Klenau, Kupferstecher

Klenau, Kupferstecher , oder vielleicht Maler, dessen Lebensverhält- nisse wir nicht kennen. Wir fanden ihm folgendes Blatt beigelegt: Studium eines schlafenden Hundes, nach F. Casanova, qu. 8,

Mengel , Johann Christoph, Landschaftsmaler und Radierer , geb. zu Kesselsdorf bei Dresden 1751, gest. zu Dresden 1824. Als der Sohn eines Landmannes wurde er durch Hagedorn zuerst an Dietrich empfohlen, hatte aber in seiner Jugend manchen harten Kampf mit Arithmetik und Zurücksetzung zu bestehen. Doch arbeitete er sich bei unverkennbarem Naturberuf mit Beharrlichkeit durch und, nach- dem er 1772 aus Italien zurückgekehrt war, stand er viele Jahre an der Spitze der Dresdener Landschaftsmaler , zog viele wackere Schü- ler, und war bis in sein hohes Alter mit Palette und Pinsel ge- schäftig. Er war Professor und Mitglied der k. Akademie in Dres- den. Die wahre Element ‚von Klengel’s Kunst war das: treueste

Klengel, Johann Christian.

Studium der Natur mit der genauesten Nachzeichnung derselben wie sie Italiens üppige Fülle und besonders Dresdens großer und reicher Naturgarten darbot. Treue Copien der Natur misslangen ihm nie; die idealen Landschaften, so oft er sie auch, besonders nach seiner Rückkehr aus Italien , in Composition und Färbung darzustellen bemüht war, wollten ihm aber nie ganz gelingen. Dagegen waren idyllische Compositionen aus der umgebenden ländlichen Natur, Korn-, Kartoffel-, Heuerndten u. s. w. ein vor ihm mit ausserordentlicher Lebendigkeit immer auf’s Neue bearbei- teter Stoff. Mit grosser Anstrengung führte er einigemal „noch in den letzten Monaten,“ eine Scene des Vorabends vor dem Kirch- weihfeste in einer mit allem Hausgeräthe und Zubehör trefflich ausgestatteten Pächterstube aus. Dann copirte Klengel auch Meister- werke in Dresden, noch in seinem vorgerückten Alter, mit gewissen- haftem Fleiss, welches besonders mit Berghem’s durchsichtiger Baum- und Wasserpartien und Paul Potter’s Viehstücken sehr oft der Fall war. Er stellte besonders gern Morgen- und Abendbe- leuchtung dar, und in vier meisterhaften Bildern die vier Tages- zeiten, gerühmte Werke. Seinen Baumschlag lauschte er glücklich der Natur ab; die Abstufung der Lufttöne und die eigenthümlichen Tinten in dem Hintergrunde, besonders am nördlichen Himmel, hatte er als Meister erfasst und eine ganz eigenthümliche, ihm auch in hohem Alter noch beiwohnende Fertigkeit darin sich er- worben. Er wusste selbst der einfachsten Darstellung irgend ein Interesse zu geben, sei es durch eine originelle Belichtung, durch eine eigentümliche Wolkenstellung oder durch die Staffage. Viele seiner besten Leistungen befinden sich auf den Landsitzen und in den Palästen russischer und polnischer Liebhaber, denn seine Bilder wurden als die eines der ausgezeichnetsten Landschaftsmaler allge- mein gesucht.

Klengel hinterliess auch einen Schatz von mehr als 200 Kupfer- tafeln in verschiedener Grösse, lauter eigenhändige Radierungen von bedeutendem Werth. Er hatte sich im Aufzeichnen eine solche Fertigkeit erworben, dass er oft eine kleine Kupfertafel bei sich trug, und einen ihm sich darbietenden Gegenstand im Freien so- gleich auf die Platte zeichnete. Hier finden sich auch die verklei- nerten Copien aller seiner auf Bestellung oder aus freiem Antrieb in Öl gemalten Landschaften mit der Jahrzahl.

Im Jahre 1802 gab er eine Sammlung von 12 Foliobl. für Landschaftszeichner unter der Aufschrift heraus: Principes de dessins pour le paysages, par J. C. Klengel. Im Jahre 1824 gab er eine ähnliche Anzahl reicherer Vorlegeblätter an das Licht, jetzt unter dem Titel: Etudes de paysages. Die Platten führte er selbst mit fertiger Hand aus.

  1. Nachtstück mit Bauernhütte und Landleuten, 1770, qu. 8.

  2. Nächtliche Feuersbrunst, 1770, qu. 8.

  3. Zwei Landschaften mit Waldung und Hügeln, im Vorgrunde Hirten und Vieh, 1770, qu. 4.

  4. Zwei Gebirgslandschaften mit Felsen und Vieh, 1770, qu. 4.

  5. Der Morgen, eine grosse Landschaft. K. f., 1779. In Bister, qu. fol.

  6. Grosse Landschaft, rechts auf dem Felsen ein römischer Tempel, 8f. qu. fol.

  7. Der Kind, grosse Landschaft nach Ruysdael. K. f. 1787, gr. qu. fol.

  8. Grosse Gebirgslandschaft mit Figuren und Vieh, gr. qu. fol.

  9. Landschaft mit einer römischen Wasserleitung: Aquadotti vecchi presso di Roma, R. f. 1791, kl. qu. fol.

  10. Il Monte Testaccio a Roma, das Gegenstück.

  11. Daphnis und Chloe, nach Gessner’s Idylle, qu. fol.

  12. Magdalena in der Wüste, 8.

  13. Die Hirtin auf dem Hügel mit der Heerde, 4.

  14. Die Mauleseltreiber bei Ruinen, 4.

  15. Landschaften mit hohen Bäumen, darunter drei Figurensitzend, 4.

  16. Die Landschaft nach Van de Velde, qu. fol.

  17. Das Innere eines ländlichen Haushofes, mit musizierenden Figuren, qu. fol.

  18. Landschaft mit einem Manne, der die Laterna Magica zeigt, qu. att.

  19. Die Bäuerin mit dem Kinde an der Hausthüre sitzend, kl. Bl.

  20. Der Alte mit dem Stocke am Baume sitzend, kl. Bl.

  21. Der Schuster in seiner Werkstätte, kl. Bl.

  22. Das Almosen oder die Frau mit Kindern, welche einen älteren Mann um Almosen bittet. In Rembrandt’s Manier.

  23. Die lesende Frau, Kniestück.

  24. Der bärtige Alte, nach Dietricy, 1784.

  25. Ein Stier, zwei Kühe und drei Schafe auf einer Wiese, nach P. Potter.

  26. Vier Landschaften, nach Wagner, Ruinen, Cascade, Figuren.

Man hat von ihm viele kleine Landschaften mit Figuren und Tieren, die wir jedoch nicht alle verzeichnen können. Er selbst vereinigte 218 Platten zu einem Ganzen, welches aus 132 Bl. in qu. fol. besteht. Von Folgen erwähnen wir noch:

Zwölf Landschaften, Gegenden aus Sachsen, nach der Natur gezeichnet und radirt von J. Ch. Klengel, qu. fol.

Zwölf verschiedene Gegenstände, nach den Zeichnungen Dietrich’s, radirt von seinem Schüler J. Ch. Klengel, 1773, kl. qu., fol.

Vorsicht

Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.

Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.

Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_QFMTunOF6koC