Krazenstein – Stub, Historienmaler , geboren zu Kopenhagen , 1783, gest. 1816. Er war der Sohn eines Offiziers der danischen Marine, erhielt aber den Namen Krazenstein von dem berühmten Physiko- Chemiker, Professor an der k. Universität zu Kopenhagen, seinem Großvater. Mit einem reichen Erbtheil glücklicher Anlagen aus- gestattet, modellirte er schon, ehe er lesen konnte, Wachsfiguren, wie auch die Neigung zur Kunst nie unterdrücken, so dass er 1802 die Hochschule verliess, um sich der Geschichtsmalerei aus- schliesslich zu widmen. Er besuchte nie die Akademie und nahm nur wenige Monate lang bei N. Abildgaard, Vorsteher derselben, Unterricht im Praktischen der Malerei, machte aber doch bewun- derungswürdige Fortschritte, wie die vorzüglichsten unter seinen hinterlassenen Kunstwerken zeigen. Von 1808 bis 1811 lebte er in Paris und Rom .
Unter seine vorzüglichsten Arbeiten gehören Orpheus und Eury- dice, 1808. Der Ausdruck der Eurydice, so wie die Vollendung jedes Theiles an ihrem reizenden, nur von einem weiten, duftähnlich weh umflatternden Gewande beschatteten Körpers ist bewunderungs- würdig. Die Bewegung ist ungemein zart und dichterisch motivirt, Orpheus aber ist misslungen. Dann ist zu erwähnen: Halcyone über das Meer blickend, in Rom gemalt; Hother, von den Wald- nymphen die Zaubergaben zum Gebrauch wider Baldur empfangend, von der Akademie in Kopenhagen als Gegenstand der Preisbe- werbung aufgegeben. Der Reiz, die Beleuchtung und der Farben- reichtum in diesem Zaubergemälde machen nachsichtig gegen die unsichere Zeichnung und den mangelhaften Ausdruck. Sein Amor und die ohnmächtige Psyche, gemalt 1814, ist ein schönes Kabinets- stück, Farbenzauber, Beleuchtung und zarte Ausführung lassen auch da nichts zu wünschen übrig. Seine letzte Arbeit ist Ossian’s und Al- lars Sohn, und dieses ist auch die vollkommenste. Die Zeichnung hat eine Sicherheit, welche bei manchen seiner früheren Arbeiten fehlt; die Carnation ist vollkommen, und die Färbung harmonisch. Es weht ein Einklang des zartesten Gefühls, der Wehmuth, welche Ossian’s Nachtigallen-Klage, vereint mit dem Vorgefühle der nahen Vollendung, bei dem Künstler hervorrief, auf die innigste Art zu Gestalt und Farbe verschmolzen durch dieses interessante Bild. Stub’s Gemälde zeichnen sich durch eine äusserst harmonische Tönung des Ganzen aus, so wie durch individuelle Wahrheit des Colorits, durch höchste Durchsichtigkeit und Wärme, der Schatten, mit dem süssesten Reize der Halbschatten. In seinen früheren Werken vermisst man die Sicherheit der Zeichnung und öfter die feine physiognomische Charakterisirung, die er später in hohem
Grade erreichte. Auch einige seiner Porträts sind meisterhaft! handelt. Der Künstler hinterließ auch vortreffliche Handzei- chungen,
Seine hinterlassenen Handzeichnungen wurden in Kupfer ge- sehen. Mehrere derselben (zusammen 18) waren von dem gemun- den Künstler schon in meistens vortrefflichen Gemälden ausgelü-
: Die Nachbildungen der Handzeichnungen erschienen unter dem Titel: Haandtegninger af den afdøde Historiemaler etc. in Kø- benhavn Kratzenstein Stub. 2 Hefte mit 8 Bl. im Umrisse
. Ossian und den griech. Classikern, 1817, gr. fol. Friederic Brun gab im Kunstblatte von 1817 floskelreiche Nachricht über diesen
Künstler, und daraus ist Obiges entlehnt.
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