Kirche der Eilftausend Jungfrauen, die Börse, mehrere Kirchen
auf dem Lande in Schlesien , das grösse Armenhaus der Stadt Kreuz-
burg. Dann wurden nach seinen Zeichnungen eine Menge öffent-
liche und Privatgebäude umgeändert und restaurirt, die wichtig-
Seine Bauwerke aber, welche seinen Namen verkünden, sind: das neue Schauspielhaus und das Brandenburger Thor zu Berlin. Die erste Idee zu dem Letzteren gab der König und der Oberhofbaurat Intendant und Minister Wöllner, und diese Idee führte Langhans auf großartige Weise aus. Er leitete mit Beiwirkung des Oberbaurathes Lessling und des Oberhofbaurat-Inspektors Held den ganzen Bau, und dieser wurde zu Stande gebracht. Das Muster
sind die Propyläen in Athen , und die modernen Propyläen Berlin
bestehen in ihrem Haupttheile aus einer Colonnade von
Säulen aus Sandstein; zwischen den Säulen sind Scheidewände
richtet, und zwar so, dass dadurch 5 verschiedene Durchgänge
formirt werden, wovon der mittlere 18 F., die Seitengänge
12 F. halten. Die Säulen haben in ihrem Durchmesser 5 F.
und 44 F. in der Höhe, sie sind canelirt und auf ihnen gebildet
Architrav, der Fries und das Hauptgesims in gerader Linie
Über diesen erhebt sich die Attique, welche über dem mittleren
Durchgange bis an die Fronte vorspringt, an den Seiten aber zurückgezogen ist, so dass gegen den mittleren Theil von beiden
Seiten Treppenstufen angebracht sind, welche gleichsam ein
Triumphformiren, und auf dem mittleren Theile der Attique
münden. Die ganze Architektur ist dorisch.
Auf der Attique steht eine Quadriga nach antiker Weise, dem Wagen die Siegesgöttin, und vor demselben vier 12 F.
Pferde, die Napoleon ausspannen liess. Die ganze Höhe des
Hauses mit der Attique beträgt 64 F. und mit der Gruppe 80. Der
vordere Fronte der Attique ist mit einem 26 F. langen Band
nach Direktor Rode’s Zeichnung geschmückt, und auch die
Metopen des dorischen Frieses sind Basreliefs.
An den mittleren Haupttheil des Thores stoßen zwei Seitflügel,
welche sich in einem rechten Winkel an die beiden nächsten
Nischen des großen Quartiers, welches das Ende der auf 1906 F. breiten
Strasse ausmacht, anschliessen.
Diese Flügel formiren zwei Gebäude in der Weise antiker griechischer Tempel, und sind mit einer Colonnade, welche die
Tempel umzibt, und einen bedeckten Gang ausmacht, gebaut.
Die Architektur ist ebenfalls dorisch. Die Säulen halten drei
im Durchmesser und sie sind 24 F. hoch, ebenfalls canelirt.
Die ganze Architektur aber mit dem Gesimse ist 30 F. hoch. Jeder
Flügel hat 10 Säulen und endigt in einen Fronton von
Säulen.
Berlin verdankt also diesem Künstler eine Hauptzierde, in welcher
sich die Werke des berühmten Schinkel anschliessen. Dass dieser
in noch reinerem Style baute, ist bekannt; doch war auch
Wirkungskreis seines Vorgängers allenthalben von den ersten
Förderern. Wenige Monate vor seinem Tod besuchte er
sein Vaterland wieder, und dort fand er seinen Tod.
Langhans hat auch interessante Abhandlungen über sein Wirken
geschrieben.
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