Landi fertigte zu seinen Gemälden keine Cartons. Er modellirte seine Figuren oder ganze Gruppen in Ton, diese ordnete er, so wie sie ihm seine Phantasie eingab, und darnach malte er seine Bilder. In der Draperie liebte er Reichthum, doch ist seine Gewandung öfter nicht leicht genug, und der Wurf derselben zu wenig durchdacht. Auch macht man ihm zum Vorwurfe, dass er seine Gemälde mit kleinlichen Details überhäuft habe. Als Colorist genießt er bei seinen Landsleuten ausgezeichnete Achtung, obgleich es ihm nicht immer gelang, die gehörige Lebhaftigkeit und Kraft in der Färbung zu erreichen. Er scheint indessen mehr nach dem Sanften und Lieblichen des Colorits zu haben. Auch im Ausdrucke der Figuren, und in der Mannigfaltigkeit der Compositionen gestehen ihm die Italiener grosse Vorzüge zu, und im Portraite erkennen sie in ihm einen pittore excellensissimo. Die Überländer treten solchem Lobe nicht so unbedingt bei; sie finden ihn hier und da der französischen Weise zu sehr gehuldigend, manieriert in der Zeichnung , und im Ganzen wollen Einige nur einen seichten Nachahmer der älteren italienischen Meister in ihm erkennen, obgleich man nicht sagen kann, dass er sich an irgend einen Styl vorzugsweise gehalten habe. Er bildete sich seinen eigenen. Schließlich bemerken wir noch, dass Landi immer in Öl , nie in Fresco gemalt habe. Auch hat er zahlreiche Schüler gebildet, die sein oft zu glänzendes rosiges Colorit nachahmen, nämlich in dem schwächeren Teil den Meister zum Vorbilde nehmen, ohne die Anmuth zu erreichen, die Landi seine Bilder zu verbreiten wusste.
Sein Bildnis befindet sich in der bekannten Porträtgalerie.
des Hofmalers und Professors C. Vogel in Dresden, Vogel hatte den Künstler 1813 in Rom gezeichnet.
Nachrichten über Landi finden sich, einzelne im Sitten- und Culturgemälde in Rom S. 231., in Güthe’s Winckelmann und sein Jahrhundert S. 324., in Schlegel’s Sendschreiben an Göthe, in Or- JoF’s Essai sur l’histoire de la peinture en Italie I. 426 ff., in des- sen Elogio etc., im Giornale arcadico 1830 VL. 287. Das Urtheil über seine Verdienste ist nicht überall dasselbe. Ticozzi, im Nach- trag zum Dizionario degli architetti, scultori etc. IV. Tom. Milano 1835, spricht sich im Vergleiche mit Camuccini und Landi nur im Allgemeinen lobend über letztern aus, und er spart es für eine andere Zeit auf, umständlicher über Landi und seine Werke zu sprechen. Damals scheint ihm nur wenig über Landi bekannt gewesen zu seyn; denn er wusste nicht einmal den Taufnamen des Künstlers, weil er ihn P. Landi nennt. Es ist indessen oft unendlich schwer, sich über selbst gute Künstler nähere Nachrich- ten zu verschaffen.
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