Kupelwieser, Leopold, Maler, geb. zu Piesting in Niederösterreich , erhielt seine erste künstlerische Ausbildung zu Wien von dem Maler Rückert und später, im Jahre 1800, an der k. k. Akademie. Die Fortschritte, welche er besonders in letzterer machte, waren so bedeutend, dass er im Jahre 1815 seinen Unterhalt durch die ihm zahlreich ertheilten Aufträge gedeckt sah. Eine im Jahre 1826 in Gesellschaft eines Kunstgenossen nach Dresden unternommene Reise wirkte durch den Eindruck, den die dortige reiche Galerie auf ihn hervorbrachte, sehr günstig auf seine weitere Bildung. Von diesem Ausflug zurückgekehrt, setzte er eifrig seine Studien an der Akademie fort, und lieferte in jener Zeit ein großes Altarbild, vorstellend den Erzengel Michael, für den Grafen Michael Esterhazy; verschiedene Copien nach Correggio, Mengs u.a., mehrere Portraits, die Thürflügel der Apotheke in der Wollzeil u. a. m. Das lebensgrosse Bild S. M. des Kaisers, welches Kupelwieser im Jahre 1824 für den Sitzungssaal des Appellationsgerichts zu Prag malte, begründete noch mehr seinen bereits erworbenen Ruhm. Im Sommer des nämlichen Jahres verfertigte er für den Russen Alexis von Beresin eine Suite ungarischer Nationaltrachten, und begleitete hierauf denselben nach Italien , um Landschaften, Costüme und Antiken für eine projektierte Reisebeschreibung zu zeichnen. In Rom verfertigte er nach den Wandgemälden des Fra Angelico da Fiesole im Verein mit den Malern
Kupetzky, Johann.
Hempel und Tunner eine Reihe von vortrefflichen Federzeichnungen, die bei jedem, der sie gesehen, hohe Verehrung für den herrlichen Florentiner erweckt haben. Neben einigen künstlerischen Studien führte er für Beresin in Rom, so wie auf der weiteren Reise nach Neapel und Sicilien, hundertvierzig Zeichnungen aus. In Messina befiel die beiden Reisenden ein tödliches Nervenfieber, welchem Beresin erlag und Kupelwieser nur durch angestrengte ärztliche Bemühung entkam. Im August 1825 kam er nach glücklich verbrachten Wanderjahren in Wien wieder an, und bewährte seine Meisterschaft durch das Altarbild: der Leichnam Christi für die Kirche zu Starowics in Polen, durch die hl. drei Könige, die auf der Ausstellung 1820 viele Bewunderer gefunden, und viele andere Ölgemälde, Portraits und Zeichnungen. Ein herrliches Erzeugnis der Kunst ist sein großes Ölgemälde, welches der Mittelpfeiler des neuen, prachtvoll ausgestatteten Portals der Kriegsapotheke am Graben schmückt. Es stellt den frommen Jüngling Tobias vor, wie er, in Begleitung des Engels, von der Reise in die heimatliche Halle zurückgekehrt, seinem blinden Vater das Licht der Augen wieder gibt.
Andere treffliche Bilder sind: St. Stephan, und ein großes Crucifix, welche beide nach der Militärgrenze kamen; St. Joseph und Johannes, Altarblätter zu Neuhaus in Böhmen; das Abendmahl der gekreuzigte Heiland mit der hl. Familie, ein schönes Altarblatt, das er für die Kirche im Lichtenthal zu Wien, für die Erzherzogin Sophie und für Manz von Mariensee wiederholte; die Geburt der Maria, ein ausgezeichnetes Altarbild in Klosterneuburg; die heilige Jungfrau mit dem Kinde, vor ihr Erzherzog Rainer mit Familie, ein großes Altarbild u. s. w.
Im Jahre 1830 wurde Kupelwieser Corrector der Historienmalerei bei der k. k. Akademie. Mehrere seiner Bilder nennt die Österreichische National-Encyclopädie.
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