Ligorio, auch Liguori, Pirro, Architekt , Maler, Bildhauer und Alterthumsforscher, ein in der Kunstgeschichte bekannter Mann, wurde um 1406 in Neapel geboren. Seine Jugendgeschichte ist wenig bekannt, der Wirkungskreis aber, in welchem er sich bewegte, ist in Rom zu suchen. Da suchte er mit Eifer die Werke der römischen und griechischen Vorzeit auf, übte aber nebenbei auch die Malerei , worin er jedoch keinen unsterblichen Namen sich erwarb. Er malte einige Giebelfelder, öfter in Helldunkel mit gelber Farbe, womit er Italien nachzuahmen suchte. Im Ora- torio des heil. Johannes des Enthaupteten ist von ihm eine Tafel mit der tanzenden Herodias, welche aber in der Zeichnung nicht sonderlich und in der Färbung gering ist. Perspektive und Kleider- falten, fast im Geschmacke der venetianischen Schule, ist nach
zi dasjenige, was dem Bilde einigen Werth verleihen konnte.
Grösseres Verdienst hat Ligorio als Baukünstler, aber ein bissi- ger Charakter schmälert seinen Ruhm. Pabst Paul IV. ernannte ihn zum Unterbaumeister des St. Petersdomes, und nach dem Tode desselben wurde er neben Vignola zum leitenden Architekten dieser Kirche ernannt. In dieser Eigenschaft liess er sich verleiten, in dem von Michel Angelo als unabänderlich gegebenen Plane zu än- dern, und den Buonarotti selbst anzugreifen, was aber seine Ent- sehung zur Folge hatte.
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