Laulne, auch Laune

Laulne, auch Laune, ete.

  1. Ein König auf dem Throne mit mehreren Figuren. Die Entführung der Hippodamia. Bacchus auf dem Fasse, rund. Dieses Blatt fanden wir dem

Etienne beigelegt, es gehört aber wohl dem Johann Stephan de Laulne an.

  1. Die drei Grazien : Sio Rome carites nivco ex marmore sculptae.

  2. Aktäon in einen Hirsch verwandelt,

  3. Derselbe von Venus beweint.

  4. Zwei Frauen knieend vor der Statue der Diana, oval.

  5. Lucretia sterbend von zwei Soldaten unterstützt.

  6. Apollo auf dem Wagen von vier Pferden gezogen, links Luna von Sternen umgeben, im Grunde Landschaft.

  7. Ein geflügeltes Weib auf einem geflügelten Pferde, mit Halb- monde und Trompette, zu den Seiten ein Mann und ein

  8. Drei weibliche allegorische Gestalten, darunter die Zeit mit der Kugel. Doch wohl nicht einerlei mit der unten ange- zeigten Darstellung der Grazien ?

  9. Der Kampf der Centauren und Lapithen, oblong.

  10. Der Kampf von Männern zu Fuss gegen Männer zu Pferd, oblong.

  11. Der Kampf gegen Thiere, oblong.

  12. Folge von 12 Blättern in Form von Friesen: Kämpfe, Jag- den, Bacchanale und ein Triumphzug. Dazu gehören wohl die vorhergehenden Blätter.

  13. Der Fischer mit der Angel, Landschaft, oval.

  14. Der Vogelfänger, Landschaft, oval.

  15. Folge von 30 Darstellungen aus dem alten Testament, mit der Schöpfung des Himmels und der Erde beginnend. » Gegenstände sind aus der Genesis genommen, alle mit Ste- fanus F. oder S. F. bezeichnet. H. 2 Z. 4L., Br. 3Z. 10} L. incl. 4 L. Unterrand.,

Diese Folge ist schön und selten. In den ersten Abdrü- cken steht das Wort „Genesis“ unter den lateinischen Ver- sen und diese sind grösser und ohne Abbreviatur. Letzter: findet man auf den zweiten Abdrücken, das Wort „Genes- “steht über den Versen und dazu kommt noch der Name und das Privilegium. In den dritten Abdrücken liest man auf dem ersten Blatt: Stephani Scolari forma.

  1. Die Geburt der Maria.

  2. St. Paul vom Pferde gestürzt,

  3. David enthauptet den Goliath, Copie nach Marc Anton.

  4. Die Marter der heil. Felicitas, nach Marc Anton,

  5. Loth mit seinen Töchtern, Luca Peni inv. Vorzügliches Blatt

  6. Die eherne Schlange, reiche Composition, nach Jean Cusin gr. fol. Dieses ist das grösste Werk des Künstlers,

  7. Susanna und die Alten.

  8. Letztere von Daniel gerichtet.

  9. Die zwölf Monate, 12 kleine Ovale, 1568.

  10. Die vier Welttheile, 4 kleine Blätter, 1575. Die sieben Planeten, 7 kleine Ovale, 1575.

  11. Folge von 7 kleinen Blättern, auf jedem drei Statuen von Göttern und Göttinnen in Nischen; nur der Titel zeigt zwei;

  1. S. Johann de Laulne.

Launlne, Johann Stephan de. — 3M

  1. Folge von 12 kleinen Ovalen mit Darstellungen aus der Fabel, mit lateinischer Erklärung um jedes derselben,

  2. Folge von sechs Darstellungen aus der Fabel, jede mit zwei lateinischen Versen, in die Breite.

  3. Die fünf Sinne, fünf kleine Blätter mit Titel, 1570. S. den Artikel Johann de Laulne.

  4. Folge von fünf Blättern: der Neid, der Hunger, der Überfluss, der Krieg und der Frieden,

  5. Folge von 16 kleinen Blättern mit allegorischen Figuren, in Ovalen: die Theologie, die Arithmetik, Astronomie, die Geometrie, die Physik, die Grammatik, die Rhetorik, die Dialektik, die Jurisprudenz, die Musik, die Weisheit, die Freigebigkeit, die Großmuth, die Freundschaft und die Minerva.

  6. Verschiedene Folgen kleiner Blätter mit Arabesken und Figuren auf weissem und schwarzem Grunde. Die Zahl der letzteren ist die grössere. Diese Blätter belaufen sich über 50.

  7. Die Bildnisse von Claude de Verth, Mönch von Clugny; André de Valois, Historiker; André Pare, Wundarzt.

Stephan wurde in seiner Jugend zum Goldschmied gebildet, doch zog er die Kupferstecherkunst vor, und er leistete hierin Vorzügliches. Er führte den Grabstichel mit grosser Leichtigkeit und Zartheit, allein in der Zeichnung gebrach es ihm. Dennoch sind seine Blätter höchst beachtenswerth, da er nach guten Meistern stach, und auch in eigener Composition ist er — die schlechte Zeichnung abgerechnet — nicht ohne Interesse, besonders in dem, was die Erfindung anbelangt. Er ging darin mit grosser Leichtigkeit zu Werke, Christ nennt sein Werk irrig Opus mallei. Er folgte der Weise des Campagnola.

Das Todesjahr des Künstlers kennt man nicht, doch erfolgte es um 1505 zu Strassburg, wo Laulne lange, oder am längsten arbeitete.

Es finden sich von diesem Künstler auch geistreiche Zeichnungen, mit der Feder entworfen und mit Indigo lavirt, in Bister, chinesischer Tinte. Mehrere solcher Zeichnungen sind im Cabinet Paignon Dijonval pag. 110. verzeichnet.

Papillon macht den E. de Laulne auch zum Formschneider, aber mit Unrecht. In der von Ch. Egenolff 1572 gedruckten Ausgabe des Petrarca findet sich auf etlichen Holzschnitten ein Zeichen, das einem liegenden S. gleicht, und dieses Zeichen deutet Papillon auf St. de Laulne. Es ist die Chiffre eines deutschen Formschneiders.

Schliesslich bemerken wir noch, dass wir dieses Künstlers schon unter Delaune erwähnt, wie dieses auch einige andere Schriftsteller gethan haben, uns scheint es aber paradox, hier seiner ausführlicher zu gedenken, da wir seit dieser Zeit mehreres über seine Werke erfahren haben. In der Angabe des Geburtsjahres folgten wir damals der gewöhnlichen Meinung.

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