Kobell, Ferdinand

Kobell, Ferdinand, Maler und Kupferstecher , der ältere Bruder des Obigen, wurde 1740 in Mannheim geboren. Von seinen Studien und von seiner Anstellung als Sekretär haben wir im Artikel seines Bruders bereits gesprochen, und gesehen, wie er durch den Chur- fürst Karl Theodor endlich seiner Bestimmung zurückgegeben wurde. Der Churfürst liess ihn nach Paris reisen, wo Kobell sich 18 Monate aufhielt, und nach seiner Heimkehr besorgte er um die Zeichnungen und Stiche der von Schwan verlegten 125 Ansichten der schönsten und merkwürdigsten Gegenden in der Pfalz . Die Anzahl seiner Zeichnungen und Skizzen ist überhaupt sehr bedeutend und seine geistreich und meisterhaft ausgeführten Blät- ter werden sehr gesucht. Baron St. v. Stengel gab einen Catalogue raisonné des estampes de F. Kobell heraus. So vortreff- lich, wie die Blätter, sind auch die Gemälde dieses Künstlers, so- wohl in Hinsicht auf dichterische Auffassung und Reichthum der Ausführung, als in technischer Behandlung derselben. Er wusste der Natur immer eine interessante Seite abzugewinnen, und beson- ders gut wusste er das Blätterwerk der verschiedenen Bäume darzu- stellen. Dazu kommt noch eine liebliche Färbung, eine weise Ver-

Kobell, Ferdinand.

Teilung der Licht- und Schattenmassen, und alles dieses vereinigt sich zu einem effektvollen Ganzen. Dann verstand er es auch, seine Bilder mit Figuren und Tieren zu beleben.

Kobell hatte den Titel eines kursächsisch-bayerischen Cabinets- und Hoflandschaftsmalers, und 1708 wurde ihm auch das Direkto- rat der Galerie in Mannheim übertragen; doch schon im folgenden Jahre starb er.

Frauenholz in Nürnberg gab 1800 das Kupferwerk dieses Künst- lers heraus, unter dem Titel: Oeuvre complet de Ferd. Kobell, peintre de la cour Electorale Bavaro-Palatine et graveur à l’eau-forte, cont. 179 Planches de paysages et de figures. Die Blätter sind verschiedener Größe, auf 79 Bogen in fol. abgedruckt, mit dem Bildnis des Meisters von Schlotterbeck. Dieses ist die beste, aller- seltene Ausgabe, auf Velinpapier. Ein solches Exemplar ist bei Weigel auf 24 Thlr. 12 gr. gewertet.

  1. Das Dedicationsblatt an den Grafen Karl von Sickingen ist eine Landschaft mit Felsen, und zwar eines der schönsten Blätter des Künstlers, 1776. H. 7 Z. 4 L., Br. 5 Z. 6 L. Den ersten Abdrücken ist der Himmel weiß, überhaupt die Platte unvollendet.

  2. Die Köpfe zweier Schafe und jener eines Lammes. H. 1 8 L., Br. 8 1/2 L. – Selten.

  3. Der Bettler mit dem Stocke in beiden Händen. H. 2 Z. 4 L., Br. 7 L. Diese Figur scheint am Rande einer anderen Platte gestochen worden zu sein, und die Abdrücke sind von der größten Seltenheit.

4–5) Diez lää»gie eines Alten und einer Alten. H. 2 Z. 1 L. – 1 4 o

  1. Die Früchtenhändlerin, Versuch in Lavismanier, aber un- vollendet. H. 2 Z. 1 1/2 L., Br. 1 Z. 8 L. Sehr selten.

  2. Die Magd, welche das Geschirr reiniget, mit geistreicher Na- gefertiget. H. 2 Z. 5 L., Br. 1 Z. 3 L. Selten.

8–10) Etudes d’après nature, dessinées et gravées par F. Kobell. Eine numerierte Folge in 12.

