Laquy, Joseph Wilhelm

Laquy, Joseph Wilhelm, Zeichner und Maler, wurde 1738 zu Bruel zwischen Köln und Bonn geboren, und den ersten Unter- richt genoss er bei einem Maler Beldieu. Nach Verlauf seiner Lehr- jahre begab er sich nach Amsterdam , hier aber drohte ihm, ohne es zu wissen, die größte Gefahr. Er kam in das sogenannte Sce- lenverkäuferhaus, wo er den Herrn porträtierte, und längere Zeit gut gepflegt wurde, da Laquy auch die Violine artig spielte. End- lich machte ihn Jood Brando auf seine Lage aufmerksam, und jetzt entfloh der Künstler bei nächster Gelegenheit. Er begab sich nach dem Haag, wo er in der Tapetenfabrik des J. Remmers meh- rere Jahre arbeitete, neben W. Hendriks, dessen Landschaften er mit Figuren und Thieren staffirte. Die Ursache des langen Blei- bens in dieser Fabrik war die Tochter des Besitzers, allein da Remmers in keine Verbindung einwilligen wollte, so verließ Laquy sein Haus, um fortan für sich selbst zu wirken. Jetzt hatte er das Glück, bei Braamkamp Zutritt zu finden, und im Cabinet dieses Kunstfreundes fand er hinreichende Muster zu weiterem Stu- dium, in den Werken des G. Dow, Metzu, P. de Hooghe u. a. Hier fertigte er Zeichnungen nach drei berühmten Stücken, welche für das russische Cabinet angekauft wurden, aber auf dem Trans- porte zu Grunde gingen. Darunter ist das in Holland unter dem Namen der „Kraamkamer“ bekannte Bild von G. Dow, die „groote Ossendrift“ von P. Potter, und das Bild von Koedyck, welches einen Mann vorstellt, der von der Wendeltreppe herab ein Mäd- chen beobachtet. Die Zeichnung der Kraamkamer von Laquy kam in die Sammlung des Ploos van Amstel, und da wurde sie um 146 fl. verkauft.

Im Jahre 1769 erhielt er den goldenen Ehrenpreis der Akademie zu Amsterdam, und schon vor, sowie nach dieser Zeit malte er noch ver- schiedene Bilder, die durch gefällige Anordnung, durch den Reich- thum der Beiwerke und durch Schönheit des Colorits anziehen. Er malte Scenen aus dem häuslichen Leben und andere Genrebil- der. Mehrere seiner Bilder waren in der Sammlung Braamcamp; neben andern eine Kopie von Lairoesse’s heil. Familie, die L. ten Kate für 100 fl. ersteigerte. Im Cabinet des van Gildemeester war eine Interiore, ein reiches Bild, welches unter dem Namen des „Wafelhuis“ bekannt ist. Man sieht da in einem bürgerlichen Zimmer an einer Tafel einen jungen Mann mit einem Mädchen zechen, ein Weib bäckt Wafeln, eine Magd streut Zucker auf

Laquy malte auch geistliche Darstellungen und Bildnisse, die aber nicht sehr ähnlich sind. Dann fertigte er auch eine bedeutende Anzahl von Zeichnungen, die in eigenen Compositionen und in solchen nach fremden Meistern bestehen. Viele derselben sind in Saftfarben ausgeführt, andere in Rothstein, und einige mit dem Pinsel übergangen.

Dieser Künstler lebte mehrere Jahre in Amsterdam, zuletzt aber begab er sich nach Kleef, wo er eine vornehme Wittwe heiratete. Im Jahre 1708 starb er daselbst.

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