Laar oder Laer, Peter van

Laar oder Laer, Peter van, Maler und Radierer , genannt Baboccio, wurde um 1613 zu Laaren bei Naarden in Holland geboren, und Meister Johann del Campo unterrichtete ihn in den Anfangsgründen der Kunst. Später besuchte er Italien , um sich weiter auszubilden, und 16 Jahre verweilte er in Rom , wo Poussin, Claude Corrain, Joachim von Sandrart u. a. seine Freunde wurden. Gleiche Studien verbanden diese Meister nicht, und weitesten war van Laar von jenem Wege entfernt, welche die französische Schule verfolgte.

Laar oder Laer, Peter van.

heren großen Meister in Rom betraten. Sein Naturell führte ihn zu einer eigenen Art von Darstellung; munterer Laune, wie er war, und ein Freund burlesker Scherze, wählte er häufig comische Scenen zur malerischen Darstellung, und diese Bilder nannten die Römer Bambocciaden. Der Meister selbst erhielt den Beinamen „Il Bamboccio“, wohl nur wegen der Spässe, die er im Leben, wie im Bilde liebte, und nicht so sehr wegen seiner körperlichen Missgestaltung, wie Einige meinen. Er war ein gutmüthiger Mensch, der gerne sich und anderen Freude gönnte, und gerade von keiner zu großen Geistesstärke, denn Sandrart sagt, dass er auch Nach- sinnen gleich seinem Verstande zu viel aufgebürdet habe. Das Gleichgewicht stellte dann die Musik wieder her, und besonders war es die Violine, mit welcher er die Grillen und Scrupel weg- spielte. Dabei muss er allerdings eine höchst komische Figur ge- sellt haben; denn Il Bamboccio hatte fast gar keinen Hals und der Unterleib war um ein Drittel größer, als der obere. So konnte allerdings einmal der römische Thorwächter glauben, es sei nur das Pferd mit angebundenen Stiefeln durch das Thor gekommen, den oben zusammengedrückten Reiter bemerkte er nicht. Der Künstler war aber allenthalben wohl gelitten, denn er war liebreich und freundlich, eine gutmüthige Seele, und mit besonderer Liebe erinnerte sich Sandrart seiner. Auch seine Bilder: komische Scenen jeder Art, Jagden, Scharmützel, Räuber, Marktplätze, Landschaften mit Tieren u. s. w. waren sehr beliebt. Sie sind mit keckem Pinsel ausgeführt, von glänzender Färbung und dabei auch correct in der Zeichnung. Man betrachtete seine Possen mit Vergnügen, und selbst die großartigen Compositionen der römischen Kunst- heroen wurden darüber vergessen. Desswegen ärgerten sich Sacchi und Albani, wie aus ihren Briefen in der Felsina pittrice Il. 267. ff. zu ersehen ist. Sie tadeln die römischen Grossen, dass sie den Bamboc- ciaden eines Teniers, Ostade und Laar in ihren Palästen eine Stelle gönnten. Indessen erkannte Bamboccio selbst recht gut, dass er den Weg des guten Geschmackes verlassen hatte. Er spricht dieses in einem Briefe 1660 an Hondekoeter aus, und darin sagt er, dass er dieses gethan habe, um der Critik und der affektirten Liebha- berei, die den Künstler meistens verhungern lasse, nicht mehr zu hören. Bamboccio wurde bezahlt und geehrt. Seine Laune sagte vielen mehr zu, als der Ernst und die Strenge der früheren Kunst. Alles wiederholt sich; das alte Griechenland nennt uns Rhyparogra- phen, und Rom schuf den Namen der Bambocciaden.

Nach 16 Jahren kehrte van Laar nach Amsterdam zurück, und von da aus begab er sich in der Folge nach Harlem. Hier nahm seine Gesundheit immer mehr ab, und zuletzt verfiel der heitere, le- benslustige Bamboccio in eine finstere Schwermut. Houbracken will wissen, dass er aus Verdruss gestorben, weil man ihm Wouvermans vorzog, und Andere behaupten, er hätte sich eines mit ande- ren Gesellen verübten Mordes wegen in einem Brunnen ertränkt, Bewiesen ist keines von beiden. Sandrart sagt, sein Tod sei von allen betrauert worden, und besonders hätten die Italiener und Niederländer, welche sich häufig in dergleichen Bambatschereien geübt, sich schmerzlich betroffen gefühlt. Ausser Sandrart erwähnen auch Lanzi und Passeri dieses Künstlers mit Auszeichnung; Fiotti aber ereifert sich, dass durch Bamboccio sich selbst Männer von Talent genötigt sahen, den richtigen Weg der Kunst zu ver- lassen, und geschmackvolle Fratzen zu malen, weil eben diese grösseren Anklang fanden. Bamboccio starb um 1674. B. Stopen- dael, C. Visscher, Suyderhoef, P. C. Canot, J. Ossenbeck, J. von

Laar oder Laer, Peter van.

