Kirchmayer, Joseph, Bildhauer zu München , wurde 1773 in Rockersing in Niederbayern geboren und von seinem Vater, dem Bildhauer und Holzsculpturen für Kirchen fertigte, zu ähnlichen Betriebe angehalten. In seinem 17. Jahre kam er zu einem Bildhauer nach Passau , am meisten aber verdankte er hier dem Historienmaler Bergler, der ihm im Zeichnen und Modelliren Unterricht ertheilte. Bei dieser Gelegenheit fand er auch an dem Fürsten Leopold von Thurn einen Gönner, der ihn nach Wien mitnahm und daselbst unterstützte. Kirchmayer hielt sich in dieser Stadt sieben Jahre auf, während welcher Zeit er mehrere Büsten in Erz und Marmor ausführte, und im Jahre 1804 wurde er auf Kosten des Königs Maximilian nach Italien geschickt, um in Rom seine Studien zu vollenden. Er besuchte auch Neapel und andere Städte, und endlich kehrte er nach München zurück, wo er bald sehr ehrenvoller Aufträge zu erfreuen hatte. Der König Ludwig, damals noch Kronprinz , ließ durch ihn mehrere Büsten in carrarischem Marmor für die prachtvolle Walhalla ausführen, und überhaupt ist die Zahl seiner Büsten bedeutend, da der Künstler seinem Individuum sprechende Ähnlichkeit und charakteristische Ausdruck zu verleihen weiß. Auch in der technischen Behandlung sind seine Bildnisse zu rühmen. Wir erwähnen besonders die treue liche Büste des Ministers von Hompesch, jene des geheimen Rath’s von Feuerbach in Gyps, Maximilian’s I. von Bayern in carrarischem Marmor für die Walhalla; des Königs Maximilian in Gyps, alle vor 1814 ausgeführt; ferner die Büste der Königin Karoline in Gyps, 1817, jene des Herzogs von Leuchtenberg in carrarischem Marmor, des General-Direktors v. Krenner u. s. w. Eine rühmliche Erwähnung verdient auch die colossale Büste des Königs Maximilian, welche bei Gelegenheit der Jubelfeier 1825 für das Monument der Stadt Amberg in Metall gegossen wurde. Für die Stadt Freising stellte er den König Maximilian und dessen Gemahlin in einem Medaillon von Erz dar.
Kirchmayer fertigte indessen nicht allein Büsten, sondern auch Statuen, wie jene der Psyche, der Minerva in Lebensgrösse für den Commerzienrath v. Seidel etc. Dann finden sich von ihm auch Grabmonumente, wie jenes des Grafen Maximilian von Arco, des Churfürsten Wenceslaus von Trier in der Kirche zu Oberdorf, des Monsignore Sabbadini, des Grafen Fugger im Illerthale u. a. Diese sind auf dem Gottesacker in München. Kirchmayer ist noch immer voller Thätigkeit, ein sehr geachteter Künstler.
Vorsicht
Diese Seite wurde maschinell erstellt. Die Zuverlässigkeit der OCR ist durch die Qualität der Scans, der Software und des Workflows zwangsläufig beschränkt. Eine menschliche Korrektur und Redaktion fand nicht statt.
Das Ziel dieser Seite ist es, die gezeigten Resourcen einfach zugänglich zu machen. Für Zitate und eine direkte Nutzung sind sie nicht ausreichend. Hierfür ist notwendigerweise das originale Quellenmaterial hinzuzuziehen.
Der zugrundeliegende Scan ist hier zu finden https://archive.org/details/bub_gb_QFMTunOF6koC