Kleinhans, Joseph, Bildhauer, geb. zu Nauders 1777, wurde im vierten Lebensjahre des Augenlichtes beraubt, fing aber in seine Kindesjahre schon an, hölzerne Pferdchen und anderes Spielzeug zu schnitzen. Nach und nach brachte er so ziemlich gute Arbeiten zu Stande, und endlich versuchte er auch, ein Crucifix zu schneiden. Der Beifall , welchen er erhielt, spornte ihn, seine Versuche fortzusetzen, und nun beschäftigte er sich hauptsächlich mit Crucifixen zu schneiden. Der arme Blinde machte in seiner Kunst, ohne alle Unterricht, immer besseren Fortgang, und verfertigte eine große Anzahl solcher Arbeiten, deren immer eine besser als die andere ausfiel. Diese Crucifixe wurden auch begierig aufgekauft. In seinen zweiundzwanzigsten Jahren erhielt Kleinhans bei dem berühmten Bildhauer Franz Nüssl zu Fügen im Zillerthale einige Wochen einen mechanischen Unterricht, und erhöhte dadurch seine Kunst so, dass er nun nicht mehr bloß Crucifixe, sondern auch andere Vorstellungen schnitzte, und zwar mit einer Geschicklichkeit, die auch einem sehenden Künstler Ehre machen würde. Nur behielt die Crucifixe unter seinen Arbeiten immer den Vorzug. Zu dieser bedurfte er keines Modells, andere Bilder aber konnte er nicht ohne Muster machen. Für den Fürstbischof zu Brixen hat er eine Statue des knienden heil. Carolus Borromäus dreiviertel Schuh hoch und für den Fürstbischof zu Chur einen David, zwei Schuh hoch, beide mit seltener Vollkommenheit, gefertigt. Zangerle zu Lask erhielt 1803 ein Crucifix mit Maria und Johannes von seiner Hand beinahe in Lebensgröße, welche trefflich ausgefallen sind, Tiroler Almanach 1803.
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