Landseer, Edwin

Landseer, Edwin, berühmter Maler zu London , wurde um geboren und seine Bildung zum Künstler verdankt er größtenteils sich selbst und seiner genauen Beobachtung der Natur, der

Menschen- und Thierwelt. Er malt Genrestücke, Blumen, Früchte, Stillleben, tote und lebende Thiere, und Darstellungen erwarben ihm den Ruf ‚eines trefflichen, vielseitigen Künstlers. Sein Humor, die Vielfalt der Ideen, die zu Gebote stehen, die Farbengebung, die technische Vollkommenheit seiner Arbeiten sind gleich bewundernswerth. Seine Gemälde sind schön und geistreich und seine Darstellungen aus Thierwelt nicht minder vorzüglich. Er weiss seinen Thieren Stellung und Bewegung Leben zu ertheilen, und der Ausdruck der Thierphysiognomien ist eben so wahr als glücklich wie gegeben. Jedes Haar ist mit Genauigkeit gemalt, seine Sorgfalt verbreitet sich auch auf die Accessorien, und diese sind immer vollkommener Uebereinstimmung mit dem Hauptgedanken. Vorbild in seinen thierischen Darstellungen war William Weenix, er steht ihm in seiner hohen technischen Vollendung nicht nach. Welch grossen Schatz humoristischer Ideen er besitze, und wie sie in einer heiteren, gemüthlichen Weise auszudrücken verstehe, beweiset neben anderen: Der Steinbrecher, die hochländischen Musikanten etc. Das kleine Gemälde der alten Hausfrau ist hervorragend im Ausdruck und von technischer Vollendung, ebenso die Dirne, welche Schafe hütet, und besonders schön sind letztere und der Hund. Meisterhaft in Hinsicht auf Wirkung des Gegenlichts und der Farbengebung, und unübertrefflich in Ausführung der Details ist jenes Bild, welches ein Paar hündische Repräsentanten des Democratismus und Aristokratismus, und einen Offizier von Garde vorstellt (Low Life and High Life); nicht minder anzusehen sind: Der Diebstahl in der Speisekammer, der Affe und die Kanne, der Löwe, welcher beim Fressen von einer Schlange gestört wird — ein Bild, das eines Rubens oder Snyder’s würdig ist, u.s.W. Anzahl seiner Bilder ist bedeutend, und diese sind von eigentümlichem Zauber des Pinsels.

Die glänzenden Talente dieses Künstlers haben 1831 die Akademie der Künste in London veranlasst, ihn als Mitglied aufzunehmen.

Von 1832 an erschien ein Werk unter dem Titel: Landseer’s animals from the zoological ens. In dem bezeichneten Werk wurde der erste Band mit charakteristischen Skizzen in Holzstich ausgegeben. Die Blätter sind vom Kupferstecher Landseer. Auch nach seinen Zeichnungen sind in den Werken: Portraits of the female characters etc. in the Waverley novels, London, dann in den Landschaften, Portrait und historical illustrations to the poetical works of Sir W. Scott. London 1853.

John Landseer, Zeichner und Kupferstecher zu London, berühmter Künstler, wurde um 1770 geboren, und London war Schauplatz seiner künstlerischen Thätigkeit. Er genoss schon Anfang unsers Jahrhunderts den Ruf eines berühmten Künstlers, in dessen Atelier bedeutende Werke in’s Leben traten. Unter seiner Aufsicht und Leitung wurden die meisten Kupfer der erschienenen Reisebeschreibungen bearbeitet, und neben anderen auch Antheil an dem seit 1805 an’s Licht gestellten Prachtwerk des Dr. Thornton, unter dem Titel des Tempels der Flora und des Naturgartens. Jedes Heft im grössten Folioformate besteht aus 30 colorirten Pflanzenabbildungen, nach Reinagle’s Zeichnungen, in Holzstichen. Im Jahre 1807 gab er seine Vorlesungen über Kupferstecherkunst heraus, unter dem Titel: Lectures on the art of engraving, delivered at the royal Institution of Great Britain.

Landseer erhielt auch den Titel eines Kupferstechers des Königreichs.

und schon frühe zählte ihn die Akademie unter die Zahl ihrer Mit- glieder. Die Anzahl seiner Kupfer- und Stahlstiche ist bedeutend, und diese sind in verschiedenen literarischen und belletristischen Werken zu suchen:

  1. St. John, nach B. West.

  2. Victory of the Nile, grosses Blatt mit 15 Bildnissen, mit W. Bromley und Lenney, nach R. Smirko gestochen.

  3. Das Bildnis des Admirals Nelson.

  4. Rat-catching. Drei Hunde jagen Ratten, nach E. Landseer.

  5. Alpine mastiffs, Hunde von St. Gotthard, welche Reisende reiten, nach B. Landseer. Preis 13 fl. 30 kr.

  6. Der Knabe mit dem Hunde, in den Amulets, einer Folge von 12 Blättern, 1833.

  7. Die Blätter in dem Hauptgalleriewerke des Marquis v. Staf- ford: Engravings of the most noble the Marquess of Staf- ford’s Collection of pictures etc. By W. Young Ottley. Das Ganze besteht in 4 B. mit 306 Blättern, von Landseer, Tomkins, J. H. Wright, W. Finden, E. Byrne, J. Fittler, C. Heath, W. Broniley, J. Scott, A. Warren, T. Milton, S. Middiman, J. Romney u. a. gestochen. London 1838. Die- ses Werk kostete im Subscriptionspreis 35 Guineen. Bei B. Weigel ist es für 65 Thl. zu haben.

Sein Werk ist ferner:

A descriptive, explanatory and critical Catalogue of fifty of the earliest pictures. contained in the National Gallery of Great- Britain. London 1834, gr. 8.

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