  1. Der Titel mit dem Mädchen am Piedestal,

  2. Die Rückkehr vom Markt,

  3. Der Bettler mit dem jungen Mädchen,

  4. Der Reisende mit dem Felleisen,

  5. Der Junge mit den Gypsfiguren,

  6. Die Besenverkäuferin,

  7. Der Bauer neben der Mauer am Steine sitzend,

  8. Die Gemüsehändlerin,

  9. Der Trödler-Jude,

  10. Der blinde Alte hält den Hut zum Betteln hin,

  11. Der Trödler und der Savoyarde mit der Laterna magica.

  12. Der Mann mit Strohmatten.

20–25) Sechs Blätter mit Kinderspielen: Six etudes d’après nature. H. 2 Z. 6–6 1/2 L., Br. 2 Z. 3–3 1/2 L. In den späten Abdrücken fehlt der Rand mit der obigen Schrift.

  1. Der Gottesacker mit der Kapelle. H. 2 Z., Br. 2 Z. 4 L.

  2. Die vier kleinen Savoyarden am Feuer zur Nachtszeit, P

  1. H. 2 Z., Br. 2 Z. 4 L. Dieses Blatt ist an und für sich selten, noch seltener aber die Abdrücke vor der Nachtbeleuchtu

28–30) Folge von 6 Landschaften. H. 3 Z. 11 L., Br. 3 Z.

  1. Die Frau beim Schlagbaum.

  2. Die Ruhe des Reisenden,

  3. Die zwei Kerle im Gespräch, der eine am Rasen sitzend, der andere stehend mit dem Stocke, im Grunde Felsen, ein kleiner Wasserfall etc., 1775.

  4. Der Mann am Fuße zweier oben gekreuzter Bäume, 1774.

  5. Der Bauer durch einen kleinen Bach wadend, 1774.

  6. Der Fischer mit dem Netze, 1774.

  7. Der sich in die Wolken erhebende Berg, 1772.

  8. Der spitzige Felsen, vorn in der Mitte zwei Wasserfälle, 1774.

  9. Die Straße mit Bäumen, rechts vorn drei Männer sitzend, und ein vierter kommt des Weges, bei Sonnenuntergang, 1777. H. 4 Z. 5 L., Br. 3 Z. 2 L. Im ersten Drucke ist die Luft weiß; im zweiten Drucke ist die Straße, wo sie sich nach links dreht, erleuchtet, und das Blatt trägt den Namen des Künstlers mit der Jahrzahl 1771; im dritten Drucke ist die

Straße fast ganz beschattet; im vierten Drucke sind die Wol- ken durch Kreuzstriche bewirkt und die Jahrzahl 1771 ist in — 41777 verändert.

  1. Die Bettlerin mit dem Rosenkranz. H. 3 Z. 10 L., Br. 7 Z. Selten.

  2. Der Bettler mit dem Stelzfuss, in gleicher Grösse, und eben- falls selten.

  3. Zwei Bauern auf einer Bank, der eine die Violine spielend, der andere zuhörzend, 1771. H. 3 Z. 1 L., Br. 3 Z. 9 L.

  4. Zwei Bauern auf einer Bank und fröhlich beisammen sitzend, am Boden Pfeife, Hut und andere Fahrnisse, 1771.

  5. Der Bauer mit dem offenen Krug und ein junger Mensch neigt sich zu ihm auf die Achsel. Links unten ist der Buch- stabe F. Die Figuren sind fast nur in Kontur, im zweiten Drucke sind nur zwei mit der Roulette gezogene Diagonallinien sichtbar. Die Platte wurde nie vollendet, und die Abdrücke sind selten.

  6. Die Dorffamilie, 1772. H. 4 Z. 9 L., Br. 3 Z. 2 1/2 L.

  7. Die Kartenspieler. H. 4 Z. 9 L., Br. 3 Z. 3 L.

Die ersten Abdrücke sind bloß mit leichter und geistreicher Nadel gefertigt, bei den zweiten sind die Arbeiten der Lavis- manier sichtbar.

  1. Die Rauferei der Bauern in der Stube, 1771. In gleicher Grösse, Die Abdrücke ohne Kreuzschraffur sind die ersteren, aber sehr selten.

