Langer, Robert von, Historienmaler, wurde 1785 zu Düsseldorf geboren, und hier war es sein Vater, Peter von Langer, der ihm mit den Grundsätzen der Kunst vertraut machte. Hiernach nahm er 1790 eine Reise nach Dresden , Berlin und Cassel , um im Herbste desselben Jahres begleitete er seinen Vater auf der Reise nach Paris , wo damals die Kunstschätze aus Italien und dem Nie- derlanden aufgehäuft waren. In Italien selbst waren fast nur die Wände mit den Fresken und antike Trümmer zurückgeblieben, aber dennoch begab sich Langer dahin, um auch hier ein Jahr den Studien obzuliegen.
Robert von Langer.
Im wurde er endlich Professor an der Akademie der Künste in München , deren oberste Leitung dem P. v. Langer an- vertraut war. Langer jun. besorgte jetzt auch die Einrichtung der Antikensäle, nicht der antiken Sale, wie der große Kunsthistori- ker A. von Schaden in seinem sogenannten artistischen München schreibt. R. v. Langer leitete auch den Unterricht in der Plastik, da R. Boos wegen Altersschwäche wenig mehr leisten könnte, und dessen Nachfolger Eberhard mit allerhöchster Bewilligung abwe- chslte und war. Von 1809–1824 war Langer auf diese Weise be- trächtet, und 1820 wurde ihm noch dazu die Stelle als General- sekretär der Akademie anvertraut; in welcher Eigenschaft der Künstler bis zum Jahre 1826 verblieb. Im Jahre 1827 wurde er endlich Direktor des k. Cabinets der Handzeichnungen, und als solcher ist er noch gegenwärtig in München thätig. Er ist auch Mitglied der Akademien zu Wien, Gent, Antwerpen u. a.
R. v. Langer hat mehrere Werke geliefert, die sich des vollsten Beifalls erfreuten, da sie sich durch Schönheit der Composition, durch Reinheit der Zeichnung und durch charakteristische Wahr- heit der Gestalten in Gebärde und Stellung empfehlen. Auch in technischer Hinsicht ist Langer Meister. Dann ist er ebenfalls als Zeichner rühmlich zu erwähnen. Er wandte dem unsterblichen Ante ein besonderes Augenmerk zu, und aus dessen grossartiger Dichtung der Hölle wählte er den Stoff zu einer Reihe von treff- lichen Federzeichnungen. Doch fertigte er auch mehrere Zeich- nungen in Pastellfarben, meistens heiligen Inhalts, sowie er über- haupt die Richtung zum Religiösen einschlug. In der Kirche des allgemeinen Krankenhauses zu München ist von ihm gemalt ein Cyclus von acht Bildern, die an den Wänden grau in grau die sieben Werke der Barmherzigkeit und am Altare Christus, vor- stellen, wie er Blinde und Lahme heilt. Diese Gemälde sah man zuerst bei der Kunstausstellung in München 1814. Am Hauptaltare der Kirche zu Blevio am Comersee ist sein grosses Bild mit Maria in der Glorie, und den Heiligen Epimachus und Gordianus im un- tern Theile. In der Metropolitankirche zu München sieht man seine Kreuzabnahme, und in der Franciskanerkirche daselbst ist das Altargemälde mit Franz von Assisi sein Werk. Für die Gal- lerie der Stadt Düsseldorf malte er eine Anbetung der Weisen, und überdies finden sich von seiner Hand eine Anzahl schöner Bilder in kleinerem Raume: Die Vertheidigung des Socrates; die Erweckung des Lazarus, 1810; Rebecca am Brunnen; Marius auf den Trümmern von Carthago; Maria mit dem Kinde auf dem Throne von den christlichen Tugenden umgeben, 1817; die heil. Jungfrau mit dem Kinde und anbetende Engel; die Vermählung der heil. Catharina; die Grablegung, 1820; die Anbetung der hl. drei Könige; die heil. Familie, 1823; u. s. w. Dann sah man bei Gelegenheit der Kunstausstellungen auch immer Zeichnungen von diesem Künstler. Er fertigte deren eine ganze Reihenfolge, welche die Hauptgestalten des alten und neuen Bundes, sowie alle Elemente und Anstalten der christlichen Kirche versinnlichen. Eines seiner neueren Ölgemälde stellt die Erziehung des Bacchus dar, und 1838 malte er ein Bild nach Dante’s Hölle V.: Weil sol- cherlei der eine Schatten sagte etc. Beide großen Gemälde.
Dann müssen wir auch seine Fertigkeit im Fresco rühmen. Im Saale seines Landhauses zu Haidhausen bei München stellte er am Rande in zwölf grösseren und kleineren Bildern das Reich der Poesie bildlich dar, und mit sechs anderen grossen Frescobildern zierte er den Empfangsaal des Herzogs Maximilian in Bayern. Hier sieht man die Allegorische Darstellung der Nacht, und was sie Finsteres
und Ungathümies erzeugt, und wie danach dessen Untergang
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