Landschaft, 1520. H. 6 Z. 5 L.

Landschaft, 1520. H. 6 Z. 5 L., Br. oben 5 Z. 21 L.,

unten 5 Z. 3 L.

Dieses Blatt ist äußerst selten, so dass es in den reichsten

Cabineten fehlt. Die Platte ging wahrscheinlich zu Grunde,

wenigstens existierte sie 1644 nicht mehr. Damals kopierte

Hondius das Blatt, mit der Inschrift:

Deeze eerste Vorm is wech, men vindt

geen voor ons,

Want een papiere druck gelt vyflich

Ducatons.

Hondius excudit 16414

Das Blatt war also schon zu Hondius Zeit so selten, dass

man es mit 50 Ducaten zahlte. Gegenwärtig ist kaum ein

Abdruck mehr zu finden. Es gibt aber davon mehrere Co-

pien, aber im Allgemeinen herrscht darin eine Stichweise,

die gar nicht an Lucas erinnert. Nur zwei Copien existieren,

die sich dem Originale so sehr nähern, dass weniger gebildete

Sammler getäuscht werden könnten. Bartsch zeigt folgende

Kennzeichen an, durch welche man Original und Copie un-

terscheidet. Diese offenbaren sich besonders am dürren Ast

des Baumes, an den Kieselsteinen zwischen dem Schwenk

und dem einen Oberschuh des Esels, und an den andern

Steinen eines Winkels der Platte, bei Bartsch I. c. pl. VII

eigens nachgebildet:

a) Im Original sieht man zwischen dem Fuss und dem

Schweife, gegen jene Stelle hin, wo sich unten am

Schweife die längeren Haare ansetzen, zwei Steine, von

denen der zur Linken der kleinere ist.

b) In der ersten Kopie ist gar kein Stein sichtbar.

c) In der zweiten nur einer,

d) Der Unterschied im dürren Zweige ist bei Bartsch’

auf der erwähnten Tafel am sichtbarsten, weniger mit

Worten anzuzeigen, und dieses zeigt sich daselbst auch

an den Steinen am klarsten.

Im Original unterscheidet man unten links in einer Höhe

von etwas über einen halben Zoll am Rande vier Steine und

wenig Grasteile; die erste Kopie hat deren drei, und vier

merkliche Grasbüschel; die zweite hat ebenfalls drei Steine,

von denen zwei, horizontal liegend, fast gleich grosse Ovale

bilden, während der eine der zwei wagrechten Steine der

ersten Kopie kleiner und fast rund erscheint.

Auch die erste Kopie ist äußerst selten, doch weiß man

nicht, woher diese Seltenheit komme. Vielleicht wurden nur

wenig Abdrücke gemacht, um den Werth des Originals und

der Kopie zu erhalten. Mehrere Abdrücke dieser Kopie schei-

nen für das Original selbst verkauft worden zu sein. In

der Derschau’schen Versteigerung wurde diese Kopie mit

29 fl. 30 kr. bezahlt.

  1. Kopf eines Kriegers mit Helm, in Medaillon, 1527. H. 4 Z.,

L. 2 Z. 10 L.

  1. Ein Blatt mit Verzierung, darin der Schädel eines Schafs

und zwei phantastische Fischgestalten, 1527. H. 4 Z. 1 L.,

Br. 2 Z. 11 L.

  1. Ein ähnliches Blatt, darin zwei Sphinxe und ein Mann mit

dem Mercurstab, 1528. H. 3 Z., Br. 4 Z. 5 L.

  1. Zwei Laubwerke auf einer Platte, mit zwei nackten Kindern,

etc., 1529. H. 2 Z. 40 L., Br. 4 Z. 3 L.

  1. Die Verzierung mit zwei Sirenen, die sich in Spiegeln be-

trachten, auf schwarzen Grund, 1528. H. 4 Z. 5 L., Br.

2 Z. 10 L.

  1. Die zwei Kinder, welche Soldaten spielen; das eine mit

Helm, das andere mit Fahne, 1527. H. 4 Z. 4 L., Br. 2 Z.

9 L.

  1. Ein leerer Wappenschild von zwei Kindern gehalten, 1510.

H. 3 Z. 1 L., Br. 3 Z. 11 L.

  1. Der Schild mit der Maske von drei geflügelten Genien ge-

tragen, 1527. H. 2 Z. 10 L., Br. 4 Z. 3 L.

  1. Das Wappen der Stadt Leyden, mit den vier Genien in

Rundungen, anscheinlich um 1510 gestochen. H. 3 Z., Br.

