Knapp, Johann

Knapp, Johann,

zu verlassen, und nun kam er als Haus-Scholar in die Wohnt des Prof. Drechsler, dem er eine solche Tapetenfabrik einrichtete und wobei er auch in der Kunst solche Fortschritte machte, dass er im Stande war, während der Krankheit seines Lehrers in k. k. Akademie Unterricht zu geben, und allgemeine Zufriedenheit einzuerrechnen. Auch viele Gemälde führte er aus, die unter Drechsler’s Namen die Zierde manches Kunstsaales sind.

Das Wiener Aufgebot von 1797 rief unsern Künstler in’s Feld, allein nach hergestelltem Frieden gelangte er wieder an seinen vorigen Platz, und nun hielt seine Obsorge mit seiner Vervollkommnung durch elf Jahre stets gleichen Schritt. Hierauf kam Knapp den k. k. holländischen Garten nach Schönbrunn, wo er Gelegenheit bekam, durch Arbeiten für die Gräfin von Bucquoi seinen Beruf als naturhistorischen Maler zu erfüllen. Den vorzüglichsten Schüler , die Natur mit dem angestrengtesten Fleisse zu verfolgen, fand der Künstler in der Gunst des Freiherrn von Jacquin, so wie in Füger’s, der ihm im Hause des Herzogs von Ahremberg Lektionen und dadurch Gelegenheit verschaffte, dem hohen Adel des In- und Auslandes als Lehrer und Meister bekannt zu werden.

Im Jahre 1804 endlich wurde dem Künstler die hohe Gnade zu Thun beim Erzherzog Anton angestellt zu werden und Unterstützung zu finden. Eine Sammlung inländischer Schwämme, 280 Blätter in Folio, drei Foliobände, jeder von 100 Bl. exotischer Pflanzen, nach Natur gemalt; Österreich ’s Weintrauben in Folio gemalt, nebst einer Früchtesammlung von 400 Stück geben von seinem Fleiße und seinen Fortschritten nach und nach ruhmliche Beweise. Ausschließlich dem vollendete Knapp für den Erzherzog drei Oelgemälde, eines von Rosen, eines von Hyacinten, ein größeres aber von exotischen Blumen. Auch der Erzherzog Johann besitzt von ihm eine Flora Alpina von mehr als 300 Alpengewächsen, die auf drei Reisen die Gebirge von Sr. Hoheit eigenhändig gesammelt, und Knapp’s Leitung vom Kupferstecher Beckenkam bearbeitet wurden (1821), ein außergewöhnliches Unternehmen, so wie die von Sr. H. unternommene Sammlung natürlicher Rosenfamilien. Oelgemälde von Knapp besitzt das Johanneum in Grätz,

Großherzog von Sachsen-Weimar, Fürst Esterhazy, der Spangen und die k. k. Gallerie. Mehrere kamen in den Besitz einiger hohen Familien nach Warschau und Russland. Nach Italien malte er die k. k. Menagerie, wie sie 1800 zu Schönbrunn stand, nach der Natur. Auch in Neapel, in Frankreich und in den Niederlanden wurde sein Ruf verbreitet.

Im Jahre 1820 fasste er den kühnen Entschluss, dem berühmten Freiherrn von Jacquin von den ausgezeichnetsten Lieblingen der Pflanzen aus allen Welttheilen einen ungeheuren überraschenden Streich zu bieten. Das Gemälde selbst von 7 Schuh Höhe und 5 Schuh 2 Zoll Breite stellt einen prunklosen, durch einfallendes Sonnenlicht beleuchteten Saal vor. Der Blumenstrauss erhebt sich aus einer Bronze-Vase auf einem Piedestal, an dessen Stirnseite die anspruchsvolle Linea borealis und die Jacquinia mucronata sich über Jacquin’s Büste zum sinnvollen Kranze verschlingen. Das Piedestal schmückt mehrere von dem berühmten Naturforscher in eigenen Monographien und Werken beschriebene Pflanzengattungen.

Eine Seitennische des Saals schmückt Linnes’s Büste, Dem unter Raum beleben Goldfische in einem Glastopfe, herumschwärmen Insekten, Käfer u. dgl. Der ungeheure Blumenstrauss versetzt süßes Erstaunen; ein reizendes Chaos von mehr als hundert Präzisionsexemplaren der Flora. Ein jegliches ist so glücklich aufgefaßt, so künstlerisch verteilt, dass keine Blüte sich über ihren Standort

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