Knip, Joseph Augustin

Knip, Joseph Augustin, Landschaftsmaler und Radierer , wurde
1777 zu Tilburg geboren, und von seinem Vater, einem nicht un-
verdienlichen Blumenmaler, der in der Folge erblindete, in den
Anfangsgründen der Kunst unterrichtet. In seinem zehnten Jahre
kam er mit seinen Eltern nach Herzogenbusch, und hier malte er
ebenfalls Blumen und Früchte, bis er endlich die Landschaft zum
Hauptfache erwählte. Im Jahre 1801 ging er nach Paris , wo sich
der berühmte Blumenmaler van Spaendonk seiner annahm, doch
fahr Knip fort, der landschaftlichen Darstellung obzuliegen. Da-
mals malte er meistens in Gouache , und die meisten dieser Blätter
stellen Gegenden und Ansichten aus Frankreich dar. Im Jahre 1808
verlieh ihm Ludwig Napoleon eine Pension, und nun fing er auch
an, in Ölfarben zu malen. Hierauf begab er sich nach Rom und

Knip, H. G. — Knip.

Neapel , und auch Calabrien durchwanderte er, überall Skizzen sammelnd, deren er 1812 eine Menge ins Vaterland zurückbrachte. Diese Studien waren für den Künstler von grossem Nutzen, und unverkennbar ist bei ihm der wohlthätige Einfluss der italienischen Schule und des italienischen Himmels. Seine Gemälde mit italieni- schen Ansichten sind auch ziemlich zahlreich und geschätzt, da sie mit eben so viel Einsicht als Geschmack ausgeführt sind. Viele solche Bilder sah man bei Gelegenheit der Ausstellung in Amsterdam , wo der Künstler sich niederließ. In der Folge lebte er auch einige Zeit in Beel bei Nymwegen und dann ging er wieder nach Paris, wo man in den Salons häufig Bilder von seiner Hand sah. Im Jahre 18530 hielt er sich wieder in Amsterdam auf. Knips Landschaften sind mit Thieren und Figuren staffiert, und auch Ru- inen und architektonische Ansichten zeigen sie.

Brulliot bringt im Appendix die Notiz von einem F. Knip be- von welchem 1832 auf der Berliner Kunstausstellung das Innere eines Schaafstalles gemalt zu sehen war. Dieses Bild kam in den Besitz des Königs von Preussen, und wenn die Initialen F. K. wirklich darauf zu lesen sind, so bedeutet das F. entweder „Fecit“, oder der Buchstabe ist irrig für F. gelesen.

Dann liest man in Füssly’s Supplementen von einem Knix, nach wel- chem Picquenot 1800 die Ansicht der Insel Staffa und Fingal’s Höhle Eestochen hat. Dieses ist vermuthlich ebenfalls unser Künstler, und in Füssly heisst es vielleicht nur durch Druckfehler Knix statt Knip.

Knip ist auch im Radieren erfahren, worin ihm Oortman zu Par- is Unterricht ertheilte. Seine Blätter stellen Rinder und anderes Vieh dar, und sie sind als gelungene Proben dieser Art zu betrachten.

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