Klöber, August von, Historien- und Genremaler zu Berlin , wurde
zu Anfang unsers Jahrhunderts geboren, und schon 1820 hatte er
sich als Künstler vortheilhaft bekannt gemacht. Damals rühmte man
seine Copie von Correggio’s „Io“, und Gillparzer’s Bildnis. Das erstere
dieser Bilder ist nach dem Originalgemälde in Wien gefertigt;
doch die Copien machen den geringsten Teil seiner Werke aus,
der Künstler versuchte sich schon früher in eigener Composition, und
die Resultate waren bald die erfreulichsten. Er wurde daher mit
anderen Künstlern zur Ausschmückung des neuen Schauspielhauses
in Berlin berufen, und da sind von ihm im zweiten Vorsaal an der
Wand 10 Darstellungen aus der Mythe des Apollo. Im ersten Vorsaal
des Fest- und Concert-Lokales malte er an der Decke 21 einzelne und
gruppierter Figuren. Nach Vollendung dieser Malereien
erprobte der Künstler wieder in Staffeleibildern sein Talent, und
endlich ging er auch nach Rom , um die Kunstschätze jener Stadt
zu beschauen. Hier malte er für den Berliner Kunstverein die
Befreiung der Andromeda durch Perseus, und Venus von den Grazien
geschmückt. Diese beiden Bilder brachte er 1820 aus Italien mit
sich nach Berlin, und da gefielen sie allgemein, da sich in
ihnen Reichthum der Composition, schöne Wahl der Formen und
eine eigenthümliche, gefällige Färbung offenbarte. Von dieser Zeit
an blieb v. Klöber im Vaterlande, und mit jedem Bilde steigerte
sich der Beifall, der ihm verdienter Weise auch gebührt. Ein vorzügliches
Gemälde ist jenes, welches den Bacchus vorstellt, wie er den
Junggespannten Panther tränkt, ein Bild von lebhaftem Farbentone
und mit poetischem Geiste aufgefasst. Man erklärte es als eines
der besten Werke der Berliner Kunstausstellung von 1834. Auch
die Findung Mosis hat er in einem reichen heiteren Bilde
dargestellt. Nicht minder schön ist seine Erkennungsszene zwischen
Joseph und seinem Vater in Ägypten. Die Anzahl seiner Gemälde
ist indessen bedeutend, und diese bestehen in rein historischen
Compositionen, in mythologischen Darstellungen, in romantischen
Bildern und in Portraiten. Klöber hat ein entschiedenes Talent
zur Historienmalerei. Er ist im Besitze aller Hülfsmittel seiner
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_QFMTunOF6koC