4 Z. 1 L. Bei Weigel 2 Thlr.

  1. Zwei Laubwerke auf einem Blatte, mit Triton und Sirene,

um 1510 gefertigt. H. 2 Z. 1 L., Br. 4 Z. 1 L.

  1. Zwei Rundungen: Amor als Jäger; ein anderer Liebesgott,

der einen zweiten auf dem Rücken trägt, anscheinlich um

1517 gefertigt. H. 2 Z. 8 L., Br. 4 Z. 4 L.

  1. Zwei andere Rundungen, von Laubwerk gebildet, in jedem

  2. Das Todtengerippe mit dem Spaten auf der Schulter fl

Leyden, Lukas Huygens v.

ein auf Wolken sitzender Liebesgott, Vielleicht gleichseitig mit den obigen. H.2 Z. 10 L., Br. 4 Z. 4 L.

Bildnisse.

Das Bildnis des Kaisers Maximilian I., Halbfigur, mit B& werken : nach links im Grunde die kleine Gestalt eines Nr ren mit einem Thiere und der Tafel, auf welcher die Jb zahl 1520 steht; an der Säule rechts sieht man zwei ibr liche Figuren.

Lucas malte den Kaiser bei der Abwesenheit in Leyden, aber erst 1520, nach dem Tode desselben, machte er # an den Stich. Der Kopf ist ganz gestochen, die anderti Theile sind geätzt und mit dem Stichel nachgeholfen, Es @ dieses eines der bedeutendsten Blätter, welches Lucas in ü* ser Art geliefert hat, aber selten. H. 9 Z. 8 L., Br. 7 Z. 2 L. Ö

Die gegenseitige Copie ist mit J. de Ram excudit bezeich net. Nicht von Bartsch erwähnt.

Das Bildnis des Künstlers, Büste mit dem Hute, 1535 &* zeichnet, und geistreich geätzt: Effigies Lucae Leidensis * grin manu incıdere. H. 5 Z. 6 L., Br. 5 Z. 3 L. ,

Bildnis eines jungen Mannes, Halbfigur mit Federhot, * er auf den Todtenkopf an der Brust deutet. H. 6 Z. 0 * Br. 5 Z. 6 L. N

Dieses erklärt man gewöhnlich als das Bildnis des Künst Jers, welches ihn in der Jugend darstelle; allein es ist nicht seine Züge; und dann trägt dieses Bild wider G heit des Künstlers lange frisierte Haare. Das Blatt &M4 um 1519 gefertiget zu seyn. Bei Weigel 3 Thir. 8 f

Zweifelhafte Blätter.

Die Familie an der Tafel vom Tode überrascht. Man “'“ da ein junges Mädchen, einen Mann im blossen Kopfe 3 altes Weib und einen älteren Mann mit der Mutze %* zweien Kindern. Die Alte richtet den Blick auf die SM uhr, welche der Tod auf sie zuträgt. Der Mann, mıl Becher in der Hand, blickt auf einen Todtenkopf, wdich® ein vom Tode geführtes junges Weib trägt. Dieses ‘ä ist mit Rosmarin bekränzt, und der Künstler hat m=“g ® eine Anmeldung nach dem Tode bildlich darstellen wi@® Die Figuren sind alle halb, und der Buchstabe L s ® Mitte der Jahrzahl 1523. „ A

Bartsch erklärt dieses Blatt als zweifelhaft, man reit ( ‚ aber immer unter die Werke des Lucas van Leyden, 9“ möchte es diesem Meister fast mit Sicherheit absprechen * findet den Stichel zu trocken für die Büthezeit des 5WÜ
Die Zeichnung könnte nach Bartsch von Leyden herrohm und diese ist jedenfalls das Beste. An dieses Blatt reihen wir des Gegenstandes wegt? * qn«de Blätter, die man indessen auch als Werke &* Meisters ansieht. - Das Innere eines Hurenhauses, wo man ein nacktes ”® chen bei einem Manne sitzen sieht; der Tod ist am Feo Dieses seltene und interessante Blatt ist in der Manr * L. van Leyden gefertiget und mit L. signirt. H. 7200 Br. 5 Z. 6 L. Bartsch kennt dieses Blatt nicht.

einen Soldaten, ein kleines mit L. bezeichnetes Blatt, nicht bei Bartsch, so wie das folgende:

  1. Schmausende und tanzende Figuren, die der Tod belauscht, ein kleines Rund. Die gegenseitige Copie ist mit S be- zeichnet.