  2. Die wandernden Musikanten, der eine mit dem Triangel, 1770. Br. 4 Z. 5 L., Br. 3 Z. 2 1/2 L.

  3. Landschaft mit einer hölzernen Brücke, über welche zwei Rei- sende nach rechts gehen. H. 6 Z. 9 L., Br. 5 Z. Selten.

  4. Felsige Landschaft mit einem Anachoretten im Gebete. H. 6 Z. 9 L., Br. 5 Z. 1 1/2 L. Dieses Blatt ist mit D. f. 1760 bezeich- net, weil der Künstler den Dietrici nachgeahmt hat, so wie jener im Geschmacke des Salvator gearbeitet. (Impostures innocentes.) Die Figur ist von Parizeau.

  5. Der Bauer und die Bäuerin am Ufer des Flusses sitzend, links vorn ein Pfahl mit einer Schrift, 1760. H. 7 Z. 3 L., Br. 6 Z. 6 L. Beim zweiten Drucke wurde die Platte um eine Linie schmäler und No. 1 fehlt.

  6. Die zwei Bäume, welche sich über einer hölzernen Brücke

kreuzen, links vorn das Mädchen mit dem Korbe, 1769. H. 6 Z. 7 L., Br. 6 Z. 7 L.

  1. Felsenlandschaft mit Bauern, links ergiesst sich am Felsen ein Wasserfall etc. Neben anderen Figürchen lässt ein Bauer ein Pferd tränken, 1775. H. 6 Z. 11 L., Br. 8 Z.

  2. Landschaft mit einem Felsen, aus dessen Kluft eine Quelle strömt, dessen Wasser durch eine Brücke läuft, Vorn auf einer Anhöhe sind zwei Männer und eine Frau, und ein vierter liegt auf dem Rücken, 1773. In gleicher Grösse, ;

  3. Landschaft mit dem Kapuziner-Hospitium. H. 8 Z. 1 L., Br. 8 Z. 11 L. ;

  4. Das Kloster unter Bäumen mit der Kirche, an der Pforte ein Kapuziner bei den Bettlern, gegen die Mitte breiter Bogen, rechts vorn drei Bäume und Figuren, 1774. H. 8 Z. 2 L., Br. 6 Z. 11 L.

  5. Felsenlandschaft mit einem Eremiten in Meditation auf dem Boden liegend, 1780. H. 9 Z. 2 L., Br. 7 Z. 1 L.

  6. Die Schaafscherer, im Grunde die Ruine einer gotischen Kirche. H. 11 Z. 9 L., Br. 2 Z. 2 L. Zweifelhaft.

  7. Landschaft mit zwei Reisenden am sonnenbeleuchteten Hügel vor dem Eingang des Waldes, 1770. H. 1 Z. 10 L., Br. 2 Z. 10 L. Selten.

  8. Landschaft mit zwei Bäumen am Abhange eines Felsens, darunter ein Bauer sitzend, wie er seinem Kameradem etwas zeigen scheint, 1770. In gleicher Grösse. Selten.

  9. Die Symbole des Studiums. H. 11 Z. 8 L., Br. 2 Z. 8 L. Selten.

  10. Das Cavallerie-Scharmützel am Abhange des Hügels hin, 1772. H. 5 L., Br. 2 Z. 6 K. Selten.

  11. Ein Cavallerie-Angriff, leicht hingezeichnet. In gleicher Größe und selten.

  12. Eine Frau mit einem kleinen Knaben auf der Erde, im Schmerz den Blick zum Himmel gerichtet, vor ihr ein Korb, eine umgestürzte Vase etc. H. 10 Z. 1 L., Br. 3 Z. 13 L. Stengel nennt dieses Blatt L’abbattement maternel und im Cataloge des Grefen Rigal heisst es La Hagar.

  13. Der Schmied auf dem Felde liegend und zu seinen Füßen der Hund. Ein kleines Studium, ganz mit der trockensten Natur ausgeführt. Die Abdrücke von der unvollendeten Platte sind äusserst selten; man kennt sie an dem unbeschatteten Knie des Liegenden; der Schweif des Hundes ist weiss etc.

  14. Der Knabe, welcher seinen Hund liebkost. In Lavismanier. H. 11 Z. 3 L., Br. 2 Z. 8 L.

  15. Der reisende Junge auf dem Boden schlafend, vor ihm mehr Gebüsch und Reisebündel. In gleicher Grösse, -

78–81) Folge von vier Landschaften. H. 2 Z., Br. 2 Z. 4 L.

