Kobell, Wilhelm von, Maler und Kupferstecher , Ferdinand’s Sohn, wurde 1766 geboren, und von seinem Vater in den Anfangs- zügen der Kunst unterrichtet. Dann studirte er die Werke der großen und Düsseldorfer Gallerie, und besonders war es Wouvermans, welchen er zum Vorbilde wählte und mit Glück nachahmte.
Kobell, Wilhelm von.
Radierungen. 57—65) Die Hunde, Folge von 11 Blättern, mit Landschaften im Grunde, in verschiedener Größe, in 4. und kleiner. 60—72) Ansichten von und bei München , 7 Blätter. Mit Überschriften, 1818, qu. 8.
73—78) Die Reiter: Suite de six Cavaliers, 1805. Jeder Reiter ist in landschaftlicher Umgebung, 6 Bl., gr. qu. 4. Selten. 79—84) Folge von 6 Landschaften und Viehstückchen, nach nieder- ländischen Meistern. a) Le moulin à vent, nach J. Breughel, qu. 12. b) La diligence, nach J. v. Artois, qu. 12. c) Le repos du berger, nach W. Romeyn, 4. d) Le berger dormant, nach demselben, 4. e) Les bergeres, nach N. Berghem, qu. 4. f) La charrette, nach demselben, 1810, qu. 4. 85—90) Zweite Folge von 6 Blättern nach Gemälden aus der nieder- ländischen Schule. a) Le chasseur aux renards, nach Wouvermans, 4. b) Le chasseur aux lievres, nach K. du Jardin, c) Le débarquement du vin, nach Wouvermans, d) La maison du chasseur, nach J. Ruysdael, qu. 4. e) Le canal en Holland, nach A. v. d. Neer, 4. f) Le voyageur à cheval, nach J. Asselyn, 1834, gr. 4.
- La petite charrette, derselbe Gesicht, wie in der obigen Folge, aber von der Gegenseite. Der liegende Bauer ist rechts, qu. 4. Sehr selten.
92—93) Kinder, welche Soldaten spielen, 2 Blätter in 8.
Das Pferderennen in München, 1810, nach dem eigenen Ge- mälde, gr. qu. fol. I
Zwei Visitenkarten,
„Ob8“, Hendrik „ Zeichner, Marine- und Landschaftsmaler, er- Die bei Frauenholz nach seinen Zeichnungen von Ph. H. Dunker colorirten Blätter wuchsen zu einer Folge von 18 Stücken heran,
blickte 1751 in Rotterdam das Licht der Welt, und schon als Kind fand er an den Fahrzeugen im Hafen seiner Vaterstadt grossen Gefallen. Sein Vater, ein Kaufmann, liess ihn auch im Zeichnen unterrichten, doch sollte er die Kunst nicht der Handlung vorzie- hen, obzgleich seine Zeichnungen von Schiffen, von Strom- und Seeansichten schon frühe Talent verriethen. Als Jüngling schickte ihn der Vater in Handelsgeschäften nach England, und diese Reise war so ganz nach seinem Wunsche, Er blieb längere Zeit in Lon- don, und auch hier liess er keine Gelegenheit vorbei, sich in sei- nem Lieblingsfache auszubilden. Nach seiner Heimkehr dachte er ernstlich daran, die Handelschaft gänzlich bei Seite zu setzen. Er begab sich nach Amsterdam, und da hatte er in zwei Jahren solche Fortschritte gemacht, dass ihn nach Verlauf dieser Frist daselbst die Zeichenakademie unter die Zahl ihrer Mitglieder aufnahm.
Im Jahre 1771 zählte ihn auch schon die Gesellschaft „Pax artium! nutrix“ unter ihre besten Zeichner. Im Zeichnen hatte er besondere Stärke und seine Zeichnungen wurden daher von Kunstfreunden sehr gesucht. In der Folge unternahm er eine Reise nach Frank- reich, und nach seiner Rückkehr liess er sich in Rotterdam nieder, wo Kobell fortfuhr, die Portefeuille der Kunstliebhaber mit schönen Zeichnungen zu bereichern. Eine der vorzüglichsten jener Zeit, die in Besitz des G. van der Pals kam, stellt die 1770 erfolgte Seeschlacht der türkischen und russischen Flotte im Golf von Lepanto vor.
