Künstler nach Paris, und zuletzt nach England

Künstler nach Paris , und zuletzt nach England , wo er durch Empfehlung des Lord Edgecumbe und des brittischen Gesandten bei der Pforte, des Sir E. Fawkener, viel Beschäftigung erhielt. Als Hauptwerk, welches er in London ausführte, erklärte das Bild der Prinzessin von Wales mit ihren Söhnen. Andere bedeutende Sachen kamen in das Cabinet der Grafen von Harrington und Lesborough. Um 1756 begab sich Liotard nach Holland , und hier opferte er seinen Bart dem Hyänen, ohne jedoch die orientalische Tracht aufzugeben. Im Jahre 1772 kam er zum zweiten Male nach England, mit einer Sammlung von Gemälden guter Meister, und mit selbst gefertigten Glasmalereien, die nur in dunklen Zimmern grossen Effekt machten. Die englischen Kunstliebhaber kauften diese Curiositäten sehr begierig. Er blieb zwei Jahre in London, während welcher Zeit er zahlreiche Porträts malte, besonders in Pastell. Seine Hauptwerke bleiben aber die Emailbilder, deren einige einen Fuß im Quadrat betragen. Seine Werke werden in Gallerien aufbewahrt. In der Dresdner Galerie bewundert man z. B. das schöne Wiener Stubenmädchen, von Liotard gemalt, und von B. Noel lithographiert. In seinem Bildnis herrscht ausserordentliche Naturtreue; er hielt sich so sorgfältig an die Natur, dass er selbst nicht einmal die Pockennarben, die Sommersprossen und die Warzen vergaß, was man nicht immer wohlgefällig aufnahm. Das Todesjahr dieses Künstlers erfolgte gegen 1790. Müller, J. C. Reinsberger, Vispre, Schmützer, J. Schmid, Petit, Dupain, Marcenay, Balechou u. a. haben nach ihm gestochen. C. Gregorio stach sein Bildnis in der Florentinischen Galerie.

Liotard hat auch Blätter geätzt, von denen wir folgende erwähnen:

  1. Johann Stephan Liotard, mit langem Barte in orientalischer Kleidung, fol.
  2. Rene Herault, Lieutenant-General de Police, fol.
  3. Kaiser Joseph II., fol.
  4. Ein unbekanntes kleines Bildnis.
  5. Die Kaiserin Maria Theresia mit ihrer Tochter im Costume einer Dame von Pera, wie sie Besuch annimmt, kl. fol.
  6. Die Erzherzogin Maria, als Dame von Galata, mit ihren Sklaven, kl. fol.

Von diesen Blättern hat Liotard nur die Köpfe gestochen; das Übrige J. Camerata.

Füssly legt ihm auch etliche Blätter nach Watteau bei, sie gehören aber dem folgenden Künstler an, s. auch Joh. Franz Liotard.

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