Lautensack, Hans Sebald

Lautensack, Hans Sebald, Maler, Kupferstecher u. Formschneider,
ein für seine Zeit berühmter Künstler , dessen Lebensverhältnisse aber
doch unbekannt blieben. Sein Wirkungskreis ist in Nürnberg zu su-
chen, und auch in Wien scheint er sich aufgehalten zu haben. Man
weiß nicht mit Bestimmtheit anzugeben, wer sein Vater gewesen, doch
vermutet man diesen in Paul Lautensack. Letzterer war in Bamberg
geboren, und hier genoss er grossen Ruf. In späterer Zeit zog
er nach Nürnberg , um seine Religionsmeinung zu bewahren, und
dieses geschah zu einer Zeit, als er schon Kinder hatte. Darun-
ter muss denn unser Hans Sebald gewesen seyn, der demnach in
Bamberg, angeblich oder , geboren wurde. Dass er
Paul’s Sohn gewesen, könnte auch der Umstand in Etwas bewei-
sen, dass H. S. Lautensack das Bildnis desselben gestochen hat;
dieses , als der alte Lautensack 74 Jahre zahlte. Die Thätig-
keit des Sohnes dürfte sich nicht weit über 1560 erstrecken; es
müsste denn seyn, dass er nach 1560 nicht mehr in Kupfer gesto-
chen hat. In dem bezeichneten Jahre war er aber noch fähig zu
arbeiten. Damals zeichnete er für seinen Freund Hans Muffel das
Vaterunser, reiche bildliche Darstellungen im 12 leicht mit Braun
und Schwarz lavirten Blättern, welche bis 1824 in der Sammlung
des Kaufmanns Bisen in Nürnberg waren. Eitliche Jahre früher
radirte er eine interessante Folge von sechs Prospekten der Stadt
Nürnberg und der Vorstädte. Dem Rathe verehrte er ein zierlich
ausgestrichenes (coloriertes), und jedem der Rathsglieder ein schwar-
zes Exemplar. Dafür wurde ihm 1552 den 21. März in einem Raths-
verlass ein Geschenk von 50 fl. bewilligt. Wenn er je in Wien
gewesen, so war dieses in den folgenden Jahren, zwischen 1554
und 1560.

Bartsch P. gr. IX., 208 ff. verzeichnet 50 Stiche und Holzschnitte
von diesem Künstler. Es sind dieses Bildnisse und Landschaften,
von denen einige mit biblischer Staffage versehen sind, und wegen
der Kühnheit der Nadel und der kräftigen Wirkung geschätzt
werden. Vortrefflich sind auch seine mit dem Stichel vollendeten
Bildnisse, besonders jene des Paul Lautensack, des Königs Maximil-
ian von Böhmen, des Erzherzogs Karl, des Sebastian Phauser,
und jene, die bei Bartsch als unbekannt erscheinen. Unter seinen
geschichtlichen Arbeiten verdienen besondere Erwähnung: David
und Goliath, die Cananäerin, Bileams Esel, die Arbeiter im Wein-
berge, das Turnier bei der Hochzeit des Kaiser Ferdinand etc.

  1. Das Bildnis des H. S. Lautensack, bei Bartsch unter No. 1.
    als das eines Unbekannten aufgeführt. Diese Halbfigur halt

Lautensack, Hans Sebald.

In der Linken eine Art Vase, auf welcher das Monogramm

und die Jahrzahl 1554 steht. Rechts hat man durch das Fenster

die Aussicht auf ein Schloss. H. 7 Z. 8 L., Br. 5 Z.

Ist davon eine verkleinerte Kopie, mit der Schrift:

Hans Lautensack, Maler in Nürnberg. H. 4 Z. 0 L., Br.

3 Z. 8 L. Sie gehört zu einer Portraitfolge, von

herausgegeben.

  1. Paul Lautensack, Maler, Büste, nach rechts sehend, mit

Inschrift und der Jahrzahl 1552. H. 8 Z. 1 L., Br. 6 Z.

2 L.

  1. Johann Sebastian Phauser, Prediger des Königs von Böh-

men, 1555. H. 8 Z. 6 L., Br. 5 Z. 8 L.

  1. Johann Dreher, die Handschuhe in der Hand haltend, 1555.

H. 8 Z. 6 L., Br. 6 Z. 2

  1. Ein Mitglied der baaruchen Familie Freiberg, Halbfigur:

Haec aequalia, has stel

berg etc., 1553. H. 8 Z. 7 L., Br. 6 Z.

  1. Halbfigur einer Frau, fast en faqc, nach Links gerichtet: Con-

tigit integris cui etc., 1553. H. 8 Z. 8 L., Br. 6 Z. 6 L.

  1. Hieronymus Schurstab, Halbfigur, links durch das Fenster

Landschaft, 1534. H. 7 Z. 4

nicht bemerkt.

  1. Johann de Thaw, Halbfigur: Soli deo gloria. H. 11 Z.

L., Br. 7 Z. 6 L.

  1. Dr. Roggenbach zu Bamberg (bei Bartsch No. 9 unbekanntes

Bildnis), Αὐθενος οὐσα εἰς αὐτὸν, 1554. H. 12 Z. 7 L.,

Br. 8 Z. 10 L.

  1. 0mali van Eck (bei Bartsch unbekanntes Bildnis No. 13):

Anno aetatis sue XXIX., 1553. H. 13 Z., Br. 0 Z.

  1. Die Gattin des Obigen (bei Bartsch unbekanntes Bildnis No. 10):

Anno aetatis sue XXIV., 1553. H. 12 Z. 9 L., Br.

10 Z. 9 L. Imer-

sten Drucke vor den Worten:;: S. Leonard's Durch was Bartsch

Leonhard von Eck, kais. Rath (bei Bartsch unbekanntes Bildnis

No. 11): Obdormivi in Christo anno MDL., links unten

  1. H. 12 Z. 11 L., Br. 0 L.

Die Gattin des Obigen (bei Bartsch unbek. Bildnis No. 12):

Anno aetatis sue LXI., links unten 1553. In gleicher Grösse

mit dem obigen Bildnis, und beide im ersten Drucke vor

der Jahrzahl und dem Zeichen.

Maximilian, König von Böhmen, Büste, und Oval mit

Wappen, 1555. H. 13 Z. 4 L., Br. 9 Z. 3 L.

Perämand, römischer König, 1556. H. 15 Z. 2 L., Br.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_QFMTunOF6koC