Largillicre, Johann — Larive-Godefroy, etc., 311
Paris nicht wieder, in der letzten Zeit ging er nur nach England , um Jakob II. und seine Gemahlin zu malen. Das Bildnis des Königs haben J. Smith und P. Pickaert gestochen. Seine Bildnisse sind sehr zahlreich, und auch sich selbst hat er öfter gemalt. Diesen seinen Portraitmalereien spendete man ungeteiltes Lob, und Wa- telet findet darin den Charakter der Grossartigkeit. Dann strebte er nach täuschendem Effekte durch den doppelten Zauber der Lokalfarben und der Lichter, und von dieser Seite sah er auch immer die Natur an. Dann rühmt man auch seinen Geschmack in der Bekleidung, in der Geschicklichkeit der Nachahmung der Stoffe, das markige und glühende Colorit, und die sichere und freie Be- handlung. D’Argensville, der sein Leben beschrieb, wobei er einen eigenhändigen Aufsatz des Künstlers benutzte, gesteht ihm den Ruhm eines der ausgezeichnetsten Portraitmaler zu, dessen Bildnisse Van Dyck’s würdig seien. Auch Fiorillo glaubt, Largillicre sei als solcher nur von H. Rigaud übertroffen worden, er wäre aber zu den ersten zu zählen, wenn er sich gegen Ende seines Lebens nicht von der Natur entfernt und handwerksmäßig gearbeitet hätte. Dieses hindert indessen nicht, seine früheren Werke jenen der er- sten französischen Meister anzureihen, und wenn er je eine Voll- kommenheit erlangt hat, so eignete er sich diese nicht durch sein später handwerksmäßiges Streben an. Mit der gegenwärtigen Schule hat er wenig oder nichts gemein.
Zu seinen schönsten Bildnissen gehört jenes des Cardinals Noailles, gestochen von C. Vermeulen, des Bischofs Huet von Avranches, des Malers Lebrun, von Edelink schön gestochen, der Schauspielerin Duclos, seines Schwiegervaters la Forrest und sein eigenes in der Florentinischen Gallerie.
Für das Rathhaus in Paris malte er zwei grosse Bilder: das Gast- mahl, welches die Stadt 1687 zur Feier der Genesung des Königs gab, und die Vermählung des Herzogs von Burgund. Für Saint- Vincent malte er 1634 ein Ex voto. Seine historischen Bilder machen indessen den geringeren Teil seiner Werke aus, und ge- stochen davon ist eine Kreuztragung und Kreuzerhöhung von F. Roetiers, dann einige Heilige von C. Vermeulen und Gantrel. Da- gegen ist die Zahl der nach ihm gestochenen Bildnisse sehr be- deutend, sowohl männliche als weibliche, nämlich von J. Smith, Drevet, van Schuppen, C. Vermeulen, N. Pitau, G. Edelink, St. Gantrel, Roullet, Gobinet, C. Duflos, J. Tardieu, J. Audran, S. Thomassin, L. Surrugue, Petit, Fiquet, B. Löpicie, J. Galle, J. v. d. Bruggen, L. Desplaces, Chateau, N. v. fien, C. Du- puis, Sarabat, J. G. Wil?, E. Desrochers u. a.
Sein eigenes Bildnis stach F. Chereau 1715, Ch. Dupuis’ 1730, J. G. Wille für das Werk von Oedieuvre,
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