Lehmann, Heinrich

Lehmann, Heinrich, Maler aus Ottensen bei Altona , wurde 1814
geboren, und seine Bildung zum Künstler erhielt er in Paris un-
ter Ingres. Schon bei seinem ersten Auftreten im Jahre 1835 be-
ürkundete er ein schönes und reiches Talent; welches sich frei und
selbstständig zu entwickeln begann. Er brachte damals seine Ge-
mälde der Abreise des jungen Tobias aus dem Vaterhause zum
Vorscheine, und diese Abschiedsscene war trefflich gelungen in dem
Ausdrucke der verschiedenen Gefühle der einzelnen Personen. Auch
die Umrisse sind fest gezeichnet, die Draperien mit Geschmack
behandelt, und besonders gefällig ist die Färbung. Das Kunstblatt
von 1835 S. 136 verbreitet sich ausführlich über dieses Bild, und
es das Hauptverdienst desselben erklärt es die Einfachheit der An-
lage, die Wahrheit des Ausdruckes, die glücklich getroffene Grup-
pierung der einzelnen Figuren, und endlich die redliche Erstrebung
eines hohen historischen Styls, welcher, den alten Überlieferungen
früherer Schulen getreu, die Bedingungen eines solchen Gegenstan-
des am würdigsten und passendsten ausfüllt. Im folgenden Jahre
malte Lehmann die Tochter Jephta’s, ein Bild von einfacher, cha-
raktervoller Composition, nach Buch der Richter Cap. XI. Sieben
junge Mädchen schen wir hier, und in der Mitte sitzt Jephta’s
Tochter im schmerzlichen Nachsinnen über ihr Schicksal vertieft.
Im Grunde schliessen Gebirge. Dieses Bild fand ebenso freund-
liche Aufnahme als das obige, und der Herzog von Orleans kaufte
der Sage nach es um 15000 Fr. Mehreres s. Kunstbl. 1836. 151
und 163. Im Jahre 1857 erhielt Lehmann vom Könige der Fran-
zosen den Auftrag, den Tod Robert’s des Starken für die National-
Gallerie in Versailles zu malen. Kurz zuvor vollendete er das
Gemälde der Heirath des Tobias, und dieses kaufte B. Paturle, als

Gegenstück zu Leopold Robert’s letztem Werke: Les pêcheurs. Gegen das Ende des bezeichneten Jahres zog Lehmann nach München, und von da aus 1858 nach Italien.

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