Lafage, Raymond

Lafage, Raymond, berühmter Zeichner, soll in seiner frühen

Jugend von J. P. Rivalz unterrichtet worden sein, bald aber ver- ließ er den Meister, um sich in Rom weiter auszubilden. Er war mehrmals in dieser Stadt, ging aber nach einiger Zeit immer wieder nach Frankreich zurück. Diese Wanderung ist wohl Ursache, dass man nicht genau weiß, wo der Künstler gestorben ist. Einige glauben, es hätte ihn zu Rom der Tod ereilt, andere, es sei dieses in Lyon gewesen. Als sein Todesjahr wird 1704 bezeichnet, und damals soll er 30 Jahre alt gewesen sein. Van der Bruggen, der 1690 eine Sammlung von Zeichnungen nach Vermeulen, C. Simonneau etc. herausgab, lässt ihn gar nur 23 Jahre alt werden.

Robert-Dumesnil gibt im Peintre-graveur français II. 149 ff. ein Verzeichnis von 21 Blättern dieses Künstlers. Sie sind sehr selten, und so trefflich behandelt, wie seine Zeichnungen.

  1. Die heil. Jungfrau an der Wiege, wie sie die Liebkosungen des Kindes mit Zärtlichkeit aufnimmt. Der kleine Johannes mit dem Kreuze neigt sich gegen die Wiege, und hinter der Säule ist Joseph sichtbar. Im Geschmacke Guidos und sehr

  2. Die heil. Jungfrau mit dem schlafenden Kinde, wie sie den Schleier lüftet, um es zu betrachten. Im Grunde Wald und eine Stadt: Ego dormio et cor meum vigilat. H. 5 Z. 11 mit dem Rand, Br. 3 Z. 11 L.

  3. Die Pest der Philister: La Peste des Philistins. H. 7 Z. 1 L., Br. 9 Z. 9 L.

Im ersten Drucke ohne Namen des Künstlers und Heraus- gebers, im zweiten liest man am Steine: Lafage fecit, mit der Adresse Gaillard’s, und die dritten Abdrucke sind re- touchirt; die Platte ist nur 5 Zoll hoch, und neben dem Namen des Künstlers steht: a Paris chez Drevet rue S. J.

ues,

  1. Die Königin Candaulis von Lydien, mit ihren Weibern im Bade von Gyges belauscht: Munse della Fage fecit. H. 5 Z. 3 L., Br. 2 Z. 3 L.

  2. Die Landschaft mit dem Sacriste, im Grunde Berg und Wald und ein Gebäude; mit dem Namen des Künstlers. H. 1 Z. 11 L., Br. 2 Z. 8 L.

  3. Eine Adresse mit einer halbzirkelförmigen Einfassung, vor der Schrift im Felde: Pierre Bourdon graveur a Paris a fait de nouveaux livres d’ornemens etc. Mit dem Namen des Künstlers. H. 2 Z. 3 L., Br. 5 Z. 1 L. Bei späterer Veränderung wurde der Name des Künstlers aus- gefüllt und die Jahrzahl 1703 gesetzt.

  4. Ein Bacchanal: Pan von Bacchantinnen umgeben, und drei Bacchantinnen liegen Satyrn in den Armen. Auf einem Fahne ist das Bildnis des Künstlers und das Monogramm links unten: Van Merlen, — Rome exc. 14. 5 Z. 5 L., 1

g) Das Concert zu Wasser, auf einem reich verzierten Schiffe. Apollo spielt die Leier, Pan bläst auf der Syrinx, zwei Nymphen singen, und ein Fischer reiht einer andern Fische. Venus, von niedern Gottheiten umgeben, scheint zu präsi- diren etc. Rechts am Flusse ist die Büste des Künstlers und dessen Name zu sehen. H. 6 Z. 3 L., Br. 9 Z. 3 L. Die ersten Abdrücke sind ohne, die zweiten mit Gaillard’s Adresse.

  1. Diana und Endymion, letztere aber auf ihrem Wagen, wie sie den Schlafenden betrachtet. Im Mittelgrunde ist der Hirt mit der Heerde etc., reiche Composition. H. 6 Z. 10 L., Br. 11 Z. 8 L. Im ersten Drucke findet man auf den Me- daillen, in welches Amor die Namenszüge des Künstlers ein- zeichnet, die Buchstaben: R. Laf verkehrt; im zweiten Drucke steht unten links der volle Name des Künstlers und Gaillard’s Adresse.

  2. Das Bacchusfest. Die Statue des Gottes erhebt sich auf der Fontaine, und Satyrn und Bacchantinnen beleben das Ganze, nicht ohne einige Indecenz. Auf einem Täfelchen steht der Name: Lafage. H. 5 Z. 9 L. ohne Rand; Br. 7 Z. 8 L.

  3. Die Nymphen und Satyrn im Bade, das Gegenstück. Das Bild bildet die Fontaine. H. 6 Z. 10 L. ohne Rand, Br. 9 Z. 3 L.

  4. Juno ertheilt dem Aeolus den Befehl, die Winde gegen die Hütte des Aetnas loszulassen. Diese schwimmt im Grunde rechts, und Venus, mit Liebesgöttern, sucht das Element zu besänftigen. H. 3 Z. 10 L. mit Rand; Br. 10 Z. 5 L.

  5. Semele und Jupiter, letzterer in seiner Majestät vor der wohliüstig auf dem Bette ruhenden Tochter des Cadmus, Mit dem Namen des Künstlers allein im ersten Druck, und mit Drevet’s Adresse im zweiten. In gleicher Grösse mit dem obigen Blatte.

  6. Amor mit zwei Kindern tanzend. Eben so gross.

  7. Fünf Kinder, welche fischen und erschreckt dastehen, da sich ein Drache über ihren Fang wirft. Mit dem Namen des Künstlers und der Adresse von Gaillard. In gleicher Größe mit den vorhergehenden Blättern.

  8. Der Satyr, welcher einer Nymphe die Trompete blasen lehrt; gegenüber ein Weib mit der Trommel etc. Ohne Zei- chen. H. 3 Z. 9 L., Br. 10 Z. 8 L.

  9. Ein Mann, welcher dem Weibe Gewalt anthut, indess der Faun lachend herbeikommt; links bläst der Satyr das Horn. Der eine von den zwei Männern in der Ferne hat Lafage’s Züge. H. 3 Z. 9 L., Br. 10 Z. 8 L.

Die ersten Abdrücke sind ohne Zeichen und Namen; auf den zweiten steht der Name des Künstlers mit Gaillard’s Adresse, und die dritten hat Drevet besorgt, dessen Name an der Stelle von jenem des Gaillard steht.

  1. Ein Faun mit der Flöte des Pan, links ein Zuschauer am Altare des Priap. In gleicher Grösse.

Die ersten Abdrücke sind ohne Zeichen und Namen, die zweiten haben den Namen des Künstlers und Gaillard’s Adresse.

  1. Der gezüchtigte Satyr; bei den Termen des Priap eine Bac- chantin und ein Faun mit Cymbeln und Trompete. Ohne Zeichen. H. 3 Z. 9 L., Br. 10 Z. 4 L.

  2. Die Landung des Aesculap, letzterer dargestellt, wie er zu Schiff in ein Monstrum sich verwandelt, von Auguren, Krie-

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_QFMTunOF6koC