Aetzungen im Geschmacke des Lucas van Leyden mit dem Zeichen L,

  1. Die heil. Jungfrau in halber Figur, wie sie dem Kinde eine Blume reicht, 1528. H. 4 Z. 10 L., Br. 3 Z. 8 L.

  2. Die Büste des Heilandes und der Maria in einer Rundung, durch Laubwerk gebildet. H. 3 Z. 7 L., Br. 5 Z. 7 L.

  3. Der Ehering, von einem älteren Manne einem jungen Weibe an den Finger gesteckt, zierlich radirt. H. 6 Z., Br. 4 Z.

  4. Der heil. Hieronymus in einer Landschaft, in Lucas Ma- nieren oder nach ihm. Nicht bei Bartsch, roy. 8.

  5. Johannes der Täufer in einer Landschaft, in gleicher Weise, Nicht bei Bartsch, roy. 8.

Holzschnitte,

Lucas van Leyden hat auch selbst in Holz geschnitten, mehrere er, so wie Bartsch, Rumohr u. a. wollen nicht zugeben, dass die alten Maler auch mit dem Formschnitte sich beschäftiget ha- ben; höchstens sollten sie die Zeichnung auf der Holzplatte gefer- üget haben, die ein Formschneider von Profession nachgeschnit- ten. Die Holzschnitte, angeblich nach L. van Leyden’s Zeichnung, sind sehr gut behandelt, in gleicher Manier, und der Künstler Muss daher immer denselben Formschneider gehabt haben, wenn sie nicht von ihm selbst herrühren. An Geschicklichkeit in Hand- habung des Schneidmessers fehlte es ihm gewiss nicht, Lucas war sehr sorgsam mit Abdrücken von Kupferstichen, die er in die Welt sgben liess, und bei Holzschnitten sollte er einer fremden Hand die Vervielfältigung seiner Composition anvertraut haben? Kaum möglich bei einem Künstler, der so viel auf Reinheit und Genauig- keit in bildlicher Darstellung seiner geistigen Conceptionen hielt, Dann sagt ja auch C. v. Mander in seinem Schilderboek, Amst, 1618. S. 136.: „L. van Leyden heeft ook verscheiden Hout - printen ghe- sneden, die zeer uytzonderende gehandelt zyn. Es gibt also Original- Holzschnitte von Leyden, die ebenfalls sehr selten sind.

  1. Der Sündenfall, oder Adam und Eva, letztere wie sie dem Manne, welcher rechts auf einer Erderhöhung sitzt, den Apfel reicht. H. 15 Z. 4 L., Br. 10 Z. 10 L. Bei Weigel 6 Thir.

  2. Dieselben; Eva reicht dem links am Boden sitzenden Adam den Apfel. H. 9 Z., Br. 6 Z. 5 L.

Es gibt von diesen beiden Blättern, so wie von Nr. 5, 7, 9, 11, 13 auch Abdrücke mit einer Einfassung, die unten und oben einen Fries, zu den Seiten zwei Säulen hat. Diese Blätter haben unten Text mit beweglichen Lettern,

  1. Abraham führt seinen Sohn zum Opfer, welches der Herr vom ihm forderte. H. 7 Z. 11 L., Br. 10 Z. 6 L.

  2. Jakob beim Anblicke des blutigen Rockes seines Joseph. H.

Nagler's Künstler - Lex. Bd. VII, 32

Leyden, Lukas Huygens v.

  1. Dalila beraubt den Simson seiner Haare, Jetzterer in ihrem Schoße schlafend. H. 9 Z., Br. 6 Z. 4 L.

  2. Derselbe Gegenstand anders behandelt. H. 15 Z. 5 L., Br. 10 Z. 10 L. Bei Weigel vor der Chiffre des L. v. Leyden 6 Thlr.

  3. Jahel tödtet den Sisara mit einem Nagel, durch den Ropf ge- schlagen. Im Grunde dieselbe, wie sie Sisara herbeilocht rechts Soldaten; H. 9 Z., Br. 6 Z. 4 L. Es gibt davon ebene Copie im Kupferstiche.

  4. Samson von einem seiner Weiber zum Götzendienste ver- führt, H. 15 Z. 4 L., Br. 10 Z. 9 L. Bei Weigel vor der Meisters Zeichen 6 Thlr.