  1. Der Reisende am Fusse zweier Bäume, 1775.

  2. Der Maierhof bei Mondschein, 1775.

  3. Der Fremde am Hause des Bauern, 1772. Im ersten Druck mit weissem Himmel.

  4. Landschaft mit Regen und Sturm, ein Bauer unter den beiden Bäumen zur Linken, 1772. Im ersten Drucke sind einige Teile des Vorgrundes weiss, wie einige Stellen am Himmel.

82–87) Sechs numerierte Landschaften: Six paysages dessinés et gravés par F. Kobell à Paris etc. /

88–91) Vier Landschaften mit gotischen Thoren in Rauinen:

  1. H. 1 Z. 9 L., Br. 2 Z. 10 L.

  2. H. 1 Z. 9 L., Br. 2 Z. 10 L.

  3. Folge von 8 Landschaften. H. 1 Z. 11 L., Br. 2 Z. 11 L.

  4. Der Hof mit Geflügel, 1770.

  5. Der Bauer mit dem Hunde, 1770

  6. Der Holzhauer, 1770.

  7. Die Hütte mit dem Vorsprung, 1770

  8. Die zwei Reisenden in Unterredung, 1770.

  9. Der Giebelthurm.

  10. Die Meierei im Walde, 1770.

  11. Die Hütte bei Mondschein, 1770.

Nur einige dieser Blätter haben Nummern, Stengel reiht sie aber alle zu einer Folge.

300a) Der Schuhputzer auf der Erde sitzend ; Lumpen und Bürsten vor ihm. Diese sind im ersten Abdruck bloß im Umriss,

später mit der kalten Nadel ausgedrückt. Im Ganzen ist dieses Blatt sehr selten. H. 2 Z. 21 L., Br. 32.3 L.

300b) Der Schuhputzer auf der Bank ausgestreckt liegend, unten seine Effekten, 1770. H. 2 Z. 2} L., Br. 3 Z. 2 L.

  1. Ein Bauer mit dem Stocke am Fusse des Baumes liegend. H. 2 Z. 1 L., Br. 3 Z. 4 L. Es ist dieses ein erster Versuch in Lavismanier, und äußerst selten.

  2. Der Hirt bei seinen Schweinen. H. 2 Z. 4 L., Br. 3 Z.

Die Abdrücke vor Anwendung des Verfahrens mit der Lavis- manier sind sehr selten.

163—8) Folge von sechs Landschaften. H. 2 Z. 6 L., Br. 2 Z. 10 L.

  1. Der dürre Baum umgestürzt, 1778. ;

  2. Der Reisende an der Quelle,

  3. Der Bauer auf der Erdzunge, welche der Fluss bildet, sitzend.

  4. Der Bauer mit dem Knaben am Ufer des Wassers.

  5. Die zwei Fischer. +

  6. Der Reisende, welcher die Fussbedeckung ordnet, 1770.

  7. Das Monument in einer Landschaft, 1782. H. 2 Z. 6 L., Br. 2 Z. 9 L. Im ersten Drucke ist der Himmel weiss.

  8. Der runde Tempel mit sechs Säulen, 1785. In gleicher Grösse,

111—118) Folge von 8 Landschaften. H. 2 Z. 2 L., Br. 3 Z. 5 L.

  1. Der quer überliegende Baum.

  2. Der aus der Felsenkluft hervorragende verwachsene Baum.

  3. Die zwei Felsengruppen am Abhange des Berges, 1779.

  4. Der Müller an der Thüre, 1778. -

  5. Die Mühle, auf welche ein Weib zugeht, 1778,

  6. Der Mühlstein am Zaune bei der Hütte, 1778.

  7. Die Bleicherin vor der Mühle, 1778.

  8. Das Weib mit zwei Kindern vor der Hütte, 1778.

319—122) Folge von vier Landschaften, H. 2 Z. 71 L., Br. 2 Z. 11 L.

  1. Der Wanderer den Bündel schnürend.

  2. Die zwei Reisenden im Walde, 1781.

  3. Der Reisende im Schatten des Baumes, bei ihm ein Mann mit dem Stocke; 1781.

In dem ersten Abdrucke sieht man links am Himmel keine horizontalen Striche. ; , ;

  1. Der zur Hälfte in’s Wasser reichende Baumstamm. Im ersten Drucke ist der Himmel nur leicht angedeutet, in dem spätern ist er durch horizontale und diagonale Linien bewirkt.

