Krause malte Historien und Bildnisse in Öl, die Zahl der letzteren ist aber die grössere. Dann finden sich von seiner Hand Kopien nach Rafael, Rubens, Titian, van Dyck, Rembrandt u. a.
„Anton Krause, Kupferstecher, dessen Lebensverhältnisse wir
nicht kennen, wahrscheinlich gehört er dem vorigen Jahrhunderte
an. Eine Abbildung des Marienbildes vom Berg Bössig in Böh-
men ist mit: Ant. Krause sculps. Pragae bezeichnet.
Wilhelm Krause, Marine-Maler, wurde 1803 in Dessau gebo-
ren, wo er den ersten Unterricht im Zeichnen von dem vortheil-
haften bekannten Kupferstecher Carl Wilhelm Kolbe erhielt. Acht-
zehn Jahre alt, ging er 1821, vom kunstsinnigen Herzog von Dessau
unterstützt, nach Dresden , um sich dort weiter den Studien der
Malerei zu widmen. Nach einem Aufenthalt von drei Jahren kam
er, im , nach Berlin , setzte dort seine Studien unter der Leitung
Wach’s fort, nahm jedoch, bei seinen beschränkten Subsistenzmitteln, zugleich ein Engagement als Sänger beim
Königsstädtischen Theater an, und verließ diese Bühne nach 5
Jahren langem ehrenvollem Wirken. Während dieses Zeitraums
malte er für den Verein der Kunstfreunde in Preussen eine Landschaft in griechischem Charakter; eine andere in italienischem Cha-
rakter kaufte der Herzog von Dessau. Eine Reise, die er im Jahre
1830 nach Rügen unternahm, gab indess seinen künstlerischen Be-
strebungen eine bestimmtere Richtung, die sich entschieden in dem
bald darauf vollendeten Bilde aussprach, das einen Indienfahrer
darstellt, der das Zeichen gibt, um Lootsen an Bord zu nehmen.
Die See war jetzt sein Element. Bereits im folgenden Jahre machte
er eine Reise nach Norwegen, wozu ihm der König von Preussen
üblich die Mittel verlieh. Von derselben zurückgekehrt, malte
er das 8 Fuss breite und 5 Fuss hohe Bild, den Sturm in Bommel
Fior. 1834 besuchte er Holland, wo er reiche Ausbeute für das
Studium der Staffage fand, die wir in seinen neuesten Werken so
trefflich ausgebildet finden. Dort machte er auch die Bekanntschaft
J. C. Schotel’s, J. J. Eckhout’s, Waltorp’s und A. Schelfhout’s, die
ihrem deutschen Kunstgenossen die freundlichste Aufnahme berei-
teten. Im Jahre 1836 trat er eine Reise durch Belgien nach Paris
und der Normandie an, die seinem schöpferischen Geiste neue
Nahrung gab und, von welcher heimgekehrt, er sich viel mit Dar-
stellungen aus der Normandie beschäftigte. Es verdient erwähnt
zu werden, dass die Bilder, welche das Jahr hindurch von der
Staffelei des eben so thätigen, als talentvollen Künstlers kommen,
in der Regel die Zahl 20 übersteigen und nicht selten das Bild
schon nach dem ersten Pinselstrich seinen Käufer gefunden hat.
Seit vier Jahren ist Krause Mitglied der königl. Akademie der
Künste in Berlin.
Krause behauptet als Marinemaler eine ausgezeichnete Stelle,
und mehrere seiner Bilder reihen sich den trefflichsten Werken
niederländischer Meister an. Seine Scenen gehen oft in kühlfeuch-
ter Luft, unter tiefbewölktem Himmel vor. Doch versteht er es
auch, in warmer glänzender Beleuchtung den milden Abendhimmel
zu geben. Das Wasser bietet bald einen ruhigen klaren Spiegel,
bald erscheinen die Elemente in Auflauf, immer aber erfreut er
sich, er mag den Himmel mit durchsichtigen leichten Wolken oder das
Wasser in beweglich scheinendem Wellenspiele zeigen. Zu seinen
vorzuglichen gehört die Darstellung des Strandes von Scheveningen
mit reicher Staffage, im Besitze des Königs von Preussen, und die
See – Mündung mit einem Dampfboot im Vorgrund, im Besitze
des Kaisers von Russland. Im Jahre 1836 erklärte man seine An-
sicht von Arkona als eines der besten Bilder der Berliner Kunst-
ausstellung. Der Künstler hat hier jenes Land in seiner ganzen
Eigenthümlichkeit aufgefasst, so wie in seinen Werken überhaupt der Geist treuer Auffassung waltet.
Brallse, Architekt zu Dorpat, von welchem wir aber nur wissen, dass er Professor der Baukunst war, und 1828 starb. Er hatte den Titel eines Hofrathes, der ihm als einem Manne von großem Ver- dienste gebührte;
Krause wird bei Fiorillo auch der oben erwähnte G. M. Krause genannt.
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