Lenoir, Alexander

Lenoir, Alexander, ein in der Kunstgeschichte Frankreichs berühmter Mann, wenn auch nicht so sehr Künstler, wurde 1762 in Paris geboren, und Doyen unterrichtete ihn in der Malerei.

Diese betrieb er bis 1790, lieferte aber kein Werk von Bedeutung, da ihm seine archäologischen und kunstgeschichtlichen Studien noch mehr am Herzen lagen, als die Ausübung der Kunst selbst. In dem bezeichneten Jahre fasste er die Idee, die zerstreu- ten, und durch die Revolution fast zerstörten französischen Kunst- denkmäler zu sammeln, und sie in einem eigenen Lokale zu ver- einigen. Der Maire von Paris und durch ihn die Assemblée nationale unterstützten diesen Plan, und Lenoir wurde zum Conservateur der französischen Monumente ernannt. Seiner Obserge verdankt man die Rettung mehrerer Denkmäler, die ohne ihn durch den Vandalismus jener Zeit zerstört hätte. Er that dieses sogar mit Gefahr seines Lebens; als man das bekannte Mausoleum des Cardinals Richelieu zerstören wollte, stemmte er sich dagegen, und während dieser Gelegenheit erhielt er einen Bajonetstich durch die rechte Hand. Von dieser Zeit an suchte er Alles Interessante zusammen, was sich noch von Grabmälern, Statuen und andern Monumenten der französischen Monarchie fand, und ohne Gefahr 500 Stücke stellte er in sechs Sälen des Klosters der Petits-Augustins auf. Dieses Cavent wurde den 21. Oktober 1795 zum Musée des monuments fran- cais erhoben. In dieses Museum brachte Lenoir auch die Kunst- reste der Schlösser von Anet und Guillon und mehreres aus einem gotischen Kloster. Er legte in Sarkophagen nach seiner Erfindung die Ueberreste eines Turenne, Moliere, Lafontaine, Decartes und anderer ein. Er grub zu Nogent-sur-Seine die Reliquien Abélard’s und Heines aus, und errichtete aus den Trümmern des Paraclet für eine gotische Kapelle. Diese Kapelle und die Sarkophage wurden man auf Pere-Lachaise zu Paris. Er rettete 1793 die Mausoleen Ludwig’s XII., Franz I. und Heinrich II. vor der Zerstörung. Unter der grossen Anzahl von gesammelten Statuen und Basreliefs sind auch zwei Statuen des Michelangelo, die einzigen von seinem Meister in Frankreich. Auch entdeckte er zu Autun ein Gemälde des Fra Bartolomeo. Die Anzahl von Gemälden und künstlerischen Säulen, welche er 1794 — 1814 für das Museum des Louvre erwarb, ist beträchtlich. Den 18. December 1816 erhielt das Museum des Petits-Augustins auf Befehl des Königs eine andere Bestimmung.

und Lenoir wurde Administrator der Monumente der königl. Kirche St. Denis. „Jetzt liess er die Gräber der Könige und Königinnen, der Prinzen und Prinzessinnen des königlichen französischen Hau- ses wieder herstellen. Lenoir beschäftigte sich auch mit der chro- nologischen Zusammenstellung der Monumente Frankreichs, und die Werke, welche wir ihm verdanken, sind folgende:

  1. Description historique et chronologique des monuments de

Sculpture, reunis au Musée, 1705, 8.

  1. Musée des monuments français, 8 Vol. mit 258 Blättern, in 8.

  2. Histoire de la peinture sur verre et description des vitraux anciens et modernes, 1804, in 8.

  3. Histoire des arts en France, prouvée par les monuments, mit 164 Blättern, in 4.

  4. Recueil de portraits inédits des hommes et des femmes célè- bres qui ont illustré la France, in 8.

  5. Nouvelles explications des hiéroglyphes, 4 Vol., mit 88 Blät- tern, in 8., 1800–1822.

  6. Nouvelle collection d’arabesques, 1810, in 4.

  7. Explication d’un monument égyptien, 1813, in 8.

  8. La Franc-Magonnerie rendue à sa véritable origine, 1814, in 8.

  9. Mémoire sur les sépultures d’Héloïse et Abélard, 1815, in 8.

  10. Considérations générales sur les sciences et les arts, 1816, in 8.

  11. Description historique et critique des statues, bas-reliefs, inscriptions et bustes antiques en marbres et en bronze, des peintures et sculptures modernes du musée royal, 8 Vol. in

  12. Atlas des monuments des arts libéraux, mécaniques et indus- triels de la France, Davon erschien nur ein Heft in fol.

  13. Observations antiquaires et critiques sur le génie et les prin- cipales productions des peintres et autres artistes les plus célèbres de l’antiquité, du moyen âge et des temps modernes , 1821 und 1824 etc., in 8.

Lenoir ist auch einer der Hauptredakteure der Annales françaises des sciences et des arts. Dann ist er Ritter der Ehrenlegion und des goldenen Sporns, Mitglied verschiedener archäologischer und ge- ehrrter Gesellschaften.

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