  2. Die Schenke am Eingang des Waldes, 1780. H. 2 Z. 6 L., Br. 3 Z. 2 L. Aus der ersten Zeit des Künstlers.

  3. Der Reisende zu Pferde gibt einem Bettler Almosen. H. 2 Z. 33 L., Br. 3 Z. 9 L. Aus der ersten Zeit, mit geistreicher Nadel gefertiget und selten. .

125—134) Folge von 10 Landschaften, H. 2 Z. 6 L., Br. 3 Z. 7} L.

  1. Die zwei Kähne am Pfahle, 1781.

Im ersten Drucke vor der Überarbeitung mit der kalten Nadel.

Kobell, Ferdinand.

  1. Die kleine Brücke von Holz an der Mündung des Flusses, 1779.
  2. Der Schiffer, welcher die Fähre anbindet.
  3. Der Mann und die Frau auf der kleinen Brücke.
  4. Das kleine Schiff mit zwei Männern, der eine vorn sitzend, der andere hinten stehend.
  5. Das Schiff von zwei Männern am Seile gezogen, 1779.
  6. Die zwei Fischer mit dem Garn.
  7. Drei Männer unter zwei Weidenbäumen, 1774.
  8. Der Schiffer im Kahne auf dem Flusse, 1779.
  9. Die Alte auf der hölzernen Brücke, 1778.

Die Repetition dieser Folge, die im Werth tiefer steht, von der Gegenseite; der Name und die Jahrzahl steht rechts.

135—140) Folge von 6 Landschaften. H. 3 Z. 6 L., Br. 3 Z. 6 L.

  1. Der Sturm, 1774.

  2. Die drei Cascaden, 1774.

  3. Der verstümmelte Baum, nach links hängend, 1774.

  4. Der Reisende in der Nähe des Sees ruhend, 1774.

  5. Das Landhaus auf dem Berge, 1773.

  6. Die Burg auf dem steilen Felsen.

  7. Erste und zweite Ansicht von Neckarau. H. 3 Z. 2 L., Br. 3 Z. 10 L. Diese zarten Blättchen sind schwer zu finden.

  8. Die Meierei in ganz schlechtem Stande; am Zaune ist eine Weib mit einem Knaben. H. 3 Z. 10 L., Br. 4 Z. 3 L.

Dieses sehr seltene Blatt ist bewunderungswürdig; Lichteffekte.

  1. Landschaft mit einem Flusse, der sich durch eine bergige Gegend schlängelt, 1780. Im Geschmacke von H. Saftler. H. 2 Z. 2 L., Br. 4 Z. 4 L. Im ersten Drucke ist der Himmel und die Ferne mit der kalten Nadel wenig überarbeitet.

  2. Landschaft mit einem Flusse nach der Ferne hin; am Wege rechts ein Reisender an den Felsen gelehnt, 1780. Am denselben Grösse und in gleicher Manier.

145—146) Die Brunnen, 1770. H. 3 Z. 13 L., Br. 4 Z. 3 L.

147—150) Folge von vier Landschaften. H. 3 Z. 34 L., Br. 3 Z. 41 L.

  1. Der Bauer mit dem Hunde vor der Thüre der Mühle. Im ersten Drucke ist der Himmel weiss, einige Wolken im Conn.

  2. Die Wäscherinnen bei der Mühle.

  3. Der Brunnen in der Hütte.

  4. Die Hütte mit dem Camin von Holz.

  5. Der Weiler am Hügel. H. 3 Z. 6 L., Br. 5 Z. 4 L.

  6. Die Meierei ausserhalb des Dorfes, 1772. H. 3 Z. 4 L., Br. 5 Z. 3 L.

153—156) Folge von vier Landschaften. H. 3 Z. 3 L., Br. 3 Z. 3 L.

  1. Der Fussweg zwischen Felsen, 1770.

  2. Der hohe Felsen am Abgrunde, auf der Anhöhe der Mann und Weib und Kind.

  3. Der Weg am Abgrunde; ein junger Mensch mit einem Mädchen im Gespräch, 1770.

  4. Die Ruhe der zwei Reisenden am Wege, 1781.

Es gibt von diesen Blättern unvollendete Probedrücke.

