Lens, Bernhard

Lens, Bernhard, Zeichner und Stecher , der ältere dieses Namens, geb. zu London 1650, gest. 1725. Er war der Sohn eines Emblemmalers, der in London arbeitete, und dieser sein gleichsamiger Vater, ertheilte ihm den ersten Unterricht. Den Beinamen des älteren führte er jedoch nicht zum Unterschiede von seinem Vater, man unterscheidet ihn dadurch von seinem Sohne Bernhard. Dieser war ebenfalls Kupferstecher , es möchte aber schwer sein, immer die Werke beider Künstler zu unterscheiden. Der ältere Lens fertigte viele Zeichnungen für Sturt und andere Stecher; dün

erstigte er eine grosse Anzahl englischer Prospekte mit chinesischen

Entwürfen, Als Radierer verdient er mit Achtung genannt zu werden, in schwarzen Manier übertrafen ihn aber seine Zeitgenossen, im Beleg dazu werden die folgenden Blätter liefern; doch wären

man die Verzeichnisse der Blätter von den beiden B. Lens zu

als sich gegenseitig ergänzend nehmen dürfen.

  1. David und Bathsheba. Carolus Marattus pinxit. B. Lens fec. et exc., fol. Bei Weigel 1 Thlr.

  2. Susanna und die Alten, fol.

  3. Das goldene Zeitalter, (The golden Age) nach Bergher u. fol.

  4. Landschaft mit einer Frau, welche die Ziege melkt, nach demselben, gr. fol.

  5. Landschaft mit einem stehenden Bauer, der sich auf den Stock stützt, nach demselben, gr. fol.

  6. Christus am Kreuze, unten ein Engel mit Cherubim, nach van Dyck, fol.

  7. Die Geburt Christi, nach Rafael.

  8. Die Geburt Christi und die Verkündigung, nach Wermer .

  9. Salvator Mundi, bloß mit dem Namen des Künstlers.

  10. St. Peter aus dem Gefängnisse befreit, mit Cooper's Address.

  11. Tobias mit dem Engel, nach Pinas.

  12. Das Urtheil des Paris, nach Pet. Lely, fol.

  13. Die Klugheit, nach Lebrun.

  14. Bacchus, nach Van Dyck.

  15. Cupido und Psyche, nach demselben,

  16. Bacchus, Venus und Ceres, nach F. Badens; fol.

  17. Venus und Adonis, nach Killigram.

  18. Rinaldo und Armida, nach Van der Vart, gr. qu. fol.

  19. Diana. verwandelt den Aktäon in einen Hirsch, nach demselben, mit Smith’s Adresse,

  20. Der Sommer, nach J. da Ponte.

  21. Die Familie des Königs Wilhelm, ohne Namen des Malers.

  22. Maria Regina Angl. etc., ganze Figur, fol. ° ‘

  23. Lady Maria Radclyffe, stehend mit der Feder in der Rechten, nach Wissing und Van der Waart, 1687, gr. fol.

  24. Der Vice-Admiral C. Schovel, nach Dahl.

  25. Das Bildnis der Herzogin de ’Ja Valligre, angeblich mit EL fecit bezeichnet, aber wahrscheinlich das Werk des B. Lens,

Ein E. Lens ist nicht bekannt.

Bemhard Lens, Zeichner, Maler und Kupferstecher, der Sohn des Obigen, wurde um 1680 in London geboren, und sein Vater unterrichtete ihn in der Kunst. Er erwarb sich in London durch seine Miniaturgemälde Ruhm und besonders genau kopierte er die Werke von Rubens und Van Dyck. Dann war er auch Zeichnemeister des Herzogs von Cumberland und der Prinzessinnen Marie und Louise. Um 1741 zog er sich nach Knightsbridge zurück, und da starb er nach einiger Zeit.

Lens der jüngere gab auch einige Landschaften und Zeichenbücher heraus.

Wir lassen hier ein Verzeichnis von Blättern folgen, von denen aber einige dem obigen Künstler ganz oder teilweise angehören könnten. Der eine dieser Lens hatte vermutlich einen Kunstverlag, denn man auch Blätter mit B. Lens exc. bezeichnet findet. Lens jun. arbeitete ebenfalls in Mezzotinto.

