Landi, P.

Landi, P., Kupferstecher , der gegen das Ende des 17. Jahrhunderts lebte. Er stach architektonische Decorationen, dann das Bildnis Ludwig’s XIV. von Frankreich , mit Lorbeer-bekränzt, in 12.

Gaspardo Car. Historienmaler, geb. zu Piacenza 1756, gest. zu Rom 1830. Dieser in Italien hoch gepriesene Künstler, wel- chen man mit Palagi, Sabatelli, Podesti, Nenci, Cammuccini, Sessa, de Vivo und de Laurentiis fast noch um eine Stufe höher stellt, als die vortrefflichen Maler der medicäischen Zeit, kam aus einer edlen, aber nicht reichen Familie. Seine erste Bildung erhielt er bei den Jesuiten, seine natürliche Anlage zog ihn schon frühe mehr zur zeichnenden Kunst, als zu den Wissenschaften. Seine ersten Muster waren Carracci’s Gemälde in der Cathedrale zu Piacenza, und diejenigen des Pordenone in S. Maria della Campagna. In Piacenza betrieb er seine Kunstübun- gen ohne Anleitung, endlich aber rief ihn der Marchese Landi nach Rom, um dem Jünglinge ein größeres Feld zu eröffnen. Hier trat er zuerst in Battoni’s Werkstätte, der damals der erste Maler Rom’s war, und dabei studirte er beständig Rafael’s und Michel Angelo’s Meisterwerke, wodurch er sich eine eigenthümliche Ma- lerie bildete, in welcher er die pastose und breite Farbengebung der Venetianer mit dem anmuthigen Helldunkel der Lombarden verband. In seinem 25. Jahre galt er schon für einen vollendeten Coloristen, und er erregte die Eifersucht seines zweiten Meisters Corvi, so dass sich beide in kurzer Zeit trennten. Er gewann zu jener Zeit den ersten Preis der Akademie zu Parma, mit seinem Gemälde, welches die Sara vorstellt. Auf dieses folgten zahlreiche andere Bilder, deren Gegenstände er aus der Bibel, aus Homer, Virgil und Sophokles, aus Alghieri, Ariosto und Tasso entlehnte. Der Ruf von seinen Werken verbreitete sich in und ausser Italien. Sie zogen über die Alpen und über das Meer, und ein guter Theil zieret die Sammlungen Italiens. Landi wurde mit Ordens- bindern beehrt und zum Mitglied mehrerer Akademien ernannt. Schon frühe bekleidete er die Stelle eines Direktors der Klasse Malerei an der Akademie von St. Luca, und 1817 wurde er Präsident derselben, was er bis an seinen Tod verblieb.

Von den Gemälden, welche ihm Ruhm erwarben, nennen wir seine Darstellung des Oedipus auf Colonos, und besonders gerühmt wurden zwei Gemälde im Dome zu Piacenza: die Beisetzung der heil. Jungfrau, und die Apostel am Grabe der in den Himmel auf- genommenen Gottesmutter. Die Italiener bezauberte daran die Reife des Coloristes, die Anmuth des Helldunkels, die Erhaben- heit der Composition und die Freiheit des Pinsels. Grossen Bei- fall erntete auch sein Gemälde mit Christus am Ölberg, und den

Marien am Grabe, für die Familie Baglione gemalt. Als ein in allen Teilen ausgezeichnetes Werk von seltener Einheit des Gedankens und des Styls erklärte man das Gemälde, welches die Abreise der Maria Stuart nach dem Tode Franz II. vom Frankreich vorstellt. Ein großes Gemälde ist jenes mit Christus, wie er auf dem Wege nach Golgatha den heil. Frauen begegnet, und dieses bewunderte man wegen der Verschiedenheit des Ausdruckes in den Gesichtern der Figuren, und in Farbe und Composition fand man etwas Ausserordentliches. Dieses Gemälde wurde 1808 auch in Deutschland bekannt, so wie jene im Dome zu Piacenza, welche der Künstler in seinem 45. Jahre malte. Alle diese Gemälde fanden bei seinen Landsleuten ungetheiltes Lob, schärfere Beobachter aber fanden die Zeichnung und Färbung etwas manieriert. Das Colorit seiner Venusbilder ist rosenfarbig, und dieselben Tinten findet man auch in seinen Räuberszenen. Sein Colorit ist geeigneter für den Teint des schönen Geschlechtes, als für den männlichen, und daher sollen seine nackten weiblichen Gestalten und die Damenbildnisse besonders anziehend sein. Er hat indessen auch Männerporträts gemalt, und einige von diesen, so wie mehrere andere seiner Bilder, zeichnen sich ebenfalls durch Schönheit und Wahrheit des Colorits, so wie durch Ähnlichkeit aus. Eines seiner schönsten und besten Gemälde ist jenes, welches mehrere Türken vorstellt, im königl. Museum zu Neapel.

Sein letztes Gemälde stellt die Empfängnis Mariä dar, welche er für die St. Franz- und Paulskirche zu Neapel ausführte. Während der Arbeit an diesem Werke berührte ihn der Schlag, und von jener Zeit an war er für die Kunst verloren. Sein Leben war jetzt schmerzvoll, bis endlich 1850 in Piacenza der Tod demselben ein Ende machte.

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