Lietmann, Alexander

Lietmann, Alexander, Zeichner und Kupferstecher , wurde 1765 im Gravenhaag geboren, und hier im lutherischen Waisenhaus erzogen. Er erlernte in diesem Institute auch die Anfangsgründe der Kunst, und 1784 wurde der vielversprechende Jüngling durch Unterstützung des Hofes und einiger angesehener Kunstfreunde in den Stand gesetzt, Rom zu besuchen. Die Zeitumstände zwangen ihn indessen bald zur Rückkehr, und nun setzte er sich in Paris fest, wo schon viele fremde Kunstschätze aufgehäuft waren. Er fertigte damals verschiedene Zeichnungen nach Gemälden von Raffael, Correggio, Guido, Dominichino, Rubens, van Dyck, Rembrandt etc. im k. Museum, deren er 1803 in einem eigenen Cataloge 30 beschrieb. Darin ist auch die unter dem Namen „Jungen Stiers“ bekannte Morgenlandschaft von P. Potter, deren Stich schon bei Füssly erwähnt ist. Er fertigte auch noch später verschiedene Zeichnungen nach Gemälden, und eine solche von 1800, womit er um den Preis der Gesellschaft „Felix Meritis“ concourirte, stellt die Gefangennehmung der Cleopatra dar. Einige seiner Zeichnungen gingen in anscheinliche Kunstsammlungen über, doch fand Lietmann in späterer Zeit nicht hinlänglichen Erwerb mehr, und er beschloss jetzt, durch eine Lotterie seine Zeichnungen an Mann zu bringen. Um 1811 wurde er Schulmeister , doch nur wenige Jahre konnte er es mit diesem Dienste aushalten, und 1815 machte ihn endlich der Tod das Sprichwort vergessen: „Quem dii autem ludri magistrum fecerunt.“

Außer dem erwähnten Stich von Potter’s „Jungen Stier“ kennen wir keinen Stich von Lietmann. Die Aquarell-Zeichnung eines Mannskopfes mit Mütze, nach Rembrandt, ist bei Weigel & Co. 7 Thl. gewerthet.

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