Limosin, Leonard

Limosin, Leonard, berühmter Email- und Glasmaler, 200 der, der um die Mitte des 16. Jahrhunderts in Frankreich Ruhm erwarb. Zu seiner Zeit lebte auch B. von Palissy, Li aber gilt nach der gewöhnlichen Annahme für den vorzüg französischen Emailmaler jener Zeit, und auch in anderen namentlich der verwandten Glasmalerei, soll er Ausgezeichn te Leistungen erbracht haben. Im Jahre 1553 malte er für die Capelle mentshauses zu Paris zwei Fenster, und da stellte er Hean

und die Catharina von Medici dar. König Franz I. zeichnete den Künstler aus, und ernannte ihn zum Direktor jener berühmten Manufaktur in Limoges , deren Erzeugnisse in ganz Europa verbreitet sind. Man nennt sie Limosinen, Emaux de Limoges, nach dem Fabrikorte, und der Meister, selbst heißt daher Leonhard von Limoges, der Limosiner, Limosin (us). Die Arbeiten jener Fabrik sind zahlreich, Gefässe, Platten, Medaillons u. a. Er malte sehr vieles nach Primaticcio’s u. a. Zeichnungen, heilige und mythologische Darstellungen, Porträts und Ornamente. Zu den Meisterstücken zählt man zwei Darstellungen der Passion , mit gemalten Cameen und Medaillons umgeben. In den Zwischenräumen sind Engel mit den Passionswerkzeugen dargestellt, Figuren von eleganter Zeichnung. Landon hat diese Bilder in der Hére coll. des annales du musée im Umriss gegeben. Eine Zierde des Pari- ser Museums ist der Triumph der Diana, welchen man Limosin zuschreibt, und abgebildet in der Héme coll. des annales du musée pl. 25. Als Meisterstücke der Manufaktur erklärt man auch das Portrait Heinrich II. im Costüme des heil. Thomas, und das des Admiral Chabot im Gewande des hl. Pancus dargestellt. Fast in jeder Kunstkammer findet man solche Limosinen, und selbst die geringeren verdienen Beachtung, da sie zu den Anfängen die- ses Kunstzweiges gehören. Dr. Kugler erwähnt in der Beschreibung der Berliner Kunstkammer S. 130 zwei solcher Bilder ausführlich. Beide sind mit dem Namen Leonard Limosin bezeichnet, und die eine Platte (5 — 4 Z.) stellt die Halbfigur der Madonna mit dem Kinde und dem kleinen Johannes dar, zu den Seiten Säulen und andere Ornamente. Die Naivetät in den Bewegungen, die an L. da Vinci erinnernde Composition des Bildes haben etwas eigenthümlich Ansprechendes; aber die Zeichnung ist, wenn schon nicht ohne innerliches Gefühl, doch noch ganz streng und scharf, die Malerei nur eine Colorierung der Zeichnung mit schö- nen transparenten Farben, das Ganze wiederum noch, in der äus- seren Behandlung, der Weise der Miniaturen verwandt. Das zweite Bild ist ein 13 Z. hohes und über 10 Z. breites Oval, und es stellt Boas unter den Schnittern dar. Die Composition ist im Style der Schule Rafael’s, die ganze Behandlung den italienischen Majoliken sehr ähnlich, und die Auffassung zwar nicht ohne Geist, doch auch ohne ein eigentlich sicheres Verständnis der Form. Auch Dr. Waagen beschreibt in seinem Werke: Kunst und Künstler Englands etc. Arbeiten der Limosinen. Auf einem Gefäße der Samm- lung im Alton Tower fand er die Aufschrift: Fet de Limoges P. C. an hat von diesem Meister zwei gräzete Blätter, mit breiter Nadel und kühner Nadel geistreich behandelt.

  1. Der Einzug Christi in Jerusalem: der Heiland reitet auf der Eselin, umgeben vom Volke, und am Thore breiten Einige Teppiche aus. Im Grunde sieht man zwischen Bäumen hin- durch die Stadt. Unten, ein wenig nach rechts, sind die Buchstaben L. L. und die Jahrzahl 1544, die beiden 4 ver- kehrt geschrieben. H. 9 Z. 6 L., Br. 6 Z. 4 L. 5344

Dieses Blatt ist sehr selten, so wie das folgende:

  1. Jesus Christus im Oelgarten; das Gegenstück zum Obigen, mit Leonard Limosin 1544 bezeichnet. F

Dann gibt es auch einen höchst seltenen Hölzschnitt, den, nach der Angabe des Winklerischen Cataloges, mit dem Worte „Limosina“ bezeichnet ist. Füssly nennt diesen Limosina Maler und Formschneider, und Heller (Gesch. der Holzsch. S. 242) zählt ihn im Contexte zu den Formschneidern, die um 1588 in Italien arbeiteten, und in der Note 684 findet er es sehr wahrscheinlich, dass dieser Limosina mit

Nagler's Künstler-Lex. Bd. VII, 34

dem Maler Leonhard Limosin, der um 1553 i Eine Person sei. Limosin hat schwerlich mehr — „Limosina“ könnte wohl auch bedeuten, dass der E Limosine gefertigt wurde; denn unsers Wisse sina fec. auf dem Blatte. Dieses stellt den he er von einem Engel begeistert wird, Umheru des Heiligen bildlich dargestellt, mit italienis 18 Z., Br. 14 Z., nach der Angabe im Wink

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