Kirchmair, Joseph

Kirchmair, Joseph, Glasmaler, wurde zu München geboren und, da er schon in früher Jugend entschiedene Neigung zur Kunst äusserte, auf der Akademie daselbst mit den Grundsätzen derselben vertraut gemacht. Besonders war es der damalige Professor , jetzt k. Oberhaupt v. Gärtner, welcher ihm in der Architektur , in der Ornamentik u. s. w. Unterricht ertheilte, und als dieser berühmte Architekt die Leitung des artistischen Theiles der k. Porzellan- Manufaktur übernommen hatte, fand auch Kirchmair bald Beschäftigung an jener Anstalt, wo er noch gegenwärtig thätig ist. Er ver- zierte mehrere Vasen, malte einen Theil der Teller des prächtigen Service’s, dessen Ausführung König Ludwig noch als Kronprinz anbefahl, und auch eine Anzahl jener Gefässe nach etrusischer Form, welche Graf von Schönborn zu einem Service bestimmte, sind von ihm verziert. Diesem Künstler gilt auch ein Anteil an der Ausführung der prächtigen Fenstergemälde im Dome zu Regens- burg, und jener der neuen Kirche in der Vorstadt Au, welche einen glanzenden Cyclus von Darstellungen aus dem Leben Mariens bilden. An allen diesen Fenstern ist ein auserlesener Verein von Kunstlern thätig, und jene sind demnach als das gemeinschaft- liche Werk derselben zu betrachten. Ausser Kirchmair haben Ainmuller, Hämmerl, Wehrstorfer und Röckel als Maler Anteil und Frank leitet die Schmelzungen. Für Dr. Boisserce malte Kirch- mair ganz allein den englischen Gruss auf Glas.

Das nämliche malt Kirchmair auch sehr schöne Bilder in Öl, und be- sonderen Beifall erwarben ihm seine Jagdstücke, die durch grosse Wahrheit der Darstellung erfreuen. Der Jäger, welcher einen Fuchs lebend im Eisen gefangen, und freudig sich darüber gebärden, wurde von Bergmann lithographirt, und eben derselbe lithographirte auch einen Fuchsbau, einen Dachsbau und eine Scheibe, welche bei einem festlichen Schiessen gegeben wurde. Seine Vorliebe, Jagd zu darzustellen, verschaffte dem Künstler auch einen grösseren, höchst ehrenvollen Auftrag. Maximilian Graf von Arco-Zinneberg ist im Besitze einer Sammlung von abnormen und anderen seltenen Geweihen, und er beschloss, diese in einem eigenen Saale zu Zinneberg der Reihe nach anzubringen. Kirchmair wurde mit dem Auftrage beehrt, diesen Saal seinem Inhalte gemäss auszu- schmücken, und er malte für die Decke desselben 16 Bilder mit Jagdszenen, die zwischen Verzierungen von Arabesken sich zeigen. Die ganze Einrichtung des Saales ist aus Hirschgeweihen gefertigt und die Theile derselben, wie Leuchter, Sitze etc. sind mit Schnitz- werken von Elfenbein geziert. Diese werden nach Kirchmair's Zeichnung und unter seiner Aufsicht gefertigt, und sind von einer Reinheit in Schnitt und Zeichnung, die nichts zu wünschen

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