  1. Mars und Venus, J. Becket exc.
  2. Venus und Adonis, mit derselben Adresse,
  3. Ceres bei Stellion den Durst stillend.
  4. Hercules und Dejanira,
  5. Corinna.
  6. Nymphen im Bade, von Satyr überrascht.
  7. Der Satyr mit dem Leuchter findet ein Weib in Betten.
  8. Jupiter und Calysto, mit Smith’s Adresse,
  9. — 10) Esther und die Herodias, zwei kleine Blätter.
  10. Samson, vom Babylon, B. Lens’ exc., kleines
  11. Venus und Adonis, kl. Blatt. E
  12. Narcissus, kl. Blatt, n. Oekn
  13. Glaucus und Cirisse, mit Cooper’s Adresse.
  14. Die Nymphen überraschen den Amor im Grußtanz, mit derselben Adresse.
  15. Zwei nackte Frauen mit Vater, J. Becket exc.
  16. — 20) Die Büsten der Ceres, Neptuns, der Flora und Juno, 4 kl. Blätter OVII.
  17. Ein junger Jäger, Kupferstück.
  18. Ein nacktes Kind, welchen Sexfenblasen macht.

Andreas Coignet, bemerkt Historienmaler, geb. Antwerpen 1740, sollte sich in seiner Jugend den Studien widmen, aber es vor, die Malerei zu erlernen, und kein erster Meister war Eychens, bis er später zu Beschey überging. Er zeigte schon

frühzeitig einen reinen Sinn für das Wahrhaft Schöne, der ihn, wenn auch durch das Studium der Antike noch nicht geläutert, von dem falschen Geschmacke bewahrte, welchen Boucher und Vanloo in die Malerei eingeführt hatten, und von dem fast alle Künstler jener Zeit angesteckt waren. Mit raschen Schritten ging er aber in Rom seiner Vollendung entgegen. Hier studierte er ausschließ- lich die Antike, so wie%afae ’ Werke, und kehrte mit einem reichen Portefeuille von dem klassischen Lande der Kunst zurück.

Seine Vaterstadt übertrug ihm die Stelle eines Professors an der Akademie, als welcher er in der Kunst treffliche Schüler bildete.

Kaiser Joseph wollte 1779 auf seiner Reise durch Belgien den Künstler für seinen Hof gewinnen, aber dieser konnte sich nicht entschließen, sein Vaterland zu verlassen, obgleich sich ihm in Wien eine glänzende Bahn eröffnet hätte. Im Jahre 1784 ließ er sich daher zu Brüssel nieder, und da trat er in ein eheliches Bünd- nis. Fleißig, und nur allein für die Kunst lebend, verfertigte er eine große Anzahl von Staffeleibildern, die in ganz Europa, vorzüglich in England, verbreitet sind. Unter seine vorzüglichsten Gemälde rechnet man diejenigen, welche das Schloss zu Laeken zieren und mythologische Gegenstände enthalten. Lens malte zu Auftrag des Herzogs von Sachsen-Teschen. Mehrere seiner Bilder mit Darstellungen aus der heil. Geschichte sind in der Alc- xianerkirche zu Lierre, eine Verkündigung sieht man in St. Mi- chael zu Gent, die Geschichte der heil. Magdalena in mehreren dessen Gemälden ist in der Kirche dieser Heiligen zu Lille, dar- über Fabel des Bacchus in einem Saale des Hotels Stevens in Brüssel. Mit dem oben erwähnten Bilde der Verkündigung in St. Mi- chael fand er bei der Geistlichkeit Anstand. Dieses Bild, besonders die Figur des Erzengels, war etwas zu weltlich geraten, und der Künstler musste daher dem Botschafter ein Paar Flügel an- setzen, wodurch im Ganzen ein wahrhaft humoristischer Contrast entstanden ist.

Als Schriftsteller machte er sich durch einen Essai sur le bon goût en peinture et de la beauté considérée dans toutes ses parties vortheilhaft bekannt. Dem Dominichino tritt er jedoch zu nahe; er spricht ihm Genie ab.

Resultate seiner gründlichen und gelehrten Forschungen gab er auch in dem Werke: Le costume des peuples de l’antiquité, prouvé par les monuments, mit Kupfer und Vignetten, gr. 4. X&.uuu

t dieses Werk übersetzt.

. Als achtzigjähriger Greis hörte er zu malen auf, aber noch im- mer bewahrte er eine enthusiastische Liebe für die Kunst, die in jüngern Jahren seine Seele erfüllte. Lens war Ritter des Ordens vom belgischen Löwen, Mitglied des königlichen Institutes und mehrerer anderer Akademien, sowohl des In- als Auslandes. 1791 starb er.

auch W. J. Herreyns. Aus unserm Artikel ersieht man, dass Füssly im Supplemente zum Künstler-Lexicon Lens zweimal auf- führt.

Aus dem von C. Pfeifer gestochenen Gemälde des Jupiter auf der Ida darf man den Künstler nicht beurtheilen.

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