Leigel, Gottfried

Leigel, Gottfried, Formschneider aus Cranach’s Schule, der aus dem Holstein ’schen gebürtig sein soll, aber man kennt seine Le- bensverhältnisse nicht. Seine Thätigkeit fällt zwischen 1526 — 1560, und diese ist in Sachsen zu suchen. Indessen beruht die Angabe von der Existenz eines G. Leigel hauptsächlich nur auf der Erklä- rung des Monogrammes G. L. auf Blättern einer deutschen Bibel, die unter folgendem Titel erschien: Biblia: das ist die ganze hei- lige Schrift Scudsch. D. Mart. Luther. Wittenberg gedruckt durch Hans Luft , fol. Auf Blättern dieser Bibel stehen auch Ini- talen G. L., die wohl ebenfalls diesem angenommenen G. Leigel angehören. Doch nicht in der Bibel von Hans Luft allein kommen Blätter von diesem Formschneider vor, er arbeitete schon früher für die erste, sehr seltene Ausgabe der römisch-katholisch- antilutherischen Übersetzung von Hieronymus Emser, 1527 auf Befehl des Herzogs von Sachsen in folio herausgegeben, unter dem Titel: Das neue Testament nach Bawt der Christlichen Kirchen be- wertnn Text, corrigirt, unn wiederumb zu recht gebracht und XXVII. Gedruckt zu Dresden durch Wolfgang Stöckel. In dieser Ausgabe des neuen Testaments sind auch Abdrücke, Originalschnitte der apokalyptischen Bilder von Lucas Cranach, vielleicht in Ab- klatschen von Typen-Masse, da Emser wegen Formen der Fi- guren zur Offenbarung selbst an Cranach schrieb. S. Heller’s Cra- nach S. 275. Diese Ausgabe ist bei Weigel auf 6 Thl. gewertet. Die Buchstaben G. L. finden sich auch in Luther’s neuem Testa- ment, mit dem Titel: Das neue Testament Deutsch. Mart. Luther. Wittenberg MDXXVII., bei Mich. Lother. Ein auf solche Weise bezeichnetes Blatt mit dem schreibenden St. Lucas erklärt Bartsch P. gr. VII. 487 unter jenes eines unbekannten G. L., allein die Blätter mit den drei andern Evangelisten sind eben so bezeichnet, und alle sicher das Werk unsers Meisters.

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