Lemot, Franz Friedrich, berühmter Bildhauer, geb. zu Lyon 1773, gest. zu Paris 1827. Er kam frühzeitig nach Paris , um unter Dejoux’s Leitung die Bildhauerei zu erlernen, und schon in seinem 17. Jahre gewann er den grossen Preis der Sculptur mit der Darstellung von Salomon’s Urtheil in Basrelief. Hierauf ging Lemot nach Rom , allein die Revolution störte seine Studien, und nach seiner Heimkehr musste er unter Pichegru’s Fahne dienen. Im Jahre 1805 erschien ihm wieder ein günstiger Stern, der ihn auf seine früher betretene Bahn zurückführte. David fasste die Idee zur Errichtung einer colossalen Statue, welche das französische Volk vorstellt. Die Convention gab ihre Zustimmung, und Lemot wurde nach Paris berufen, um die Idee ins Werk setzen zu helfen. Hierauf erhielt er den Auftrag, für den Saal der 500 die Statue des Numa Pompilius auszuführen, und nach Vollendung derselben ging er an die Ausführung der 7 Fuss hohen Statue Cicero’s für den Saal des Tribunats; seine Statue des Leonidas kam in den Sitzungs-Saal des Senats, für den Sitzungs-Saal des gesetzgebenden Corps fertigte er die 0 Fuss hohen Statuen des Brutus und Lycurg, und die Tribune jener Versammlung zierte er mit einem allegorischen Basrelief . Alle diese Werke erwarben ihm großen Beifall, und nicht geringeres Lob verdienen die folgenden.
— Im Jahre 1801 erkaufte der erste Consul die Marmorstatue einer
tim,] jund ‚der Stadt Dünkirchen schenkte Napoleon 180 ;
die von Lemot gefertigte Büste des Jean Bart. Im Jahre 1808 voll- endete er den Bogen und die Figuren des Sieges und des Frie- dens, welche den Triumphbogen des Carrousels zieren, da, wo damals die Venetianer ihr berühmtes Viergespann suchen mussten. Zwei Jahre später wurde das berühmte 72 Fuss lange und 15 Fuss hohe Basrelief des grossen Frontons der Colonnade des Louvre eingesetzt, und dafür erkannte ihm die Jury den grossen Decennal- Preis zu. Um jene Zeit vollendete er auch die Statue Murat’s, und hierauf wurde ihm die seltene Gunst des Glückes zu Theil, zwei Reiterstatuen von Königen auszuführen. Der Kaiser musste dem Könige weichen, und jetzt wurden auch wieder Ehrendenk- mäler des früheren Königthums errichtet. Lemot fertigte die Reiter- statue Heinrich IV. auf dem freien Platz des Pont Neuf, und jene Ludwigs XIV., die auf dem Platze Bellecour zu Lyon aufgestellt wurde. Diesen König stellte der Künstler zweimal zu Pferde dar, Das letzte Reiterbild wurde 1825 in Erz gegossen und zu Lyon er- richtet. Es ist 18 Fuss hoch, und der König erscheint im römi- schen Costüm. Die Statue des guten Königs Heinrich ist nur 13 Fuss hoch.
An diese Hauptwerke Lemot’s reihen sich noch mehrere andere, denn dieser Künstler erfreute sich zahlreicher Aufträge. Sein Werk ist das Basrelief der Renommée im Vestibulum des Palastes Luxem- bourg; eine Marmorgruppe zeigt Hebe, wie sie dem Jupiter als Adler Nektar reicht, und in der Versöhnungscapelle der Maria Antoinette diese, von der Religion unterstützt, ebenfalls in Mar- mor. Sein letztes Werk ist eine colossale Marmorstatue des Apollo, an deren Vollendung ihn jedoch der Tod hinderte.
Lemot ist einer der vorzüglichsten französischen Bildhauer. Er hatte Sinn für Schönheit der Form, und seine Figuren offenbaren in Miene und Stellung einen geistreichen Künstler. Sein Styl ist grossartig, und in der technischen Behandlung des Marmor sucht er seines Gleichen. Wenn man seinen Gestalten hie und da eine gewisse Affektation ansieht, so ist dieses auf Rechnung der Erb- sunde der französischen Schule zu setzen.
Lemoyne, s. Lemoine.
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