Lampi, Joh. Bapt., Ritter von, 1747–1822, italienischer Maler und Kupferstecher , wirkte hauptsächlich in Russland und Österreich .
Wurden, unter Kaiser Paul malte er die Großfürsten Alexander und Constantin, wofür er 12000 Rubel erhielt. Auch andere Große des Reiches beeiferten sich, ihre Bildnisse von ihm zu erhalten. Fürst Subotzki, die Fürstin Dolgorucki, Fürst Scherbatow, Graf Stroganow, die Gräfin Potemkin und Savadowski u. s. w. sind von Lampis Meisterhand gemalt. Vorzüglich schenkte ihm der Graf Puschkin, Präsident der Kunstakademie zu Petersburg, sein Zutrauen. Er verlangte über verschiedene Einrichtungen Lampis Gutachten und machte nach diesem wichtige Verbesserungen. Die verschiedenen Medaillen, welche bis dorthin für akademische Prämien geprägt wurden (5 goldene, 2 silberne), waren, nebst der Ernennung zum Ehrenmitgliede der Akademie (1794) des Künstlers Lohn.
Nachdem er sich sechs Jahre am russischen Hofe aufgehalten und reichlich Ruhm und Geld geerntet hatte, kehrte er nach Wien zurück, wo er sich eine geraume Zeit beschäftigen musste, verschiedene Bilder, meistens in Lebensgröße, die lange vorher bestellt waren, zu vollenden; denn wegen überhäufter Arbeiten ausser Landes konnte er nur die Gesichter zu Stande bringen. Unter diesen waren die Bildnisse des Königs von Schweden , des Herzogs und der Herzogin von Südermannland. Nachher verfertigte er das Bildnis des Grafen Franz von Saurau und eine beträchtliche Anzahl Porträts anderer Standespersonen; das Brustbild S. M. Franz I. (welches nach Frankreich kam), und denselben Kaiser im Ornate des goldenen Wollkragens, in Lebensgröße, nach Holland bestimmt, für welches, wie für obiges Gemälde, der huldvolle Monarch dem Künstler eine goldene, reich mit Brillanten besetzte und mit dem Namenszuge gezierte Dose schenkte.
Obwohl er sich das Porträtmalen eigentlich zum Hauptwerke gemacht hat, und seine Arbeiten in diesem Fache jungen Künstlern zum Beispiel des guten Geschmackes dienen können, so hat er doch auch in historischen Gegenständen den Mann von Talent gezeigt. Die Flucht der Vestalinnen aus Rom, — Amour und Psyche, — der hl. Bruno, sind von sehr guter Wirkung und haben in den Kunstausstellungen den Beifall aller Kenner erhalten.
Zu bemerken ist noch, dass sich Lampi besonders durch fleißiges Studium nach der Natur selbst zum großen Künstler gebildet und, wie dieses noch von jedem Kunstkenner ausgesprochen wurde, auch keinen seiner Zeitgenossen nachgeahmt hat. Nichts von dem, was man Manier nennt, ist in seinen Darstellungen zu finden. Seine Porträts sind Natur, geistreich im Ausdrucke der Charaktere, treu in der Farbe. Seine Draperien sind mit Geschmack behandelt und mit dem Costüme vollkommen übereinstimmend.
Einem Manne, wie Lampi, der sich durch Fleiss, Kunstgeschmack und Bürgertugenden aller Art auszeichnete, konnte es an weiteren Ehrenbezeugungen nicht fehlen. Im J. 1798 wurde er von S. M. dem Kaiser samt seiner ehelichen Nachkommenschaft in den Reichsritterstand erhoben. Im J. 1799 erhielt er das Ehrenbürgerrecht der Stadt Wien. Im folgenden Jahre ernannte ihn die königl. schwedische Kunstakademie zu ihrem Ehrenmitgliede. Bei der feindlichen Invasion 1805 hatte er, als Hauptmann des akademischen Corps, viel zur Rettung von Gemälden und anderen dem Kaiser gehörigen Sachen beigetragen. Eine goldene Emaille-Dose, begleitet von einem Schreiben, war der Lohn dieser patriotischen Tätigkeit. Wegen der trefflichen Organisirung und Leitung des akademischen Corps wurde er 1806 zum Oberstwachtmeister desselben ernannt. Während des Congresses hatte der Künstler die Ehre, von ihren Majestäten der Kaiserin von Russland, dem Könige und der Königin von Bayern besucht zu werden. 1822 wurde er von der russischen Kaiserin als Ehrenmitglied der Akademie anerkannt.
Nagler’s Künstler-Lex. VII. Bd. 17
Lampi in den Jubilationsstand versetzt, und lebte nun in Rul doch nicht unthätig für die Kunst. Noch 1825 arbeitete er ı seinem Sohne an einem Altarblatte: Maria Himmelfahrt, welch der Künstler einer Kirche zum Geschenke bestimmte.
In B. v. Hormayr’s Archiv und in der Oesterreichischen Nati onal-Encyklopädie sind Nachrichten über diesen Künstler.
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