157—162) Folge von 6 Landschaften. H. 2 Z. 10 L., Br. 6 Z. 4 L.

  1. Die Heimkehr der Heerde zur Mühle, 1771.

  2. Die Cascade am Gehöfte, 1773.

  3. Die Hütte auf der Anhöhe neben einer Schlucht, über welche eine Brücke führt.

  4. Der Eseltreiber, 1774.

  5. Der Arbeiter in der Sandgrube, 1776.

  6. Der Bube mit dem Pferde, 1777.

  7. Die Heerde im Begriffe, durch das Wasser zu gehen, hinten- drein der Bock, 1771. H. 2 Z. 3 L., Br. 6 Z. 5 L.

Die Probedrücke sind sehr selten.

164—169) Folge von 6 Landschaften. H. 3 Z. 3 L., Br. 6 Z.

  1. Die Bleiche, 1776. Im Probedrucke mit weißem Himmel.

  2. Die Frau mit zwei Bündeln und der Lastträger. Mit weißem

Himmel im Probedruck.

  1. Zwei Männer mit dem Hunde am See.

  2. Der Bauer stellt Garben an die Sonne.

  3. Der isolierte Maierhof, 1778.

  4. Der Eseltreiber bei der Mühle,

  5. Der Park, durch dessen Baumgruppen Hausdächer hervorblicken. Ohne Zeichen, aber ein zierlich radirtes Blatt. H. 4 Z. 1 L., Br. 5 Z. 9 L.

  6. Der Holzhauer, daneben zwei Personen am Wege liegend, links ferne ein Weiler, 1778. In gleicher Grösse.

172—174) Folge von drei Blättern. H. 3 Z. 7 L., Br. 5 Z. 7 L.

  1. Die vier Saumpferde mit dem Leiter, 1772.

  2. Die Heerde von sieben Schafen und einem Bock mit der Hir- tin an dem Esel zieht durch den Fluss, 1772.

  3. Die Heerde von 10 Schafen und einem Lamme am Abhange des Hügels, 1770. Im ersten Drucke ist der Himmel weiß,

  4. Das Landhaus mit drei Thoren, dabei ein Garten mit Figuren,

  1. H. 3 Z. 11 L., Br. 0 Z. 3 L.
  1. Das Landhaus mit dem viereckigen Thürmchen, mit Garten

und Figuren, darunter eine zu Pferde, 1773. In gleicher Grösse.

  1. Der herannahende Sturm, der Hirt mit der Heerde unter dem Himmel voll Wolken, die Bäume in Bewegung, 1772. H. 4 Z. 1 L., Br. 5 Z. 4 L.

  2. Der bei Anzug des Sturms auf dem Bauche schlafende Hirte, auf dem Hügel eine Gruppe von vier Ziegen, 1771. In glei- cher Grösse und selten.

Die ersten Abdrücke offenbaren eine sehr zarte Nadel, der Himmel ist teils weiß etc.

  1. Eine Wiederholung dieses Blattes, zierlich radirt, mit vier Stücken Vieh vermehrt, 1770. In gleicher Grösse. Im ersten Drucke ist der Himmel zwischen den Wolken weiß, in späte- ren überarbeitet.

  2. Die Strohhütte am Ufer des Flusses. Aus der ersten Zeit des Künstlers. H. 4 Z., Br. 5 Z. 10 L. Selten,

  3. Die zwei Männer auf dem Flusse im Kahn, im Grunde eine Strohhütte neben einem viereckigen Thurm, 1766. Aus der ersten Zeit des Künstlers und selten,

182—185) Folge von vier Landschaften. H. 4 Z., Br. 6 Z. 4 L.

  1. Der breite Weg durch den Wald, rechts am Wege ein Wanderer mit dem Bündel, 1775. Im ersten Drucke ist der ferne Weg unter den Baumgruppen noch nicht überarbeitet.

  2. Der Ausgang des Waldes, links zwei Männer und ein Weib mit dem Kinde, 1775.

  3. Das Wirthshaus beim Mondschein, 1774.

  4. Der Bauer zu Pferde, 1775.

186—188) Folge von drei Landschaften. H. 4 Z. 7 L., Br. 7 Z. 1 L.

