen, der andere sich die Thränen trocknend, 1516. H. 4 Z. 4 L., Br. 3 Z. 2 L.
Christus stehend im Grabe mit den Passionswerkzeugen um- geben, 1517. H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z. 8 L.
Christus erscheint der Magdalena als Gärtner, 1510. H.4 Z. 11 L., Br. 6 Z. 2 L. Bei Weigel vor Petri’s Adresse 4 Thl
Die Rückkehr des verschwenderischen Sohnes, der letztere zu den Füßen des ihn aufnehmenden Vaters. Im Grunde Gebäude und landschaftliche Fernsicht, Alles trefflich be- handelt, Dieses Blatt ist vermuthlich um 1510 entstanden. H. 6 Z. 8 L., Br. 9 Z. Bei Weigel vor der Adresse 8 T4
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde und St. Anna, 1516. H. 4 Z. 1 L., Br. 3 Z. 4 L.
Die heil. Jungfrau auf dem Halbmonde mit dem Kinde in einer Glorie, letzteres eine Frucht in der Rechten haltend. Um 1512 entstanden. H. 4 Z. 1 L., Br. 2 Z. 10 L.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in einer Nische; um 1513 gestochen. H. 4 Z. 5 L., Br. 2 Z. 9 L.
Die heil. Jungfrau auf dem Halbmonde mit dem Kinde in einer Glorie, Das Kind hält mit beiden Händen einen Apfel,
- H. 4 Z. 2 L., Br. 2 Z. 9 L.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde am Fuße eines Baumes, letzteres auf dem Schoß mit einer Birne, 1514. H. 3 Z. 2 L., Br. 4 Z. 1 L.
Die heil. Jungfrau mit dem Kinde in einer Landschaft, wie sie dem Knaben eine Blume reicht, 1523. H. 5 Z. 6 L., Br. 3 Z. 9 L.
Die heil. Familie; Maria am Fuße des Baumes und neben ihr das Kind, wie es die Arme nach einem Apfel ausstreckt. Hinter ihnen ist Joseph auf dem Boden, der Maria einen andern Apfel reichend. Im Grunde Landschaft mit Bergen geschlossen. Wahrscheinlich um 1508 entstanden. H. 4 Z. 3 L., Br. 5 Z. 5 L.
86 — 90) Christus und die Apostel stehend, Folge von 14 Blättern, um 1511 entstanden. H. 4 Z. 5 L., Br. 2 Z. 8 L. Man hat von dieser Folge eine gute gegenseitige Kopie, die leicht zu erkennen ist. Nur das Bild des Erlösers ist von der Originalseite genommen; man kennt aber das Original an den kleinen Punkten rechts an dem Rahmen des äfelchens mit dem Buchstaben L. Diese fehlen in der Kopie. Zur Bestimmung der Originalseite folgt hier die Reihenfolge der Apostel. a) Der Heiland mit der Weltkugel in der Linken, die Rechte erhoben. b) St. Peter mit Buch und Schlüssel in der Linken. c) St. Paul mit dem Buche am linken Arme, und das Schwert in der rechten Hand. d) St. Andreas mit dem Buche in der Rechten und dem Kreuz in der Linken. e) St. Johannes Evang. mit dem Kelche in der Rechten, zu welchem eine Schlange kommt. f) St. Jakobus major mit dem Pilgerstabe in der Rechten und den Hut in der andern. g) St. Thomas mit dem Buche in der Rechten, mit der Linken die Lanze haltend. h) St. Judas Thaddäus mit der Keule in der Rechten, die Linke in den Mantel gehüllt. i) St. Bartolomäus das N?euer in der Rechten, mit N?mitaa ohne Strahlen, die bei den andern nicht fehlen. j) St. Philipp den Mantel mit der Linken hebend, in der Rechten den Kreuzstock haltend.
Leyden, Lucas van
a) St. Jakobus minor nach Rechts schreitend, in der Rechten das Winkelmaß.
b) St. Simon mit dem Buche unter dem linken Arme.
c) St. Matthäus mit der Hellebarde in der Rechten.
d) St. Mathias mit der Rechten den Mantel hebend, in der Linken das Messer.
100–103) Die vier Evangelisten, Halbfiguren, Folge von vier Blättern. H. 4 Z. 1 L., Br. 2 Z. 9 L.
