Leyden, Lukas Huygens van, von den Italienern öfter Luca d’Olanda, und auch Lucas Damesz genannt, Maler, Kupfer- stecher und Formschneider , geb. zu Leyden 1404, gest. daselbst 1533. Sein Vater Hugo Jakoubsz, ein geachteter Maler, der Dayıcsz Jakobsz geheißen haben könnte, unterrichtete ihn in der ersten Jugend in der Malerei, aber dieses natürliche Wunderkind griff mit gleichem Eifer, gleicher Freudigkeit und mit gleichen Gelingen schon in frühester Jugend alle Zweige der Kunst, malte geschichtliche Gegenstände, Porträts, Landschaften, in Wasserfarben und in Öl, auch auf Glas, schnitt in Holz, gravierte auf Kupferplatten, zeichnete mit der Feder, mit der Kohle, vor allem aber gerne, und in späteren Jahren ganz vortrefflich mit schwarzer Kreide. Schon als neunjähriges Kind stach er Zeich- nungen von seiner eigenen Erfindung sehr sauber und fein in Kupfer . Man trifft noch zuweilen auf einzelne seltene Abdrücke ohne Jahreszahl von diesen seinen frühesten Jugendarbeiten. Als er 12 Jahre alt war, malte er die Legende vom heil. Hubertus in Wasserfarben auf Leinwand, und erregte dadurch die Bewunde- rung aller, welche dieses Gemälde erblickten. Ein Kunstfreund, Herr von Lockhorst, gab dafür dem jungen Künstler so viele Goldstücke, als er Jahre zählte, um ihn zu weiterem Fleisse zu ermutigen. Kaum mochte Lukas das vierzehnte Jahr erreicht haben, als er ein höchst ausgeführtes, mit der Jahreszahl 1530 bezeichnetes Blatt nach eigener Erfindung in Kupfer stach, welches den Mönch Sergius darstellt, den Mahomed in seiner Trunkenheit ermordet hatte. Es ist mit aller Gewandtheit und Zartheit des Stils ausgeführt, welche eine lange Übung voraussetzt. Aus eben dieser Zeit, doch weniger gut gezeichnet, scheint die büssende Magdalena zu sein. Im Jahre 1515 erschienen neun andere Blätter in Form runder Medaillons, die eben so viel Scenen aus der Leidensgeschichte Christi darstellen. Nächst dem die Versuchung des heil. Antonius, dem der Teufel in Gestalt einer schönen Frau erscheint, auch noch im nämlichen Jahre die Bekehrungsgeschichte des Apostels Paulus. Im Jahre 1510 stach Lukas mit aller Fertigkeit das Blatt, in welchem er eine nackte Frau abbildete, die einen Hund von unbequemen Luschten befreit, und dieses Blatt gehört mit der büssenden Magdalena zu den größten Seltenheiten in Kupferstichsammlungen. In beiden zeigte der Knabe eine Verwendung im Mechanischen, die in ihrer Art nicht höher getrieben werden kann, und wenn sie nicht Dürer’s Genauigkeit erreicht, durch Gewandtheit und Feinheit reichlich ersetzt, was nur mühsamer Fleiss zu erreichen vermag. Sowohl bei diesem, als bei allen seinen Blättern muss man neben der vollendeten Ausführung auch die Vielfaltigkeit der Körperformen und Stellungen bewundern. Nirgends erscheint Verworrenheit oder Zwang, selbst nicht in seinen figurreichsten Kompositionen; alle seine Blätter tragen den Stempel eines hellen originellen Geistes, der sich selbst von jedem Strich, jeder Linie Rechenschaft zu geben wusste, und frei und leicht unter jedem Bedingniss seiner Kunst sich bewegte. Die größte Vielfaltigkeit herrscht in seinen Gewändern; auch war er unerschöpflich in Erfindungen, um seine den Tagen der Vorzeit oder fremden Nationen angehörenden Gestalten so viel wie möglich zu charakterisieren.
In Lukas van Leyden’s Kupferstichen charakterisiert sich auch niederländische Kunst auf ihrem eigenthümlichen Standpunkte. Das beseelte und beseelige Wesen der Eyck’schen Werke ist daraus verschwunden; weder eine sittliche Schönheit, noch organische V o
Leyden, Lukas Huygens v. 481
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