  5. Derselbe Gegenstand; der König auf den Knien vor den Moloch. H. 9 Z., Br. 6 Z. 3 L.

  6. Die Königin von Saba vor Salomons Thron. H. 45 Z. 4 L., Br. 10 Z. 9 L.

  7. Jezabel verspricht Naboth, ihm den von Achab verweigerte Weinberg zu verschaffen. H. 9 Z., Br. 6 Z. 5 L.

  8. Der Tod des Johannes, oder die Herodias: die Magd bringt der Herodias das Haupt des Täufers, im Grunde die blutige Execution, H. 15 Z. 4 L., Br. 10 Z. 9 L.

  9. Derselbe Gegenstand. H. 9 Z., Br. 6 Z. 5 L.

  10. Die zwölf Könige Israels zu Pferd, Folge von vier Platten, die an einander zu reihen sind. Die Platten sind mit 49 Namen der Könige versehen.

a) David, Salomo, Jerobeam. Br. 18 Z. 2 L.

b) Abiam, Assa, Josaphat. Br. 18 Z. 10 L.

c) Joram, Osias, Jonathan. Br. 10 Z.

d) Achaz, Ezechias, Manasse. Br. 18 Z. 8 L. Die Höhe der Blätter beträgt 11 Z. 4 L.

  1. Die Herren der alten Heiden, Juden und Christen zu Pferd, Folge von drei Platten in Verbindung. H. 11 Z. 6–9 L.

a) Hektor, Alexander, Julius Cäsar. Br. 18 Z. 8 L.

b) Josua, David, Judas Mach. Br. 19 Z. 9 L.

c) Artus, Karl der Große, Gottfried von Bouillon. Br. 18 Z. 6 L. Bei Weigel zusammen 9 Thlr.

  1. Das römische Volk spottet über Virgil, den eine Dirse Korb mit dem Fenster aufgehängt. H. 15 Z. 4 L., Br. 10 Z. 9 L. Bei Weigel 6 Thlr.

  2. Nachzägler einer Armee, die ihren Weg nach rechts rich- tend, In Mitte des Blattes erblickt man einen Mann zu Pferd, zu einem Weibe auf dem Esel spricht. Das Weib hält Kind in den Armen, und ein anderes hat, gegen rechts hin- dend, das Kind auf dem Rücken. Im Grunde erblickt man einen Karren. Dieses Blatt ist ohne Zeichen, aber von cas Erfindung: H. 9 Z. 4 L., Br. 14 Z.

  3. Das Bildnis des Johannes Scheyring, mit der Unterschrift, die Bartsch nicht kannte. Später wurde die Holzplatte durchgeschnitten, so dass sie ein Brustbild geworden, welches Bartsch unbekannt blieb. So heisst es im Cataloge der Säle des H. Walter u. a., die 18338 in Berlin versteigert wurde.

  4. Daniel beschämt die Traumdeuter aus Babylon vor den Könige Nebukadnezar, oder richtiger die Vorstellung des Daniel im Traum des Nebukadnezar.

apokryphischen Buche vom Bel zu Rabel. Der König mit dem langen Stabe in der Rechten sitzt rechts, links hält ein kniendes Weib die linke Hand in den Rachen eines ehernen Löwen. Dieses schöne Blatt ist von der grössten Seltenheit, und Bartsch’u, a. unbekannt, Mariette, Saint- Yves und Winkler besassen Exemplare, und im neuesten Cataloge von I. Weigel ist ein solches, vielleicht jenes von Winkler, um 12 Thlr. ausgeboten. H. 15 Z. 2 L., Br. 10 Z. 9 L.

  1. Der heil. Hieronymus, fast nackt vor dem Crucifixe, am Baume nach rechts kniend, im Begriffe mit dem Ziegelsteine sich die Brust zu schlagen; vor ihm der Löwe. Dieses Blatt scheint sehr selten zu seyn, da wir es nirgends erwähnt fan- den. Am Boden bemerkt man ein Zeichen, welches einem L ähnelt. Wir sahen dieses Blatt vor etlichen Jahren. Es ist in fol.

Von fremden Künstlern wurde wenig nach ihm gestochen: Cecchi stach dessen Bildniss in der florentinischen Gallerie; Saenredam den Sieg David’s und eine Judith; Ploos van Amstel das Urtheil Salo- mon’s; H. Golzius die heil. Familie; J. Matham eine Abnehmung von Kreuze; P. Maes die Beschneidung Christi; N. de Bruyn St. Johaan in der Wüste und die Wunder St. Jakob’s; B. Dolendo die Fran mit der Flöte; C. de Pas die vier Evangelisten; J. Suy- derhoef das Bildniss des Kaisers Maximilian.

Leyden, Cramer von — 68. Cramer. W Leydensdorfer s. Leidensdorf. Leygeben, Gottfried, s. Leigebe.

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