Die Blätter sind ebenfalls copirt, mit geringerer Vollkommenheit, aber für wenig Geübte doch trügerisch. Die Copien haben zwar im Rande die Namen der Evangelisten, aber dieser ist oft abgeschnitten, und dann muss man nach andern Kennzeichen sehen.
a) Das offene Buch des Matthäus zeigt im Originale vier Zeilen, in der Copie sind es deren fünf.
b) Im Blatte mit St. Marcus ist die Tafel mit der Jahrzahl 1518 und dem Buchstaben L. nicht mit Taillen bedeckt, wie im Original.
c) In jenem mit St. Lucas ist der Theil des Unterkleides unter dem Knie des Heiligen wenig beschattet, während im Original dieses im gleichen Tone mit dem Übrigen ist.
d) An der rechten Hand des Johannes drückte der Copist die Nägel nicht aus, während sie Lucas van Leyden sehr gut bezeichnete.
St. Lucas auf dem Rücken eines liegenden Ochsen sitzend und sein Evangelium schreibend. Das Tintenfass hängt am Baumaste. Vermutlich um 1508 gestochen. H. 4 Z. 4 L., Br. 3 Z. 3 L.
St. Peter und Paul mit dem Schweisstuche des Herrn, 1517. H. 2 Z. 10 L., Br. 4 Z. 4 L.
Diese beiden Apostel in einer Landschaft sitzend, 1527. H. 3 Z. 8 L., Br. 5 Z. 4 L.
Die Bekehrung des heil. Paulus; dieser geblendet, geht zwischen zwei Männern, von denen einer das Pferd am Zaume führt, verschiedene Kriegsleute folgen, 1500. Dieses ist eines der beträchtlichsten, aber seltensten Blätter des Meisters. H. 10 Z. 7 L., Br. 15 Z. 4 L.
Nachdem die Platte ganz abgenützt war, wurde sie retuschiert, oder vielmehr von einem Anonymus aufgestochen, grob und eintönig. Solche Abdrücke können als Copien gelten, die nur die Umrisse des Originals haben.
St. Christoph, der sich erhebt, um das Christkind zu empfangen, das man am Ufer eines Flusses sieht. Auf dem entgegengesetzten Ufer ist der Eremit mit der Laterne. H. 3 Z. 1 L., Br. 4 Z. 4 L.
St. Christoph mit dem Christkind durch das Wasser schreitend. H. 3 Z. 1 L., Br. 2 Z. 8 L.
Bartsch glaubt, Lucas habe dieses Blatt vielleicht in Konkurrenz mit Dürer gestochen, nämlich 1521, dessen Christoph damals erschien. Das Blatt unsers Künstlers ist eines der besten seines Werkes. Ein unbekannter Monogrammist hat es copirt.
St. Johannes in der Wüste mit dem Lamme, 1513. H. 3 Z. 2 L., Br. 5 Z. 8 L.
Die Enthauptung des heil. Johannes, 1513. H. 4 Z. 5 L., Br. 4 Z. 7 L. Es gibt eine Copie mit einem unbekannten Monogramm.
Leyden, Lukas Huygens v.
Der heil. Hieronymus am Fusse eines Baumes sitzend, in
beiden Händen ein Buch, 1513. H. 3 Z. 2 L., Br. 4 Z. 2 L.Der heil. Hieronymus, nackt, teilweise mit dem Mantel
bedeckt, auf den Knien vor einem am Baumaste befestigten
Kreuze, in der Rechten hält er einen Kieselstein, und vor
ihm liegt der Löwe, H. 5 Z. 8 L., Br. 4 Z. 11 L.Derselbe Heilige, auf der Erde sitzend, deutet mit der linken
Hand auf einen Steinkopf, während er mit der andern Hand
vor ihm liegende Buch hält. Rechts bei seinem Fusse
der Löwe, 1521. H. 3 Z. 9 L., Br. 5 Z. 5 L.St. Sebastian an den Baum gebunden und von Pfeilen
durchschossen. Anscheinlich um 1510 gefertigt. H. 3 Z.
11 L., Br. 2 Z. 8 L.St. Anton der Eremit, im Grunde rechts das Schwein. Nach
Bartsch um 1521 gestochen. H. 4 Z. 2 L., Br. 2 Z. 10 L.Die Versuche des heil. Anton, ein schönes Blatt, 1509.
