Lautensack, Heinrich, Maler und Goldschmied , angeblich der Sohn Paul’s, wurde nach Hüsgen’s Angabe, der aus sicheren Quel- len geschöpft zu haben scheint, den 3. Februar 1522 in Bamberg geboren. Seine Mutter, eine geborne Gräfin, war ebentalls aus
Bamberg; die Kunst aber erlernte Heinrich in Nürnberg , wo er 1532 beim Goldarbeiter Melchior Bayer auf sechs Jahre in die Lehre tra. Später kam er nach Frankfurt am Main , wo er sich 1550 verheirathete, und viele Jahre mit Beifall arbeitete, bis er zuletzt nach Nürnberg zog. Hier starb er 1550. In Frankfurt gab er 1555 ein Buch heraus, welches vom Winckelmaass und Richtscheidt und der Perspektive , von der Proportion der Menschen und Rousse handelt. Dieses Werk, mit Holzschnitten, erwarb ihm grosses Lob.
H. Lautensack soll auch in Holz geschnitten haben, und dann legt man ihm auch Kupferstiche bei, allein mit dem Monogramme, das man ihm beilegt, hat es wenig Richtigkeit. Es steht auf die- sen Blättern die Jahrzahl 1533, wo der Künstler erst in die Lehre kam. Auch Hüsgen hat in seinen Nachrichten von Frankfur- ter Künstlern nicht recht, wenn er sagt, Lautensack habe 1552 das Bildnis seines Vaters Paul gestochen. Dieses ist jenes Bild- Buss, welches wir im Artikel des H. S. Lautensack aufzählten, und dessen gehören auch die Nürnberger Prospekte an, die Hüsgen dem Heinrich beilegt. Hier verwechselt ihn dieser Schriftsteller mit Hans Sebald, und wenn er sich zuletzt auch im Geburts- Jahre geirrt hat? Jeder mag glauben, was er will, und wir zäh- len nur einige Blätter des Monogrammisten H. L. auf, da dieser nach Einigen Heinrich Lautensack seyn soll.
Folgende drei Blätter legt Bartsch IX. 474 einem solchen Mono- grammisten bei; der Monogrammist H. L. 1533 VII. ff. ist damit nicht zu verwechseln.
Christus am Kreuze zwischen den Schächern: Christum non istum etc., 1557. Die letzte Numer fand Bartsch in seinem Abdruck verwischt. H. 10 Z., Br. 6 Z. 8 L.
Der Heiland mit Mantel, Krone und Weltkugel: Vivo ego nolo mortem etc., 1558. H. 8 Z. 4 L., Br. 6 Z. 2 L.
Die Charitas unter einem Weibe, welche auf das Kind Milch aus der Brust drückt. Auf dem steinernen Tische liegt ein schlafendes Kind, 1558. H. und Br. 4 Z. Das schlafende Kind ist nach Beham copirt, No. 1 des Werkes bei Bartsch.
Die Marter der heil. Catharina, mit dem Monogramm H. L., welches Huber auf diesen Künstler deutet.
Das Urtheil des Paris, Copie einer Gruppe aus Marc An- ton’s Blatt nach Rafael: Iudicium Paridis. Am Rande ist das Zeichen und die Jahrzahl 1558. H. 8 Z., Br. 6 Z. 10 L. Neben dem Zeichen fand Brulliot I. 2381 auf diesem Blatte auch das Wort: leytzen, was vielleicht den Stecher be- deutet.
Es ist nicht mit Sicherheit zu bestimmen, ob diese Blätter ge- rade dem Heinrich Lautensack angehören, und weil auch die des andern Monogrammisten H. L. öfter bald auf diesen Künstler, bald auf Hans Lenker gedeutet werden, so mögen sie hier sich anschlies- sen, weil wir sie im angehängten Monogrammen-Lexicon doch auf- zählen müssten.
Folgende Blätter verzeichnet Bartsch p. gr. VIN. 35 £.
Christus mit Dornen gekrönt, links oben auf einem Täfel- chen die schwer zu lesenden Buchstaben H, L. H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z. 7 L.
Die Passions-Werkzeuge von Engelgarda gemembra levare etc., 1533, alles schwe 11 L., Br. 3 Z. 0 L. %
St. Georg als Besieger des Drachen. H. L. Die zweiten Abdrücke haben die ]
Die Enthauptung der heil. Dorothea, 15
Br. 2 Z. 6 L. 4< 8} D?: Gott Hymen mit der Fackel. H. 4 7 ®
- Amor mit dem zerbrochenen Bogen, in männer und Weiber am und im Wasser
2 Z. 6 L.
Amor mit dem Bogen in der Rechten, ' einen zerbrochenen Pfeil haltend. H.4 6 L. Die zweiten Abdrücke haben die ,
Der kleine Genius mit der Erbsenschote, anderer eine Frucht nimmt, 1533. Oval 2 Z. 7 L. ”
Der Mann mit einem Weibe, welche hält; ersterer nackt, mit zwei Vogelflü das Weib steht rechts. H.4 Z. 10 L.?
Holzschnitte, -
- Der Erlöser stehend, mit der Erdkugel mit der Rechten segnend. H.7 Z. 6 L.
- gt. Christoph mit dem Jesuskinde auf deı
r. 5 Z. 12) St. Georg zu Pferde tödtet den Drachen Folgende Blätter fügt Brulliot I. 2387
Kupferstiche: 13) St. Peter, von 1522, also sicher nicht v 14) St. Hubert, 1522. Rund. n 15) Die Bekehrung Paul’s. Rund. 16) Die Enthauptung des heil. Johannes, R 17) Die Enthauptung der heil. Catharina. X 18) Herkules hält die Hirschkuh im Laufe a
Holzschnitte: 19) gt. Sebastian am Baume, im Grunde M
. r. C 9 ° 20) St. Georg, 1516.
mtero F-‚ Lithograph, zeichnete mit Strizne ‚der Boiserce’schen Sammlung, die seit 1828 Be von Bayern ist.
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