Lindenschmidt, Ludwig. Maler, Johann’s Sohn, geboren
Lindenschmidt, Ludwig.
als günstig war, und Lindenschmidt daher auch grösstenteils den bürgerlichen Betrieb seines Geschäftes beschränkt blieb, Schriftstechen, Münzarbeit etc., so geben doch auch viele Weiß seiner Hand: radirte Blätter, archäologischc Darstellungen römischer Monumente, welche in mehreren Werken zerstreut sind. Ferner mehrere sehr gelungene Münzstempel (darunter eine Medaille für seine Familie bestimmt, welche sein und seiner Bildniss trägt, und eine andere Medaille, welche den nassau- schen Kriegern, den Siegern bei Waterloo geprägt wurde, beson- der erwähnen sind) und endlich eine Anzahl schön geschnittener nach den ersten Mustern des Alterthums ein ruhmliches
seiner höheren künstlerischen Fähigkeit, welche um so grössere scheint, als sie durch die Umstände durchaus nicht begünstigt wurde; in ihrer Entwickelung grosse Hindernisse zu überwinden
erhielt seine erste Bildung zu Mainz auf dem Gymnasium und erzielte sich Erfolge, und widmete sich alsdann der Malerei. Sein Studium er schickte sich im Jahr 1825 nach München begab, wo er bald unter den Schülern von Cornelius durch seine Geistesgaben Achtung erwarb. Eine hohe Ausbildung in allen Wissenschaften der Kunst, namentlich der Archäologie , gesunder feiner Geschmack machen ihn zu einer Hauptvertreter jeniger Richtung, welche die neuere vaterländisch gestaltete Kunst von allen Vorurtheilen fremdländischer und nachgebilderter Darstellung losreissen, und nur in geistreicher und wahrhafter Auffassung und Erschöpfung des Gegenstandes Typus suchen möchte. Neben diesen ernsteren sitzt L. eine äusserst glückliche Gabe für humoristische der täglichen Lebenserscheinungen. Von der reichen seiner Skizzen ist jedoch ausser einigen kleinen Lithographien (Auf an die Arbeit! und Markulf) noch nichts vervielfältigt worden. Die Vielseitigkeit seiner Bestrebungen, so wie er ersterstellte an der Gewerbschule zu Mainz, zu deren Übernahme sich im Jahre 1831 in seine Heimath begab, hindern zwar massen die produktive Fruchtbarkeit dieses Künstlers, doch sich in denjenigen Gemälden, welche bereits von ihm in gekommen, namentlich in Guttenberg und einem Reitergefecht dem Befreiungskrieg eine grosse Liebe für den Gegenstand, tiefes Eindringen in das Mark desselben aus. Besonders ist jedoch eine grössere Composition, woran er seit längerem läuternd und vollendend beschäftigt ist, und womit er in München aufzutreten gedenkt. Sie stellt den todten Adolph von Nassau vor, wie er von seinen Gegnern Albrecht Oesterreich, Gerhard von Mainz, mehrern Rittern, Ge- und Edelknaben betrachtet wird. Die psychologische Wahrheit dem Ausdruck der Köpfe, so wie die Lebhaftigkeit durch die sich der Beschauer gleichsam in die längstvergangene versetzt fühlt, charakterisiren durch ihre schlagende Wirkung gediegene, wiewohl jeden Prunk verschmähende Tüchtigkeit Gepäck.
— Es wäre sehr zu wünschen, dass die größte Feinstrichter Zeichnungen, welche sich in der Mappe des Bildnisses befinden, und worunter sich ein Siegeszug alter in Form eines Frieses componirt, besonders ausgezeichnet Herausgabe dem Publikum bekannt gemacht, und an ein Talent an’s Licht gezogen würde, welches aus Beschränkung sich demselben zu entziehen sucht,
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