Krüger, Franz, königlich preussischer Hofmaler in Berlin , wurde 1797 in Anhalt-Dessau geboren, und schon als Knabe entwickelte er ein entschiedenes Talent zur Kunst. Er zeichnete mit Vorliebe Thiere und auch Porträts, ohne Anleitung, so wie denn Krüger überhaupt Autodidakt ist. In seinem 16. Jahre fing er an mit Ernst sich der Kunst zu widmen, er machte aber keinen gründli- chen akademischen Cursus durch, da sich sein Talent keinen Zwang antheiln liess. Er zeichnete zwar fleißig, allein auch musikalische Übungen sagten ihm zu, und einen besonderen Reiz hatten für ihn die Vergnügungen der Jagd . Krüger zeichnete und malt auch mehrere Jagdszenen, noch größere Lust aber fand er in Darstellung von Pferden, Hunden u. s. w. Die Bildnisse machten jedoch anfänglich den größten Teil seiner Werke aus und hierin bekam er solche Übung, dass es ihm möglich wurde fast spielend in einem Tage drei Porträts , und zwar höchst ähn- lich, zu zeichnen; diese führte er häufig auf farbigem Papier mit schwarzer Kreide aus, und die Lichter setzte er mit dem Pinsel auf. Mehreremale zeichnete er die k. Familie. Diese Bildnisse fanden außerordentlichen Beifall, und der Künstler wurde in dieser Zeichnung so sehr in Anspruch genommen, dass ihm zur Malerei in Öl fast keine Zeit blieb. Endlich machte man es ihm zum Vorwurfe, dass er sich dieser Technik nicht befleißigte, worauf Krüger die Palette ergriff, und auch in kurzer Zeit zeigte dass seinem Talente auf künstlerischem Gebiete Alles möglich sei. Bei der nächsten Ausstellung sah man von ihm eine Marschscene im Winter, dann einige vortreffliche Pferdestücke, und für den Kunstverein malte er 1828 eine Jagdszene. Solche Bilder und die Darstellung des Pferdes, liebte jetzt der Künstler besonders, so dass man ihn scherzweise den Pferde-Krüger nennt. Im Jahre 183 malte er für den Kaiser von Russland die Parade des k. preuß- ischen Cuirassier-Regiments, auf einem Raume von 12 Schuh Breite und 9 Schuh Höhe, mit mehr als 100 Bildnissen von großer Ähn- lichkeit. Hier entwickelte der Künstler eine große Meisterschaft in lebendiger Anordnung. Reiter und Pferde sind in voller Natur- wahrheit dargestellt, und auch im Technischen ist das Bild so ganz gelungen, dass man es den besten Erzeugnissen eines Ho- race Vernet an die Seite stellen darf. Dann malte er den Kaiser Nikolaus mit seiner Suite zu Pferde in Lebensgrösse, und so muss man bis jetzt die bedeutendsten Arbeiten Krüger’s in St. Peters- burg suchen. Auch dieses Bild ist ein Meisterstück, imponirend durch die kräftige Gestalt des im Galopp ansprengenden Kaisers. Jentzen hat es lithographirt. Ein anderes bedeutendes Werk, wel- ches den Künstler 1838 beschäftigte, stellt eine Parade vor, wozu ihm der König von Preussen den Auftrag ertheilte. Überdies hat Krüger eine grosse Anzahl trefflicher Bildnisse gemalt, und viele solche auch lithographirt. Wir nennen die Porträts Ferdinand Wilhelm’s 11., der Kronprinzessin von Preussen, der Fürstin Au- gusta von Liegnitz, der Königin Wilhelmine der Niederlande, der Prinzessin Wilhelm Friedrich Carl der Niederlande, der Prinzessin Luise der Niederlande, des Prinzen Friedrich der Niederlande, der Prinzessin Mariane der Niederlande, des Kaisers Nikolaus I, von Russland, der Kaiser- sras Alexandra Feodorowna, der Erbgräfin von Mecklenburg-
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