Diese Zeichnung wurde allgemein gerühmt, nicht bloß wegen der kunstreichen Anordnung, sondern auch wegen der trefflichen Be- handlung in Saftfarben. Er zeichnete auch eine Ansicht des Vor- gebirgs der guten Hoffnung, eine solche von Batavia und vom Eiland Onrust, Blätter, welche S. Fokke und M. de Sallieth in Kupfer gestochen haben. Andere seiner Zeichnungen sind nach Gemälden von Backhuysen, W. van de Velde u. a. ausgeführt.
Dann hat Kobell auch verschiedene Bilder in Öl gemalt, deren einige in den Besitz des Erzstathalters der vereinigten Provinzen übergingen. Die Gemälde, welche er in London ausgeführt hatte, sind durch Mezzotinto-Blätter bekannt. Brookshaw erachtete einen Seesturm und Schiffe zur See beim Mondschein auf solche Weise in Kupfer. Andere Bilder stach Watson nach ihm, und Sallieth einen Hinngs- und einen Wallfischfang. Das Vorzüglichste, was er lebte, machen aber immer die Zeichnungen in Tusch und Aquarell aus.
Im Jahre 1774 verehelichte sich der Künstler, und von seinen zwei Söhnen wurde Jan ein berühmter Maler. Doch sah er seine Kinder nicht herangebildet, denn schon 1782 erreichte ihn ein un- glückliches Ende. Dieser Kobell hatte den Namen des Jüngeren (Kobell Jr.), wir fanden aber keinen älteren H. Kobell als ausübenden Kunstler bezeichnet. Man findet bei Rost, Meusel, Füssly und anderorts wohl angegeben, dass ein Heinrich Kobell 1741 in Mann- heim geboren worden sei; allein die anderen Nachrichten passen wieder ganz auf unseren Rotterdamer, S. auch unten im Verzeich- nisse der Blätter No. 10.
Kobell hat auch geistreich geätzte Blätter geliefert,
- Ein grosses Bauernhaus mit Heuschober an einem Gehäuse mit Bäumen umgeben; rechts im Grunde das Meer mit Segelwerk und drei Fischern; links ein Bauer mit dem Hunde, und ein Canal mit Schiffen. Links im Vorgrunde ist eine grosse Kirche, und andere Gebäude der Reihe nach, und in der Ferne zeigen sich Dörfer. Das Blatt ist bezeichnet: Hend. (Hendrik.) Kobell junior f. 1768. H. 7 Z. 1—3 L., Br. 12 Z. 1 L.
Die zweiten Abdrücke sind nach der Retouche gemacht, und da ist Mondbeleuchtung angewendet. Dieses ist im ersten Druck nicht der Fall; es herrscht Tageslicht, und die Hühner im Hofe, welche man im ersten Drucke sieht, wurden bei der Retouche weggelassen.
Ein Schiff mit hohem Bord und andere Fahrzeuge in einer Meerenge, gegen die Mitte und links Windmühlen, und im Rande steht: „Vande Krap En’t Malle Gal“; rechts: H. H. Kobell f. H. 5 Z. 1 L., Br. 8 Z. 4 L. Die ersten Abdrücke sind vor A. Walpot’s Adresse.
Schiffe zur See, vorn am Bord ein Bauer mit einem großen Korbe und dabei ein Weib. Links im Rande: Kobell f. 1778, H. 6 Z., Br. 8 Z. 1 L.
Marine, rechts ein bemanntes Boot, der Steuermann ruft an. Diligente, labore, 1774, qu. 12.
Marine; links am Ufer ein Kirchturm u. a. H. Kobell Experm, f. 1777, qu. 12.
Die Fischhändler am Ufer der See; E lucro damnum, mit Ko- bell’s Namen. Sehr kl. Blatt.
Aussicht auf das Meer: Plures piscabimur, mit Kobell’s Namen. Sehr kl. Blatt.
