Lazzarini, Gregorio, Maler von Villanuova bei Venedig. Die ersten Vorbilder seiner künstlerischen Nachahmung waren die Berühmten der Umgend. Hierauf kam er nach Venedig zu F. Rosa, und jetzt wurde er bald so berühmt, dass er in seinem eigenen Haus eine Schule errichtete, aus welcher neben anderen Tiepolo hervorging. Er kam nie aus Venedig und dennoch, sagt Lanzi, möchte man bei Betrachtung seiner Werke glauben, er sei in Bologna oder vielmehr in Rom gebildet. Was die Bestimmtheit der Zeichnung anbelangt, ist er nach Lanzi’s Urtheil der Rafael Venedig’s. Sein Styl ist heiter, nicht so düster und gemein, wie der seines Meisters Rosa; ja er sprach sich ganz entschieden gegen jene Verdüsterung der damaligen Maler aus. Er galt auch für einen sehr unterrichteten Künstler, den selbst die gelehrtesten Männer schätzten. Maratti hieß besonders viel auf ihn, und er sagte der Botschaft, welche ihn bewegen sollte, für den Saal dello Scrutinio ein Bild zu malen: „Er wundere sich, dass man ihn in Rom aufsuchen könne, da doch Venedig einen Lazzarini habe;“ und Lazzarini stellte in diesem Saale das Siegesandenken Morosini’s auch wirklich zu aller Zufriedenheit dar. Ganz besonders zeichnete er sich in Darstellung des St. Lorenzo Giustiniani als Patriarchen aus, und dieses scheint Lanzi das beste Ölbild der Venediger Schule jenes Jahrhunderts zu sein. Auch seine Staffeleigemälde mit kleinen Figuren gelten, da sie gefällig und mit Leichtigkeit behandelt sind. Im Sinzergewölbe der heil. Katharina zu Vicenza malte er einige liebliche Szenen im heitersten Colorite. Besonders berühmt ist er als Bacchanalienmaler, Zanetti lässt diesen Künstler 1740 im 86. Jahre sterben; nach Longhi starb er 1735 im 78. Jahre, und im Wegweiser von Venedig heißt es, dass er 1730 im 75. Jahre gestorben sei. Und wer hat wohl recht? Ticozzi, wenn er den Künstler 1642 geboren werden und 78 Jahre erreichen lässt? Demnach wäre er 1722 gestorben — wenn es richtig ist. Seine 1602 geborene Schwester Elisabeth übte ebenfalls die Malerei.
Es wurde auch Einiges nach ihm gestochen, von Peiròlery, Wagner u. a.
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