  1. Der schlafende Hirte mit der Heerde von 7 Schafen und einem Lamme, 1778.

  2. Die Schafherde auf dem Grasplatze rühend, im Grunde kommt der Hirt, sie zu suchen.

  3. Der isolierte Felsen, unten mit Bäumen und dem Hirten, der

Nagler’s Künstler-Lex. VII. Bd. 7

bei seiner kleinen Heerde ruht, 1774. Im ersten Drucke ist der Himmel noch weiß.

  1. Das Dorffest, 1767. H.5 Z. 1 L., Br. 5 Z. 4 L. — Selten,

  2. Die Soldaten im Zuge: Les soldats en marche, 1767. H. 4 Z. 8 L., Br. 6 Z. 10 L.

  3. Ansicht im Neckerauer Wald, 1779. H.5 Z. 7 L., Br. 6 Z. 5 L. Im ersten Drucke ist der Himmel und das Wasser fast anz im Weissen.

102–197) Die Brücken, Folge von 6 Blättern. H. 4 Z. 10 L., Br. 7 Z. 4 L. Im ersten Drucke finden sich am Himmel und an andern Theilen noch weiße Stellen. Diese Folge ist sehr schön.

  1. Ruinen eines großen Gebäudes, von einem Pächter bewohnt,
  1. H.5 Z.2 Z., Br. 7 Z. 1 L. Selten.
  1. Die zwei Bäume am Flusse, vorbei ein schlängelnder Weg zur kleinen Brücke, 1786. H.5 Z. 7 L., Br. 7 Z. 6 L.

Die Abdrücke mit weißem Himmel und einfachem Striche im Vorgrunde sind sehr selten.

  1. Die Waldspitze am Bergstrom, der sich in mehrere Cascades ergiesst, 1780. In gleicher Grösse.

  2. Die Mauern einer alten Burg, mit einem viereckigen Turm in ruinösem Stand, und an dem Eingange daselbst ist die Wache auf einem Steine etc., 1773. Br. 4 Z. 8 L., Br. 7 Z. 1 L. Die ersten Abdrücke entbehren die Arbeit mit der trockenen Nadel am Himmel.

  3. Burgruine mit einem viereckigen Turm, im Mittelgrund eine Fontaine mit einer Säule, darauf ein Leopard als Schild- halter, 1773. In gleicher Grösse.

Im ersten Drucke ist die kleine Erderhöhung, wo vorn der Mann liegt, ganz hell, ohne die Halbtinte des späteren Druckes:

  1. Ruine einer gotischen Kirche, rechts ein zirkelrunder Bogen, durch welchen der Weg sich windet, 1772. H. 4 Z. 3 L.

  2. Ruine mit einem gotischen Bogen, darunter zwei Schilde mit einem Helm. Rechts vorn sind zwei Pferde, und neben andern Figuren sieht man auf dem Wege des Mittelgrundes auch zwei Capuziner. In gleicher Grösse mit dem Obigen.

205–210) Die Stadtthore, Folge von 6 Blättern.

  1. Der gotische Bogen durch den viereckigen Turm von drei Stockwerken, 1774. H. 6 Z. 4 L., Br. 7 Z. 1 L.

Im ersten Drucke sind die Luft und andere Stellen weiß, im zweiten sind sie mit einfachen Strichen bedeckt, und im dritten auch mit Schatten versehen.

  1. Ein grosser Turm an der Mauer mit einem Gewölbe etc. im Grunde ein Theil der Stadt, 1780. Im ersten Drucke mit weißer Luft ohne Kreuzstriche in den Wolken.

  2. Der viereckige Turm in ruinösem Stande, als Stadtthor, durch welches zwei Lastträger gehen etc., 1770. H. 6 Z. 4 L., Br. 7 Z. 6 L. Im ersten Drucke ist die Wolke zwischen dem Turm und dem linken Rand der Platte nicht mit der kalten Nadel überarbeitet.

  3. Der gotische Turm mit dem Stadtthore über Ruinen empor- ragend; zwei Reiter mit dem Hunde reiten heraus etc., 1777. Es gibt reine Aetzdrücke, und solche mit der kalten Nadel überarbeitet.