H. 6 Z. 9 L., Br. 5 Z. 5 L.St. Dominicus mit Stock und geschlossenem Buch, bei
ihm der Hund mit einer Fackel, 1514. H. 4 Z., Br. 2 Z.
8 L.St. Gerhard Sagredius, Bischof und Martyrer mit dem
Pfeilen durchstochenen Herz. Anscheinlich um 1517.
H. 4 Z. 3 L., Br. 3 Z. 1 L.St. Franz von Assisi, wie er die Wundmale empfängt,
H. 3 Z. 11 L., Br. 3 Z. 1 L.St. Georg mit der von ihm geretteten Prinzessin, im Grunde
ein Reiter mit dem Pferde des Heiligen. Um 1508
gezeichnet. H. 6 Z., Br. 4 Z. 6 L.Der Tanz der Magdalena (La danse de la Madeleine,
ballo della Maddalena), nach Bartsch: Magdalena sich
Freuden der Welt hingebend; auch unter dem Namen:
Orsola e S. Gereon, oder S. Elena bekannt. In einer
Landschaft sieht man Magdalena an der Hand eines
Mannes, wie sie nach dem Tone einer Flöte und eines
Trompetenspiels tanzt. Im Grunde jagt sie Hirsche; mehrere
andere Gruppen von Männern und Frauen füllen den
vorderen Raum. Im Mittelgrunde ist Magdalena an der Spitze
einer Truppe zu Fuss und zu Pferd, 1510. Dieses ist eines
besten Blätter des Meisters, aber in guten Abdrücken
sehr selten. Schon zu Lebzeiten des Künstlers kaufte man
um einen Goldgulden, und in der Folge bezahlten die
Kupferstichliebhaber dieses Blatt oft zu übermäßigen Preisen.
H. 10 Z. 8 L., Br. 14 Z. 7 L. — Bei Weigel 16 Thlr.St. Magdalena in der Wüste an einem Baumstamm,
teilweise bedeckt. Sie faltet die Hände, und oben in
Wolken erscheint Gott Vater. Dieses Blatt ist äußerst
selten, wahrscheinlich um 1508 gefertigt. H. 4 Z. 2 L.,
Br. 3 Z. 2 L. Bei Weigel 6 Thlr.St. Magdalena auf Wolken in langem Kleide mit der Taube,
- H. 4 Z. 6 L., Br. 2 Z. 9 L.
Einige glaubten, der Künstler habe hier die Pandora
gestellt. Es gibt einen Stich von dieser Composition, der
„V. M.“ bezeichnet ist, und daher glaubten Einige, Luca
Leyden habe dieses Blatt nach Israel von Mecken
gestochen; gleich dieses Blatt nichts mit jenem Meister
gemein hat. Barbican
Leyden, Lukas Huygens v. 149
erklärt daher jenes Blatt als sklavische Copie eines Anonymus 1, V. M., nach dem Stiche des Leyden.,
St. Catharina mit Buch und Schwert; geätzt und mit dem Stichel übergangen, 1520. H. 4 Z. 2 L., Br. 2 Z. 30 L.
Der Mönch Sergius von Muhamed getödtet, 1508. Dieses ist das erst datirte Blatt, H. 10 Z. 10 L., Br. 8 Z. 1 L. Bei Weigel 12 Thlr.
— 133) Die sieben Tugenden, Folge von 7 Blättern. H. 6 Z., Br. 4 Z.
Es sind diese nackte Frauengestalten, sitzend und von einem Engel bekränzt. Die Blätter haben die Inschriften: Spes, fides, caritas , prudentia, justitia, fortitudo , temperantia.
Lucretia, im Begriffe sich zu durchbohren, um 1521 gefer- tiget. H. 4 Z. 3 L., Br. 2 Z. 7 L.
Pyramus und Thisbe, 1514. H. 4 Z. 4 L., Br. 5 Z. 11 L.
Der Dichter Virgil von seiner Buhlerin im Korbe aufgehängt. Vorn rechts ist eine Gruppe von Männern und Weibern, Der Gegenstand ist A. von Eib’s poetischer Perle entnommen,
- H. 8 Z. 10 L., Br. 7 Z.
