Leslie, C. R.

Leslie, C. R., berühmter Maler, wurde um 1709 in England geb., kam aber als Kind nach Amerika , und verlebte da die erste Zeit seines Lebens. Mit großem Talente zur Kunst begabt, begab er sich zur Ausbildung in der Malerei nach London, ging aber nach einigen Jahren wieder nach Amerika zurück. Nach einiger Zeit fand er es gerathener, zum zweiten Mal in England sein Glück zu suchen, und jetzt zog er in London bald die Aufmerksamkeit auf sich, da er im Bildnisse excellirte. Doch nicht geringere Theilnahme fanden seine Historien und Genrestücke, und gegenwärtig ist er einer der ausgezeichnetsten überseeischen Künstler.

C. R. Leslie verdient nach Wilkie den ersten Rang. Nicht dass ihm ähnlich wäre, sagt Passavant (Kunstreise etc. 310), sei es in der Auffassungs- oder Behandlungsweise, sondern wegen seiner Grossen Originalität, der lebendigen, humoristischen Darstellungsweise und der geistreichen Führung des Pinsels. Im Colorit ist er wahr und charakteristisch; er scheint darin den P. Veronese zum Vorbilde genommen zu haben. Voll unbeschreiblicher Laune ist sein Bild des Mittagssegens, welcher während des ersten Aktes der „Hohen Weiber in Windsor“ in dem Hause des Herrn Page stattfindet. Man muss sie schätzen, diese Weiber von Windsor , sagt Pausant, wie sie voll Muthwillen und Ironie den armen Falstaff , wie dieser Herr, in seiner Behaglichkeit am Tische gestört, mit empörtem Gefühl voll Unwillen sich wehrt — wie die andern Gäste sich des Weines erfreuen etc. Auffallend ist das Costüm und das alterthümliche Zimmer sind vortrefflich gehalten.

Einfacher, aber eben so viel Interesse erregend, ist eine Darstellung aus Tristram Shandy, wie Frau Wadman dem Onkel Toby ihr schmerzendes Auge zeigt, dieser aber nichts darin erkennen kann. Ein schönes Brustbild eines jungen Mädchens, die Braut bettelt, hat J. Tomson gestochen. Dieses Bild hat in der Färbung einen besonderen Reiz, indem sie ganz im Reflex erleuchtet ist. Spätere Bilder als diese sind jene, welche die bekannte Geschichte vom Ei des Columbus und Gulliver’s Einführung bei der Asaigin von Brobdingnag vorstellen. Über diese Bilder spricht der Dr. Waagen (Kunstwerke u. Künstler Englands 1. 421) nicht ohne Theilhaft aus, indem sich hier zu einer affektirten Auffassung bald ziegel- bald rosenrothes Fleisch, die Zusammenstellung der schreiendsten Contrastfarben und eine sehr flüchtige Behandlung gesellt. Leslie ist indessen in anderen Bildern wieder desto vorzüglicher. Seine Scenen sind mancherlei, und gerne führt er die Beschauer in die Comödie des verwichenen Jahrhunderts. Die Romane des Walter Scott lieferten ihm ebenfalls häufigen Stoff, besonders zu Zeichnungen der Illustrationen, die im Stahlstich erschienen, und dann haben wir von ihm treffliche Bilder in Hogarth’s Weise. Neben andern sah man 1824 seinen Sancho Panso in den Wohnzimmern der Herzogin mit großem Vergnügen. In diesem Bilde ist die Beleuchtung äußerst reich. Voll Laune ist sein Tristram Shandy, wie er die Handschrift wieder findet.

Leslie verfertigte die Zeichnungen zu Irving’s Skizzenbuch und zu Kaickerbocker’s New-York.

Shaw, E. Y. — Maler zu Kreuznach, ein jetzt lebender Künstler. Er malt Historien. Um 1828 bekleidete er die Stelle eines Zeichnungslehrers am Gymnasium der erwähnten Stadt.

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