Das Innere eines Lagers, vorn Soldaten und zwei gesattelte Pferde.
Zwei Bauern in einem Hofe, umherum Spuren von Gebäuden. Der eine sitzt, der andere steht, und rechts oben liest man: H. Kobell s. N. 2.
Ansicht einer Stadt am Ufer des Meeres; links zieht sich ein Hafendamm hin; H. Kobell junior fe., 1755. Diese Jahrzahl ist im Cabinet Paignon Dijonval, redige par Benard p. 93 No. 2475 angegeben, was wohl nicht richtig ist, es müsste denn der Künstler früher geboren sein.
Die Barke mit vier Matrosen auf ruhiger See, links ein Fischer- boot mit vier Personen; links im Grund ein kleines Dorf und rechts zeigen sich in der Ferne kleine Barken auf dem Meere. Mit dem Monogramm H. K. und 1765, was wohl unsern Künstler bedeutet, H. 5 2 Z. 2 L., Br. 8 Z. 5 L.
Ein Cavalier vor einer Hütte am Ufer der See, mit Langendyck gefertiget, 1777.
Robe“‚ Jan‚ Maler und Radierer, wurde 1782 zu Utrecht geboren. Sein Vater war der chichiclxte Marinemaler Hendrik Kobell, da er aber diesen früh verlor, und nach wenigen Jahren auch die Mut- ter, so wurde er im Waisenhaus erzogen. Man bestimmte den Knaben zum Maler und übergab ihn dem Landschafts- und Thier- maler W. R. van der Wall in die Lehre, wo er einen guten Grund legte. Er zeichnete fleißig nach der Natur und neben dieser war Paul Potter sein Hauptvorbild. Er malte nun verschiedene Bilder, Landschaften und Thierstücke, und diese seine Werke wurden mit
rossem Beifalle aufgenommen, und in den anschnlichsten Samm- lungen aufbewahrt. Sie erinnern ganz an den Styl des Paul Potter, und die geschmackvolle Behandlung, die schöne Färbung, und überdies auch noch die Wahrheit der Auffassung, weisen Kobell’s Bildern ebenfalls einen hohen Rang an. Der Beifall steigerte sich immer bis an seinen 1814 erfolgten Tod. Er wurde in der neuen Kirche zu Amsterdam begraben, und zahlreich war sein Leichen- schwarm, da man in Kobell einen Mann erkannte, der geeignet war, die Aufnahme der alten niederländischen Schule zu erhalten. Er war Mitglied des k. Instituts. Seine Zeichnungen und Gemälde finden sich in vaterländischen Cabineten, und mehrere seiner Werke gingen auch nach Frankreich und England. In Paris wurde 1812 eines seiner Bilder mit der goldenen Medaille beschenkt, und Landan hat es in den Annales du Musée desselben Jahres sehr gepriesen. Man hat von J. Kobell auch einige schöne geätzte Blätter, von gelstrei- cher Behandlung, so trefflich wie seine Malereien.
1–4) Die Folge von Kühen, Ochsen, Pferd und Hund, gr. 8. Bei Weigel 6 Thlr. 5) Zwei Kühe an Wasser, fast nur Umrisse, qu. 4. 6) Der Ochse, vier Schafe und eine Ziege, fast nur Umrisse, kl. u. 4. 7) Der Kuhkopf, gegen rechts gewendet, 8. 8) Kuhkopf, gegen links gewendet, 1801, 8. Diese letzteren vier Blätter sind von grosser Seltenheit, be- sonders in Ausdrücken auf farbigem Papier.
Hoben, Jan, Kupferstecher, Hendrik’s Bruder, wurde 1700 in Rotterdam geboren, aber dieser Künstler scheint weniger bekannt zu sein, als die anderen dieses Namens. Er ist jener Kobell, dessen wir im Artikel des M. van der Jagt nach L. Francq van Berkhey’s Gedicht erwähnt haben. Mit van der Jagt hat er für den Professor Bleuland einige Blätter in Farben geliefert.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_QFMTunOF6koC