  4. Das Thor im alten Mauerwerk, das zur Stadt am Berge führt, von welcher man aber nur zwei Kirchtürme und ein Hausdach sieht etc., 1770. H. 6 Z. 7 L., Br. 7 Z. 2 L.

Kobell, Wilhelm von. 99

  1. Ruine eines großen gotischen Turms mit einem moderneren Bogen, der das Thor bildet etc., 1780.

  2. Die Burg am Berge mit einer Kuppel, vorn ein Reisender mit dem Sacke auf dem Rücken, 1700. H. 6 Z. 1 L., Br. 7 Z. 3 L.

  3. Bauern im Gespräche vor einer Hütte, in der Ferne am Hügel der Hirt mit vier Hammeln, 1767. H. 9 Z. 54 L., Br. 11 Z. 4 L. Einer der ersten Versuche des Künstlers.

  4. Zweite Ansicht am Neckar: Ile. vue des environs du Neckar. H. 9 Z. 1 L., Br. 12 Z. 7 L. Einer der ersten Versuche.

  5. Sechs Köpfe im Geschmacke Hogarths, darunter der Kopf eines Grenadiers. H. 1 Z. 3 3/4 L., Br. 1 Z. 1 L.

  6. Die Alte im Fenster, Halbfigur mit einer Mütze. H. 2 Z. 1 L., Br. 1 Z. 6 3/4 L.

  7. Der Bauer am Fenster mit dem Kruge, in der Rechten die Pfeife. In gleicher Grösse.

  8. Der Bauer am Fenster, die Pfeife in der Linken, im Nach- sinnen begriffen, 1770. H. 2 Z. 1 L., Br. 1 Z. 7 L.

  9. Ein junger Mensch im Camisole hält mit lachender Miene den Deckel des Kruges. H. 2 Z. 4 L., Br. 1 Z. 7 L.

  10. Zwei fröhliche Raucher mit gekreuzten Armen. In gleicher

Größe.

  1. Die Schnitterin auf der Garbe sitzend, mit dem Manne zur Seite im Gespräche, H. 2 Z. 1 L., Br. 1 Z. 7 3/4 L. Ein miss- lungener Versuch in Lavismanier.

  2. Der Knabe mit dem Hunde, der die Katze anbellt, 1770. H. 2 Z. 7 L., Br. 2 Z. 3 3/4 L.

  3. Das kleine Mädchen vom Hunde umgeworfen, dabei zwei Bu- ben, 1773. In gleicher Grösse. Diese beiden Blätter dienen wohl als Fortsetzung der oben unter No. 20—25 erwähnten Kinderspiele.

  4. Ein Mann und ein Weib unterhalten sich am Ausgang des Waldes mit einem vor ihnen stehenden Reisenden. Der Hund ist hinter ihm. H. 3 Z. 3 L., Br. 2 Z. 3 L.

  5. Das Mädchen mit dem Korbe am Fusse des Baumes ausro- hend, zur Seite der Hund. Einzelnes Blatt, grösstentheils im Contour, mit Entwürfen am Rand.

  6. Die 9 Blätter zu Baron Gemmingen’s Uebersetzung von Mil- ton’s Allegro und Penseroso. Ansbach 1782, 8.

Ausserdem gibt es einige andere Landschaften von Kobell’s Erfindung, kleine Blätter mit Bäumen und Felsen etc. Baron v. Stengel beschreibt 240 eigene Compositionen von ihm und 7 im Anhange, von denen aber etliche schon im früheren Ver- zeichnisse vorkommen.

Blätter nach fremden Meistern:

  1. Der Seehafen, nach einer Originalzeichnung in der Sammlung des Churfürsten von der Pfalz. H. 4 Z. 11 L., Br. 7 Z. 3 L.

  2. Landschaft mit einem Weiler am Flusse etc., nach A. v. d. Neer, 1770. H. 7 Z. 6 L., Br. 10 Z. 3 L.

  3. Die Hirte mit der Heerde, nach J. v. d. Does. H. 12 Z. 1 L., Br. 9 Z. 4 3/4 L. Geätzt, ohne Überarbeitung mit dem Stichel.

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