Krahe, Johann Lambert

Krahe, Johann Lambert, Historienmaler , geb. zu Düsseldorf 1712, gest. daselbst 1790. Von armen Eltern geboren fand er zuerst auf dem Oberstleutnant Mayer einen Gönner, und durch ihn wurde es ihm möglich, im Gefolge des Grafen Plettenberg nach Indien zu gelangen. Doch letzterer starb hier, und Krahe sah sich zu Rom in eine hilflose Lage versetzt. Endlich liess ihn ein Jesuit Heiligenbilder für Indien malen, aber noch lange Zeit konnte er sich nichts als Macaroni, Wasser und Brod erwerben. Doch die Liebe zur Kunst hielt ihn aufrecht, und, nachdem sein elender Tageslohn verdient war, suchte er sich in den Schulen der damals berühmtesten Maler, Benefialle und Subleiras, zu unterrichten. Da- neben studierte er auch fleißig nach den Werken Rafael’s, A. Car- raci’s und den Antiken, und so erlangte der Bilderfabrikant für Indien immer größere Fertigkeit. Sein Ruf verbreitete sich, und die Akademie von St. Lucca öffnete ihm ihre Thore. Mehrere Grosse Rom’s lernten ihn nun kennen, und durch den Cardinal Valenti wurde er 1755 dem Churfürsten von der Pfalz empfohlen. Dieser beschloss, die Düsseldorfer Gallerie einrichten zu lassen, und Krahe entledigte sich des Auftrages mit solchem Beifalle, dass der Churfürst 1784 durch ihn auch die Münchener Gallerie ordnete. Dieser Künstler hatte auch den größten Antheil an der Gründung der Akademie in Düsseldorf, und dieses Institut, dem er als erster Direktor vorstand, hatte den günstigsten Erfolg. Der Direktor war mit ganzer Seele Künstler, und er hatte einen übertreibenden Hang, jeden zum Künstler zu machen, in wel- chem er nur einige Anlagen entdeckte. Er bildete dann die Schü- ler mit Gewissenhaftigkeit, und die von Winckelmann besorgten Abgüsse von Apollo, Laokoon, Herkules, Venus und einigen Gladiatoren, dienten den ersten Schülern zum Studium. Krahe suchte, den italienischen Stil einzuführen, und er fand solchen Anklang mit seiner Anstalt, dass neben den Deutschen bald Franzosen, Eng- und Holländer selbe besuchten. In letzter Zeit befiel ihn ein

Augenübel, und dieses hinderte ihn an der Vollendung mehr seiner Bilder. In der Jesuiten-Kirche zu Mannheim sind sechs Altarblätter ihm, und an der Decke der Mannheimer Bibliothek die Allegorien wie die Wahrheit von der Zeit entdeckt wird. Die Skizze von seinem Bilde kam in die Düsseldorfer Gallerie. Auch im Benrath- Schlosse führte er Gemälde aus. Das Bild des heil. Hieronymus aus der Düsseldorfer Gallerie malte er in Rom, und das letzte endete Stück aus derselben Gallerie stellt die heil. Familie auf Flucht in Ägypten dar. Dazu kamen noch viele heilige Bilder in Maratti’s Manier. Er wählte gewöhnlich liebliche und ruhige Gegenstände zur malerischen Darstellung. Er liebte darin Massen, sanftes Licht und gemässigte Schatten, und in seinem Streben süsse Harmonie über seine Gemälde zu verbreiten, drückte er alle starken Farben. Zuweilen verfiel seine Sentimentalität ins Graue, doch selten ins Unbestimmte. Die Antiken Rafael galten ihm für das Höchste, allein er konnte diese Muster nicht erreichen. Krahe war indessen ein Mann voll menschlichen, hohen Gefühls für die Kunst. Schlichtegroll sagt im Nehrung des Künstlers 1700 S. 205, ihn habe die Muse der Malerei als Liebling begünstiget; als solcher habe er mit thätigem Eifer der manchen jungen Priester zu ihrem Altare hingeführt. Schliesslich bemerken wir, dass Krahe die Herausgabe der Werk der Düsseldorfer Gallerie projektiert habe; allein das Werk kam nicht zu Stande und der Engländer V. Green hat selbes 1789 begonnen. Von ihm selbst geätzt hat man eine Darstellung des Sabbiner-Raubes. Fratrel hat das Bildnis des Künstlers

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