Vasari spricht mit grossem Lobe von diesem Blatte, und erzählt, A. Dürer sei von der Schönheit desselben so ergrif- fen gewesen, dass er trachtete, ein würdiges Gegenstück zu liefern. Dieses soll das Blatt mit Ritter, Tod und Teu- fel seyn, allein Vasari irrt, indem dieses Blatt einige Jahre früher erschien,
Mars und Venus, ein schönes Blatt, das Lucas in den Stun- den verfertigte, welche ihm der Schmerz frei liess. H. 7 Z., Br. 9 Z. 1 I
Venus und Amor. Auf der Rolle: Venus ]a trös belle diesse d’amours, 1528. H. 6 Z., Br. 4 Z. 3 L. Bei Weigel 2 Thlr.
Palämon mit Aegide und Lanze, das letzte Blatt des Künstlers, Es ist nicht durchhin fleissig vollendet, H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z. 10 L.
Der Fähnrich mit Fahne und Degen, sehr vollendet, anschein- lich um 1510 entstanden. H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z. 7 L. Ein Monogrammist hat das Blatt copirt.
Vier Krieger in einem Walde, um 1508 gestochen. H. 4 Z. 3 L., Br. 3 Z. 2. 2 L.
Ein junger Mann an der Spitze einer Truppe bewaffneter
“ Leute. In der Manier gleicht es dem Blatte Nr. 78, und folglich ist es um 1510 gefertiget. Es ist copirt.
Die Bettler, im Vorgrunde ein Weib, um 1508. H. 4 Z. 1 L., Br. 2 Z. 11 L.
Ein Mann mit dem Weibe spazierend, 1520. H. 4 Z. 3 L., Br. 2 Z. 8 L.
Der Herr und die Dame, eines der ersten Blätter des Künst- lers. H. 4 Z. 2 L., Br. 3 Z. 2 L.
Die Dame mit der Magd im Walde von einem Bauer ge- leitet, um 1500. H. 4 Z., Br. 2 Z. 11 L.
Wierx hat das Blatt copirt.
Der Mann mit der brennenden Fackel geht an der Seite eines Weibes, ein Bewaffneter folgt. Wohl um 1508 gefertiget. H. 4 Z. 5 L., Br. 3 Z. 3 L.
Ein Mann und eine Frau in einer Landschaft, wie letztere ihm eine Vase empfängt, 1520. H. 4 Z. 3 L., Br. 2 Z. 9 L.
Leyden, Lukas Huygens v.
In der schr genauen, anonymen Copie fehlt die Jahrzahl.
- Die Pilger, das Weib sitzt auf dem Boden mit dem Stabe
auf den linken Arm gestützt etc. Wahrscheinlich vor 1508
gefertigt. H. 5 Z. 7 L., Br. 4 Z. 5 L. Es gibt eine sehr
seltene gegenseitige Copie ohne Namen und Jahrzahl. Ast
C.
Sal. nicht bei Bartsch erwähnt.
- Der Narr, vor dessen Zärtlichkeit sich ein Weib vertheidigt,
- H. 2 Z. 9 L., Br. 3 Z. 11 L.
- Die Alte mit der Weintraube, um 1523. H. 4 Z., Br. 2 Z.
7 L. Sehr gut von der Gegenseite copirt.
- Der Bursche mit der Trompete, wozu zwei nackte Kinder
tanzen, vor 1508 vollendet. H. 4 Z. 11 L., Br. 3 Z.
- Die nackte Frau mit dem Reh, 1500. H. 3 Z. 11 L., Br.
2 Z. 8 L.
- Die nackte Frau, welche dem Hunde die Flöhe sucht, 1516.
H. 3 Z. 11 L., Br. 2 Z. 8 L.
- Die Musikanten, Eines der besten Blätter des Meisters. Der
Mann beflügelt mit der Geige das Citherspiel der Frau, 1524.
H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z. 0 L. In der schönen Copie ist das
Zeichen nicht verkehrt.
- Der Operateur, der einen Bauer hinter dem Ohre operirt,
- Eines der besten Blätter des Meisters. H. 4 Z. 4 L.,
Br. 2 Z. 9 L.
- Der Arzt zieht dem Bauer einen Zahn aus, während ihn ein
Mädchen der Börse beraubt, 1523. Ein vorzügliches Blatt.
H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z. 9 L.
- Die Milchfrau oder das Milchmädchen. Sie geht um die
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