Lemercier, Jakob, berühmter Architekt, wurde um zu Pontoise geboren, und seine Ausbildung erlangte er in Italien . Er scheint schon in Rom gewesen zu seyn, und da waren es denn die modernen Gebäude, welche er besonders studirte, nicht so sehr die classischen Überreste des Alterthums. Seine Bauwerke tragen daher das Gepräge der Entartung der Baukunst: Sie sind überladen, geschmacklos, ohne Harmonie der Theile. Dennoch galt Lemercier damals für einen der ersten Architekten Frankreichs, und ihm wurden die ehrenvollsten Aufträge zu Theil. Anfänglich nahm sich Cardinal Richelieu seiner an, und dieser beehrte ihn mit verschiedenen wichtigen Aufträgen. Er ist der Architekt des Schlosses Richelieu, welches man zu jener Zeit anstaunte, doch
ist dieses nicht das Hauptwerk des Künstlers. Er baute 1620 das
Collegium der Sorbonne und hierauf die Kirche derselben, in wel- cher der Cardinal sich sein Grab bestimmte. D’Argensville erklärt diese Kirche nach Val-de-Grâce für das zweite Meisterstück der französischen Architektur, das ihm bei allen Fehlern außeror- dentlich gefiel, besonders in der Anlage. Milizzia findet nur die Seite gegen das Collegium hin erträglich, die Hauptfagade aber wimmelt von Fehlern. Die Säulen sind zu dünn, die Bogen hod und die Pforte klein, grosse Statuen in kleinen Nischen und viele andere Ungleichheiten. Im Innern ist es dunkel, wie in einer Grabeskammer, was das Gebäude nach dem Willen des Cardinals auch sein sollte, und die Feuchtigkeit erzeugte bald den Ge- ruch des Moders, während Richelieu noch daran dachte, sich einen neuen Palast zu bauen. Auch diesen errichtete Lemercier, ein Gebäude mit Gebrechen und Vorzügen, das später im den Pa- lais royal umgestempelt wurde. Sein Werk ist auch die Kirche der Pères de l’Oratoire, die Kirche St. Roch, und der Pavillon in der Mitte des Louvre. Als man die große Galerie des Louvre anlegte, war auch Poussin in Paris, aber vergebens wollte er dem Ungeschmacke der Pariser Kunsthelden steuern. Kaum hatte er die barocken Zierathen zerstört, so verschwor sich der Architekt mit den Malern Vouet und Fouquet, und Poussin musste wei- chen. Doch auch die Arbeit unterblieb. Als eines seiner Mei- sterstücke erklärt man die große Treppe des Schlosses in Fontai- nebleau, in Privatgebäuden leistete er aber durchaus nichts Loben- werthes. Die Kunst, nach damaliger Weise die Kirchen zu zieren, hatte er wie Mansard inne, in Wohngebäuden aber, besonders in den inneren Decorationen, lieferte er nur Meisterwerke der Dis- harmonie. Die Säulenordnungen sind schwerfällig; es ist bald Grosses neben Kleinem, Schwaches neben allzu Starkem gereicht, keine verständige Oekonomie. Für solche Fehler hatte man aber zu Lemercier’s Zeit kein wachendes Auge, und man vertraute dem Künstler immer neue Bauten an, die im gleichen Schlage entstan- den. J. Marot u. a. stachen die Plane seiner Bauten: der Sorbon- ne, des Palastes Richelieu, des Louvre etc. Er war auch Archi- tekt des Königs, und dennoch starb er in armseligen Umständen. Wann, ist nicht bekannt,
Die Kirche der Florentiner, von Michel Angelo in Rom & baut, 1607 geätzt.
Die Bildsäule Heinrich IV., 1608 im Lateran aufgerichtet.
Der Catafalk Heinrich IV., 1610 von ihm im Lateran & richtet.
Das Grabmal dieses Königs in St. Denis.
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