Loder, N.‚ Kupferstecher , dessen Lebensverhältnisse unbekannt sind. Im Winkler’schen Catalog, so wie in jenen des Grafen Re- nesse-Breidbach wird ihm folgendes Blatt beigelegt:
Ein alter Podagrist, vor welchem ein Bauernjunge und ein Bauernmädchen stehen. Dieses Blatt soll in der Manier großer Meister geätzt sein.
de, Matthäus, Landschaftsmaler , geb. zu Wien 1781, gest. auf dem Brandhofe in Steyermark .
Das Talent dieses trefflichen Künstlers, das sich schon frühe zu regen begann, wurde an der Wiener Akademie der bildenden Künste von den Professoren Maurer, Braun, Lampi und Füger liebevoll gepflegt und zur Reife gebracht. Er widmete sich der Blumenzeich- nung, später der Architektur, worin er in edlem Wettstreit auch seinen Ehrenpreis sich errang, und hierauf begann er, vom Prof.
Füger aufgemuntert, die Anatomie zu studieren. Seinem Wunsche in der Natur die Muster selbst aufzusuchen, die er würdig darzustellen sich sehnte, begegnete die Reise des Custos Russ, mit welchem er die Ruinen der Ritterburgen und Bergschlösser des Landes unter der Enns besuchte. Die herrlichen Überreste des Alterthums, welche er hier zu sehen und zu bewundern Gelegenheit hatte, machten in ihm jetzt die Neigung zur Historienmalerei vorherrschend, und diese Neigung wurde durch die Prof. Maurer und Braun, in deren Atelier er einige Zeit arbeitete, so vielfältig genährt. Zu dieser Zeit machte er auch gelungene Versuche im Portrait , bis er sich, durch mehrere Reisen in Österreich gefeuert, ganz für das Fach der Landschaftsmalerei entschied. Auszeichnung, welche mehreren seiner Werke in diesem Zweige zu Theil ward, verschafften ihm den ehrenvollen Ruf als Zeichenmeister I. M. der Erzherzogin Marie Louise in Fürstenfeld.
Doch das italienische Clima war dem durch anhaltende Kunstschäftigungen geschwächten Körper des Künstlers nicht zuträglich, und er sah sich genötigt, seine hohe Gönnerin um seine Estimation zu bitten, Aus eben diesem Grunde musste er auch seine Reise nach Rom verzichten. Einen ausgezeichneten Beweis der Anerkennung seiner Verdienste erhielt der Künstler durch seine Aufnahme als Ehrenmitglied in die Akademie zu Parma 1864.
Bald nach seiner Rückkehr ins Vaterland erhielt Loder die Stellung als Cammermaler des Erzherzogs Johann, und da hatte Gelegenheit, jedes Jahr im Gefolge seines hohen Mecenats durch die Steyermark, und später auch die Gebirge Salzburgerischen, die ihm den Stoff zu vielen herrlichen Gemälden hier boten. Besondere Erwähnung verdient jenes von der Aufstellung des Vaters dem Erzherzoge gestifteten Kreuzbildes auf dem Erzberg.
Augenzeuge der Krönung der Kaiserin Caroline als Königin Ungarn, vollendete der Künstler ein schönes Gemälde dieser Frau. Im April 1827 sah und zeichnete er auf Veranstaltung seines Gönners das seltene Schauspiel einer Auerhahnjagd in den Bergen der Steyermark, entwarf überhaupt mehrere meisterhafte Zeichnungen, deren Ausführung im Gemälde leider der Tod raubte.
Die rühmlichste Erwähnung verdient auch ein Gemälde, welches Loder in das Stammbuch I. M. der Kaiserin verfertigte. Vorwurf der Darstellung ist eine gothische Halle, in welcher ein Sprössling des Kaiserhauses Habsburg sitzend abgebildet ist, der mit dem einen Arme die vor ihm stehende Gemahlin umschließt, gegenüber sitzt ein alter Harfner u. s. w.
Außer einer Menge von Zeichnungen, welche der Künstler für Almanache, Taschenbücher, Romane, so wie zu der bei ihm erschienenen Ausgabe von Wieland’s sämmtlichen Werken fertigte, befinden sich seine übrigen zahlreichen Bilder im Fach der Landschaftsmalerei beinahe alle in den Gallerien des Erzherzogs Johann und der Erzherzogin Marie Louise, Archiv für Kunst und Literatur 1829 No. 26.
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