Noort u. a. haben nach ihm gestochen; M. Francia etach sein Bi niss. Auch Bamboccio hat Blätter geliefert, deren Bartsch 20 ! schreibt. Sie sind mit leichter und geistreicher Nadel behandı correkt in der Zeichnung, und auch charakteristische Wahrh herrscht in denselben. Die Füsse der Pferde sind indessen

lump. Sandrart sagt, der Künstler habe diese Blätter in ein Eüch ein ausgehcn lassen, und dass sie gesucht und thener serv Bei Weigel ist dieses sein Werk in 19 Blättern auf 23 "Thir. ı wierthet.

1 — 8. Verschiedene Thiere. H. 4 Z. 5 —6 L., Br. 6 Z. 3—3

  1. Ein Stier, eine Kuh, ein Pferd und ein Esel an _ der F taine. Diests ist das Dedicationsblatt an Dom Ferdin: ‚von Neapel, 1636.
  2. Die drei Pferde, links der Bauer sitzend.
  3. Die drei Ochsen, rechts der Hirt unter der Staude.
  4. Drei Schweine bei der Spinnerin.
  5. Der Buck, die zwei Ziegen und die drei Schaafe bei ! Hasplerin.
  6. Sieben Hunde und der Jäger.
  7. Zwei Stiere und der Hirt.
  8. Die Maulesel beim Stalle,

Die originalseitigen Copien dieser Folge sind 4 Z. 4—6L. b und 6 Z. 2 L. breit.

9 — 14. Folge von Pferden. P. D. Laeer fec. — P. D. L. fec. 532.1—2L., Br. 3 Z. 7—8 L.

  1. Der Bauer mit dem Pferde.
  2. Das Pferd am Brunnen.
  3. Das pissende Pferd.
  4. Das Pferd am Baum.
  5. Die zwei Pferde auf der Wiese.
  6. Die zwei todten Pferde.

Von drei, vier und fünf gibt es gegenseitige Copien gleicher Grösse. Die Initialen und die Namen sind c! grösser, wie im Original. !

  1. Die Familie, oder der Hufschmied. Der ‘Mana wmit. Hammer kniet vor der Spinnerin, in der Ferne sind : Bauern und ein Weib, links sieht man einen Esel und Grunde Ruinen. P. v. Laer F. Schr sorgfältig behandelt 3 Z. 2 L., Br. 2 Z. 11 L. /

Diese Composition hat auch Th. Wyck gestochen, von Gegenseite, li)iesam schreibt man die Erhndung bei. —

  1. Zwei Bauern, der eine stehend und der andere sitzend: Mittelgrunde ein Wagenpferd; im Grunde rechts ein 1} wo ein Mann das Lastpferd führt; links unten das M

amın. H. 3 Z. 2 L., Br. 3 Z. 6 L.

  1. Die zwei Cavaliere, welchte sich auf Pistolen schlagen. H.

‚1L., Br. 2 Z. 10 L.

  1. Landschaft mit einem Flusse, rechts. H. 1 Z. 3 L. 1 Z. 10 L.

  2. Die Alte mit dem Stocke, sitzend nach links gewendet. ‘ tenförmig. 1 Z. 8 L. von Wiakel zu Winkel,

  3. Der Reiter im Galop, nach links gerichtet, H. 3 Z.; Br. 1 Z. 4 L.

Dazu zählt man gewöhnlich ein Blatt, welches J. van Nordt Laar’s Zeichnung gestochen hat. Es ist dieses eine Vıehle P£;rm van Laer ıny. 1, Y, N., fecit 1644 H. 5 Z. 10 L., hr. delten.

Jäar, Roeland van. — Labadye, J. B. A.

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