Krümpert, Hans, Maler und Bildhauer von Weilheim, ein für seine Zeit berühmter bayrischer Künstler, der mit Pietro Candini und Heinrich Schön, einem merkwürdigen, aber vergessenen Künstler, der zu Ende des 16ten und im ersten Viertel des folgenden Jahrhunderts viel zur Verschönerung Münchens beitrug. Seine
Bildungsgeschichte ist unbekannt, man weiß nur, dass er neben der Plastik und Malerei auch in der Baukunst erfahren war; in- dessen scheint er die Bildhauerei zum Hauptfache gemacht zu haben, und nur als Bildhauer kam er in Dienste Herzogs Wilhelm V. Die Zeit, in welcher dieses geschah, ist nicht bekannt; doch scheint er nicht viele Jahre vor dem erfolgten Regierungsabtritt die- ses frommen Herzogs nach München gekommen zu sein. Wil- helm V. hatte viele Künstler in seinem Dienste, und die viertel- jährige Ausgabe für dieselben belief sich auf 1374 fl. 45 kr. Mei- ster Friedrich Zustris hatte als der höchst Besoldete das Quartal 150 fl., Krumper aber, als junger Mann nur 50 fl., und erst in der späteren Zeit des kunstliebenden Maximilian belief sich seine Besoldung auf 480 fl. Unter diesem Churfürsten führte er jedoch den Titel eines Hofmalers, obgleich P. Candito, Anton Ponzan, Hans Wernl (beide Lipowsky unbekannt), Ulrich Loth, Hans Briederle u. a. die Malerarbeiten besorgten. Krumper hat indessen auch gemalt, und er ist jener bayrische Hofmaler Johann Krum- mer, dessen Westenrieder und Lipowsky erwähnen, Westenrieder legt ihm eine Darstellung des Opfers Abrahams bei, welches Krum- mer für die Abtei Walderspach gemalt hatte.
Die ersten Arbeiten dieses Künstlers sind in der St. Michael’s Hofkirche zu München: Christus am Kreuze, an dessen Füßen Magdalena kniet, welcher ehedem den Kreuzaltar zierte, jetzt in einer Seitenloge aufgestellt; ferner ein Engel mit dem Weihwasser- Gefäss auf der entgegengesetzten Seite, beide von Bronze. Die- ser Engel darf nicht mit dem Erzengel an der Hauptfassade ver- wechselt werden. S. Gerhard. Im Jahre 1600 fertigte er das ehren- werte Monument des Jakob Burckhard in der Metropolitankirche zu. U. L. F. In dieser Kirche ist auch das größte Werk des Künstlers: das großartige Monument mit Erzbildern, welches Churfürst Maxi- milian dem großen Kaiser Ludwig setzen ließ. Pietro Candito, Maximilian’s Hofmaler, hat die Zeichnung dazu verfertigt und Krumper das Modell ausgeführt und den Guss geleitet, der an Reinheit keinem Erzbilde jener Zeit nachsteht.
Maximilian lebte in einer vielbewegten Zeit, aber während er den Blick nach aussen richtete und die Ruhe im Vaterlande er hielt, versammelte er auch die Künste, um sich durch sie einen für jene Zeit prächtigen Sitz bereiten zu lassen. Die alte Residenz — damals die neue Veste zum Unterschiede von dem alten Hofe (der Ludwigsburg) so genannt — war klein und bereits baufällig, und der Churfürst dachte daher mit Ernst daran, sich eine neue Residenz zu bauen. Sonderbar ist es, dass Männer wie Westenrieder u. a. nie die Verhältnisse des Baues erforscht, und sicht einmal die genaue Zeit von dessen Beginn bestimmen konn- ten. Es ist ja nicht einmal der Name des Baumeisters zu lesen; — weder Westenrieder und Lipowsky, noch die neueren Topographen Münchens kennen einen Heinrich Schön. Der Bau begann: im Jahre 1612, und Hans Krumper war neben Schön derjenige, der mehrere Details zeichnete. Er bossirte auch Vieles für die Stuccatorer, welche die verschiedenen Ornamente fertigten. Nach sechs Jahren war der Bau vollendet, und rasch ging es auch mit
r äusseren Verzierung des Gebäudes. An der Hauptfassade hin 2g sich eine Pallustrade, von welcher nichts mehr übrig ist, als ıe Löwen an den Seiten der beiden Eingänge, Brunnenwerke des Hans Krumper, von welchem auch jene über den Portalen herrüh- ten; nämlich die allegorischen Gestalten der Justitia, Fortitudo, Temperantia und Prudentia. In Mitte der Fassade ist seine Erz-
Statue der heiligen Jungfrau als Patrona Bavariae. Im Hofe der alten Residenz ist ein Brunnen mit Figuren von Seegöttern und anderen Gestalten, lauter Bronzwerke des Hans von Weilheit.
Diesen Teil der Residenz hat König Ludwig bei seinem neueren Bau als Sitz erlauchter Vorfahren unversehrt gelassen. Sein letztes Werk war die Statue der hl. Jungfrau auf der marianischen Säule, welche Maximilian auf dem Hauptplatze 1628 einweihte.
Lipowsky schreibt auch die unteren Bildwerke dem Hans Krumper zu, allein die da aufgestellten Engel und Dämonen gießen ein Glockengiesser in München aus einer Cartaune mit dem Manfeld’schen Wappen.
Über Verhältnisse dieser Art werden wir uns in einer heranziehenden bayerischen Kunstgeschichte näher verbreiten.
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