Lelie, Adrian de, Maler, geboren zu Tilburg 1755, gest. . Von Liebe zur Kunst getrieben, übte er sich anfänglich von selbst in der Malerei; allein es blieb ihm wenig Zeit übrig, da ihn seine Mutter, als Wittwe eines Kartenmachers, zu diesem Geschäft verwendete. Zu jener Zeit war ihm der Umgang mit van Spaats donck von einigem Vortheil, doch glaubte er nie ein Maler werden, bis endlich die Mutter, auf Anrathen einiger Freunde, die das Talent des Sohnes erkannten, beschloss, ihn nach Antwerpen zu schicken, um da Unterricht in der Malerei zu nehmen. Doch kam er nur zu dem Tapetenmaler Peeters in die Lehre, ab- er bei diesem blieb er nur, bis er dem Triebe zu höherer Ausbildung nicht mehr widerstehen konnte. Er wollte Bildnisse und mensch- liche Figuren malen lernen. Jetzt nahm sich Quertenmond seine an, dessen Zeichnungs- und Malerschule er einige Jahre fleißig besuchte, und so wurde er, da er auch auf der Stadtakademie die Baukunst und Perspektive studierte, nach und nach ein geschickter Künstler. In der Folge ging er nach Düsseldorf , und hier copierte er beinahe alle Porträts, welche die Gallerie von Rubens und van Dyck aufzuweisen hatte. Auch einige historische Gemälde bildete er nach, und nach zwei Jahren trat er endlich zu Amsterdam als ausübender Künstler auf. Hier malte er anfänglich mehrere Fe- traite, bald aber wirkten die Zeitumstände störend ein, und Lelie musste auch durch andere Bilder etwas zu erwerben suchen. Er malte jetzt verschiedene Scenen, und besonders gefielen ihm
aus dem täglichen und häuslichen Leben. Jan Gildemeester be- stellte mehrere Bilder in verschiedener Größe, und darunter er- wähnt man besonders die Darstellung von dessen Kunstsaale, in welchem eine Gesellschaft von Herren und Damen, Gildemeester’s Freunde, versammelt sind. Im Lokale der Gesellschaft „Felix Me- ritus“ sind von ihm mehrere Bildnisse von Mitgliedern derselben, und die Abbildung der Zeichenakademie. Besonders berühmt ist ein Gemälde, welches die Ankunft italienischer Malereien im Hôtel des H. Brentano vorstellt, mit den Bildnissen der vornehmsten Künstler und Kunstfreunde Amsterdams. Sie betrachten ein Ge- mälde des Leonardo da Vinci. Den Kunstitreund Brentano malte Lelie Jephson in einem Saale, an dessen Wänden Gemälde hängen. Er selbst hält ein Gemälde von Johann Bellini, und die an den Wänden stehenden Compositionen von Rembrandt, A. van de Velde, Ruysdael u. s. w. vor. Vor ihm liegen Kunstbücher, und in der Nähe steht der Maler des Bildes.
Lelie’s Gemälde sind zahlreich, sowohl die Bildnisse als die Genrestücke. Man findet deren in den Gallerien Belgiens, in Deutschland und in England, denn Lelie hatte grossen Ruf. Seine Bild- nisse, die er gerne in Lebensgrössen malte, sind sprechend ähnlich, wie seine Werke von gefälliger Anordnung und von grosser Voll- kommenheit in der Farbengebung. Er war Mitglied des königl. Institutes der Niederlande. Sein Bildnis ist in der Geschiedenis der Nederland. Schilderkunst door R. van Eynden III. p. 25. Blatt 4.3. Ausser diesem Werke findet sich über diesen Künstler auch in de Bast’s Annales du Salon de Gand Nachricht.
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